14* 227 Löwenzahn: die Blätter werden im Frühjahr oder im Herbst gesammelt. Sie ergeoen nicht nur einen Tee, der blutreinigend wirkt (Blätter und Wurzeln zusammen abgekocht helfen bei Verdauungsschwäche und Verstopfung und bei Nieren- und Blasenleiden), sondern auch einen wohl ­ schmeckenden Salat oder ein gutes Ge ­ müse. Petersilie: fördert die Verdaftung und regt die Nierentätigkeit an. Man kocht aus Wurzeln und Kraut einen Tee, den man schluckweise trinkt. Salbei: hilft bei Entzündungen des Halses und der Mundhöhle. Ein Teelöffel Blätter werden mit 1 1 kochendem Wasser auf ­ gebrüht. Schafgarbe: man sammelt sie zwischen Mai und September an Weg- und Ackerrän ­ dern. 3 Teelöffel auf 1 Tasse kochendes Wasser ergibt einen Tee, der schluckweise bei Leber- und Nierenleiden sowie bei Blasenschwäche getrunken wird. Schlüsselblumen: man sammelt die Blüten und Blätter und trocknet sie. 2 Tee ­ löffel nimmt man auf 1 große Tasse Wasser, läßt 10 Minuten lang kochen und gibt den Tee bei Erkältungen und Verstopfung. Spitzwegerich (auch Breitwegerich) wächst an Wiesen- und Wegrändern. Man sam ­ melt die jungen Triebe. Das getrocknete Kraut übergießt man mit kochendem Wasser und trinkt den Tee gegen Ka ­ tarrhe, Husten, Durchfall. Veilchen: man sammelt die Blüten und Blät ­ ter. Sie werden gegen Keuchhusten ange ­ wandt, auch als Gurgelmittel bei Mandel- und Halsentzündung. Wermut: man sammelt Blätter und Blüten im Juli-August und trocknet sie ohne Sonne. Wermuttee ist sehr bitter; er muß aber ungesüßt getrunken werden und hilft dann bei Magen- und Verdauungs ­ störungen jeder Art. Wir haben nur die gebräuchlichsten Pflan ­ zen ausgesucht und doch, wie lang ist schon die Liste und wie vielfältig sind die Anwen ­ dungsmöglichkeiten! Nutzen wir sie gut, die Heilmittel, die die Natur uns geschenkt hat; unsere Großeltern schwuren auf sie und wurden gesund durch sie. M. A. T. GESUND UND SCHÖN Liebe entspringt ohne Überlegung, ein Zug von Schönheit zieht an und fesselt. Wieviel Geist, Güte des Herzens, Zunei ­ gung und Gefälligkeit muß ein Freund uns gezeigt haben, um in vielen Jahren das zu erreichen, was ein schönes Gesicht in einem einzigen Augenblick bewirken kann ...! Dies ist nicht der Ausspruch eines leicht ­ fertigen Zeitgenossen, liebe Leserin, sondern so schrieb ein kluger Mann in einem ,,Klei ­ nen Buch für Frauenzimmer“, das im Jahre 1750 erschienen ist. Also damals schon gab es Schönheitssorgen und gute Ratschläge. Es ist also nicht unsere Zeit, die Eitelkeit, Puder und Schminke und was alles zur Schönheits ­ pflege gehört, erfunden hat. Denken Sie ein ­ mal an die alten Volkslieder, wie sie ein Loblied auf „die schönen Augen, den roten Mund, die zarten Wangen“ singen. Schon viel früher aber sprach man von Frauenschönheit, und in der griechischen Mythologie war einmal Paris verurteilt, zwi ­ schen drei Göttinnen die schönste auszu ­ wählen. Und aus seinem Urteil sind Zwist. Hader und Krieg entstanden. Aber wenn wir heute hier von Schönsein sprechen, denken wir weniger an Schminke und Puder als an „Gesundes Schönsein“. Gesund und schön sind eng miteinander ver ­ knüpft; sagte nicht Großmutter immer; „Die Haare glänzen nicht, das Kind ist krank“. Darüber wollen wir heute einmal plaudern. Im Sommer ist es nicht schwer, gesund zu sein und gut auszusehen. Sonne und Luft, Wasser und Wärme, gute Laune und Freude helfen mit. Im Herbst und Winter wird es schon schwieriger; da gibt es kalte Füße, rote Nasenspitzen und verfrorene Hände, besonders in diesen Jahren der ungenügen ­ den Heizmöglichkeit. Wie können wir uns gegen die Kälte schützen und damit zugleich etwas für unsere Schönheit tun? Unsern Kampf gegen die Kälte — und da ­ mit gegen die rote Nase und blauen Hände — müssen ,Wir morgens beginnen, wenn wir noch warm von der Bettwärme mutig auf ­ springen und einige Male tief und langsam atmen, und zwar möglichst wenig bekleidet. Die Jungen und Beweglichen sollten einige Sprünge mit dem Seil anfügen, die Älteren machen einige gymnastische Übungen. Auch im Winter sollte man sich gründlich mit kaltem Wasser waschen; bei einem gesunden Körper macht uns selbst die kalte Dusche nach einigen Tagen nichts mehr aus. Falls sich unser Körper aber von dem Schrecken des kalten Wassers nicht mehr erholt, sollte man nicht weiter darauf bestehen, dann wäre eher ein Besuch beim Arzt am Platze. Wenn im Laufe des Tages das Kältegefühl wieder zunimmt, so hilft dagegen tiefes Ein ­ atmen — aber durch die Nase. Die kalte Luft erwärmt sich hier schon etwas, ehe sie in die Luftröhre kommt. Das tiefe Atmen erhöht übrigens die innere Verbrennung und erzeugt dadurch ein Wärmegefühl. Neben dieser Abwehr der Kälte durch unseren Körper gibt es natürlich die be ­ quemere durch Heizen der Räume. Aber