230 Querschnitt durch die knappschattlichen Neuigkeiten des Jahres 1947 Das alljährliche Erscheinen des „Saarbrücker Bergmannskalenders“ verschafft der Verwal ­ tung der Saarknappschaft die ihr im all ­ gemeinen leider so selten gebotene, daher aber umso willkommenere Gelegenheit, zu ihren Versicherten direkt sprechen zu können. Sie begrüßt und benutzt auch dieses Jahr gern die Möglichkeit, mit den Bergknappen und Pensio ­ nären ein Viertelstüridchen über knappschaft- liche Dinge zu plaudern. Der Bergmann an der Saar ist erfahrungs ­ gemäß von jeher besonders daran interessiert zu wissen, was bei seiner Knappschaft vor sich geht. Wir möchten daher im Rahmen der nachstehenden Ausführungen — in zwangsloser Folge und ohne auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben — kurz darstellen, was es seit der Ausgabe des letzten Kalenders, also etwa seit Jahresfrist, an wichtigeren Neuerungen bei der Saarknappschaft gegeben hat. Erhöhung des Krankengeldes ab 1. 4. 1946. Um mit dem Krankengeld auf den gesetzlich vorgeschriebenen Betrag zu kommen, ist vom 1. April 1946 ab das Krankengeld wieder auf 50 # /o des Grundlohnes festgesetzt worden. Zu ­ schläge für Familienangehörige zum Kranken ­ geld können vorerst noch nicht bewilligt werden. Grundsätze betr. die Gewährung von Wöch ­ nerinnenheimpflege. In seiner Sitzung vom 11. 3. 1946 hat der vor ­ läufige Vorstand der Knappschaft über die Ge ­ währung von Wöchnerinnenheimpflege folgen ­ den Beschluß gefaßt: a) „Die Saarknappschaft gewährt Wöchnerin ­ nenheimpflege nach § 196 RVO in Knapp ­ schafts- oder Vertragskrankenhäusern nur, wenn der Knappschafts- oder Familienarzt die Einweisung wegen zu erwartender häuslicher Komplikationen oder wegen unzu ­ reichender Verhältnisse vornimmt. Auf der Krankenhauseinweisung muß dabei der Grund deutlich gekennzeichnet sein. Sie darf vom Arzt unter Anwendung des strengsten Maßstabes nur dann ausgestellt werden, wenn er persönlich zur Überzeu ­ gung gelangt, daß die Entbindung im Wöchnerinnenheim unumgänglich notwendig ist. Im allgemeinen sollen als zu erwar ­ tende Komplikationen nur die Diagnosen enges Becken“ und „Eklampsie“ anerkannt werden. b) Dauert die Behandlung in einem Wöch ­ nerinnenheim oder einem Krankenhaus län ­ ger als 15 Tage, so wird die weitere Be ­ handlung vom 16. Tage ab als Kranken ­ hausfall angesehen. c) Wird ein Wöchnerinnenheim oder ein Kran ­ kenhaus ohne Einweisung des Arztes auf ­ gesucht, so werden Krankenhauskosten nicht übernommen. Es werden vielmehr die ge ­ samten Barleistungen der Wochenhilfe ein ­ schließlich der Gebühr für Hebamme und Wochenbettpackung an den Versicherten gezahlt oder unmittelbar zur Deckung der Krankenhauskosten einbehalten“. Es ist dabei zu beachten, daß bei Gewährung von Wöchnerinnenheimpflege in Vertragskran ­ kenhäusern ebenso die vollen Kosten für 15 Tage übernommen werden wie in Knapp ­ schaftskrankenhäusern. Wochengeld für diese 15 Tage wird nicht gezahlt. Vom 16. Tage ab wird bei Behandlung in Vertragskrankenhäusem nur ein Kostenanteil von 70 % übernommen Dagegen wird vom 16. Tage ab allgemein wie ­ der Wochengeld gezahlt. Wird ein Krankenhaus in Anspruch genom ­ men, das nicht Vertragskrankenhaus ist, so wird in gleicher Weise verfahren, wie wenn ein Knappschaftskrankenhaus oder Vertrags- krankenhaus ohne Einweisung des Arztes auf- gesucht worden wäre; Krankenhauskosten wer ­ den dann ebenfalls nicht übernommen. Viel ­ mehr werden die gesamten Barleistungen dem Versicherten zur Deckung der Krankenhaus- kosten oder unmittelbar an das Krankenhaus überwiesen, falls die Rechnung bei der Saar ­ knappschaft ein^ereicht wird. Die Knaposchafts- und Familienärzte sind gebeten, bei Krankenhauseinweisungen wegen unzureichender häuslicher Verhältnisse von den Versicherten eine entsprechende Bescheini ­ gung des zuständigen Bürgermeisteramtes an ­ zufordern und der Krankenhauseinweisung bei ­ zufügen. Unsere Versicherten werden aus vorstehenden Vorschriften erkennen, daß bei der Gewährung von Wöchnerinnenheimpflege ein strenger Maß ­ stab angelegt wird. Knappschaftliche Augenklinik. Die knappschaftliche Augenklinik — früher Saarbrücken, St. Johanner Straße, — deren Ge ­ bäulichkeiten durch Fliegerangriff total zer ­ stört wurden, war nach ihrer Vernichtung vor ­ übergehend im Krankenhaus Quierschied und seit dessen Inanspruchnahme durch Besatzungs ­ truppen im Heilig-Geist-Krankenhaus in Saar ­ brücken untergebracht. Am 15. April 1946 ist sie im Knappschaftskrankenhaus Sulzbach wie ­ der eröffnet worden, da die bisherige Unter ­ bringung sich für unsere Versicherten als un ­ praktisch erwiesen hat. Die Unterbringung in Sulzbach empfahl sich vor allem mit Rück ­ sicht auf die Tatsache, daß Sulzbach bei seiner zentralen Lage die besten Verkehrsverbindun ­ gen hat. Reichsversicherungsanstalt für Angestellte. Die Reichsversicherungsanstalt für Ange ­ stellte ist z. Zt. noch stillgelegt. Übersichten über die zur RfA geleisteten Be ­ träge, die zur Durchführung von Rentenver ­ fahren benötigt werden, können jedoch von unseren Versicherten bei dem Treuhänder für die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin-Wilmersdorf Ruhrstraße 2 angefordert werden.