87 hier vor beinahe 2000 Jahren seine letzte Ruhe ­ stätte fand. Wo der Zirkus, die „Große Rennbahn“ lag, welche derjenigen Roms gleichgestellt war, ist nicht bekannt. Es wird nur vermutet, daß sie sich an der Stelle befand, an welcher sie in unserer Zeichnung des römischen Stadt ­ planes angedeutet ist. Was in Trier aus der Römerzeit übriggeblie ­ ben ist, ist nur ein winziger Bruchteil der alten Pracht der Augusta Treverorum. „Tre- vir metropolis, urbs amoenissima!“ Viele von uns sind sich dessen nicht voll be ­ wußt, daß in unserer allernächsten Nähe die alte, ehrwürdige Moselstadt Trier als eine der schönsten und herrlichsten Stätten der Kultur gilt. Mögen sie hingehen und an Hand unserer Beschreibung selbst sehen. Die Rekonstruktionszeichnungen sind nachgezeichnet nach Wiederherstellungsversuchen von Dr. Krencker. Die Herleitung des Namens Saarbrüchen Eine Plauderei über saarländische Gerichtsstätten. Von Hermann Joseph Becker. Der in der Zeit von 1596 bis 1645 in Dien ­ sten des Grafen von Nassau-Saarbrücken gestandene Registrator Johann Andreae spricht in seiner „Genealogia Saraepontana“ von der Stadt „Alt-Saarbrück“, die nach den Berichten alter Leute zwischen dem Haiberg, dem Kieselbaoh und der Saar gelegen haben soll. Er erwähnt selbst der dort aufgefun ­ denen Mauerreste und einer vormaligen Brücke, ohne dabei jedoch eine Ahnung ge ­ habt zu haben, daß es sich um die Trümmer römischer Bauwerke handelte. Erst als im Jahre 1760 mit der Urbarmachung des Ge ­ ländes begonnen wurde, konnte das ange ­ schnittene Ruinenfeld unzweifelhaft als eine römische Siedlung erkannt werden. Die seit ­ dem an Ort und Stelle gemachten Funde er ­ reichten ihren Höhepunkt durch die im Jahre 1924 erfolgte Entdeckung eines spätrömischen Kastells am Brückenkopf der ehemaligen Saarbrücke. Es handelt sich sonach bei dem von Andreae erwähnten alten Saarbrücken um nichts anderes als um einen römischen vicus, der, wenn Movat recht haben sollte, gemäß einer auf einem Meilenstein des Donon aufgezeichneten Ortsangabe der „vicus Saravus“ war. Köllner führt für diesen verkehrswichtigen Brückenort sogar eine königliche Mansio, also eine Station der römischen Staatspost (Geschichte der Städte Saarbrücken und St. Johann I. S. 2) an, mit der er die Ent ­ stehung des späteren Königshofes begründet. Tatsächlich bieten Tholey und Kirchberg Vergleichsmöglichkeiten für Köllners An ­ nahme. Der Königshof bestand bis zum Jahre 1046, in welchem er durch König Heinrich III. der Kirche des hl. Arnual übereignet wurde. In der Schenkungsurkunde erscheint die Domäne unter dem Namen villa Sarabrucca. Im Jahre 999 findet sich in einer zu Rom ausgestellten Urkunde Kaiser Ottos III. das kaiserliche Kastell, auf dem die Gaugrafen saßen, gleicherweise Casteilum Sarabrucca genannt. Dasselbe lag eine gute halbe Stunde von dem genannten Königsgut entfernt, auf dem damals noch steil zur Saar abfallenden Felsen, dem heutigen Schloßberg. Der könig ­ liche Besitz ließ sich von dieser Stelle wohl gut überschauen, doch daß die Burg gerade hier zum ausdrücklichen Schutze des so viel weiter abgelegenen Königsgutes erbaut wor ­ den sein soll, läßt sich nicht gut vertreten. Der Haiberg oder der Kaninchenberg hätten diesem Zwecke sicher weit vorteilhafter ge ­ dient. Es müssen also in erster Linie andere Gründe bestimmend gewesen sein, daß die Gaugrafen hier eine Burg gebaut haben. Ihre Entstehungszeit ist jedenfalls in die unruhigen Zeiten des neunten Jahrhunderts zu setzen. Ihre Befestigungsanlagen bestanden daher wie die der meisten mittelalterlichen Burgen aus Erdwerk und der Burgsaal und die Wohngelegenheiten aus Holz. Mauerburgen wurden ja erst um die Jahrtausendwende errichtet. Es fragt sich also zunächst, welches über ­ haupt die Beweggründe waren, Burgen zu bauen. Burg (althochdeutsch purch) hängt mit dem Worte bergen (althd. bergan) zu ­ sammen, weshalb Burg und Berg schließlich in ihrer Bedeutung zueinander hinüberwech ­ seln (z. B. Homburg [= Hunburg] und Hom ­ berg). Der Berg und die Burg sind die ur ­ sprünglichen Zufluchtsorte, wo sich der Mensch bergen und verbergen konnte. So ­ weit es sich um den Schutz größerer Gemein ­ schaften handelte, wurden nach Möglichkeit natürlich gesicherte Bergplätze ausgewählt, deren Zugänglichkeit dann durch künstliche Wehranlagen (Wall und Graben) befestigt wurden. Die einmal geschaffenen Plätze — ihre Entstehung mochte vielfach schon in vor- und frühgeschichtliche Zeiten gefallen sein — aber wurden in normalen Zeiten aus ­ gewertet als Versammlungsorte, zu Gerichts ­ sitzungen, zu Kult- und Verwaltungszwecken. Je nachdem der Platz einer oder mehreren solcher Aufgaben oder gar einem Gau oder Stamm zur Zusammenkunft diente, wuchs er natürlich in seiner Bedeutung. In jedem Falle hatte er einen Namen, der ihn von anderen derartigen Plätzen unterschied, und der sich