192 gewann er die neuen Kameraden durch einen Liter Schnaps, den sogenannten Einstand. Hieb er aber „in den Sack“ oder ging er „in Pension“, so geschah es nicht ohne „den Aus ­ stand“, der die nächsten Kameraden noch einmal mit dem Scheidenden vereinte. Diese in der Tiefe der Erde unter lauern ­ den Gefahren zusammengeschweißte Kame ­ radschaft währte bis zum Tode. Kein Bauer und Handwerker war im Dorfe so feierlich zu Grabe getragen wie ein Bergmann. Um ihm das letzte Geleit zu geben, verfuhren die Freunde und Kameraden am Begräbnistag keine Schicht, und von den Nachbardörfern kamen die Abordnungen mit ihren umflorten Fahnen, um sie über der letzten Ruhestätte des toten Knappen zu schwenken. „Heute war der Kirchhof wieder „schwarz von Bergleuten“, hieß es nach dem Leichen ­ begängnis, und wir Buben blickten mit scheuem Stolz auf unsere Bergmannsväter und fühlten, daß sie einem Stand angehörten, der etwas galt und in hohem Ansehen stand. „Wer kä Berschmann es, zähld net mett“. war damals eine landläufige Redensart, und um auch „mettzezähle“ und „net henne hott zu