82 serstadt schien Trier zur Plünderung vorzüg ­ lich geeignet. Im Jahre 451 fiel die Stadt den Hunnen zum Opfer. Der letzte Rest ihrer alten Herrlichkeit sank in Trümmer, als am Gründonnerstag des Jah ­ res 882 die Normannen über die ahnungslose Stadt herfielen, sie vier Tage lang plünderten und in Brand steckten. Noch heute stößt man bei Ausgrabungen auf eine starke Aschenschicht über dem alten römischen Boden. Sie rührt von den Einäsche ­ rungen der Stadt im 5. Jahrhundert her. Etwas höher verläuft im Raume des alten Trier eine zweite Aschenschicht, die ohne Zweifel dem durch die Normannen angelegten Brande zuzuschreiben ist. Obwohl nun all’ diese schweren Stürme schon früh über die alte Moselstadt dahin ­ brausten und die prächtigen römischen Bau ­ werke in Trümmer sanken, so sind doch ein ­ bahn, Fabriken und Warenlager, Kornspei ­ cher, Luxusvillen reicher Römer, Bürgerhäu ­ ser, Kaianlagen u. a. ist uns nicht bekannt. Deshalb erscheint uns der Stadtplan des römi ­ schen Trier etwas dürftig. Nehmen wir aber dies alles, was andere römische Städte noch heute zeigen, zu dem uns Bekannten hinzu, so können wir uns eher ein Bild von der Größe und Pracht der einstigen römischen Kaiser ­ stadt an der Mosel machen. Halten wir uns jedoch an das, was noch vorhanden ist. Von den einstigen vier römischen Stadt ­ toren, welche den Hauptachsen des Stadt ­ planes entsprechen, ist nur die „Porta nigra“ erhalten. Dieses „Römertor“ hat Weit ­ berühmtheit erlangt als großartigstes römi ­ sches Baudenkmal diesseits der Alpen. Diese feste Torburg war im Zuge der römischen Stadtmauer wahrscheinlich um 258 n. Chr. erbaut worden zum Schutze der hier zusam- Bild 3 So mag das Römertor vor beinahe 2000 Jahren ausgesehen haben. Vorne rechts sehen wir den doppelten Graben. Anschließend an das Tor nach beiden Seiten die sechs m hohe Mauer mit den runden Wachttürmen. Ganz links oben auf der Höhe des heutigen Petersberges den auch noch in unseren Tagen so geheimnisvollen und rätselhaften Hügel „Franzenknüppchen“, damals wohl der prunkvolle Grabtempel eines reichen Römers oder römischen Helden. zelne derselben noch in ihrer heutigen er ­ habenen Größe erhalten geblieben. In seinen Grundformen ist der römische Stadtplan Triers aus dem 3. und 4. Jahrhun ­ dert so gut wie sicher festgelegt. Im Gegen ­ satz zu dem heutigen noch aus dem Mittel- alter stammenden meist engen Straßengewirr zeigt er ein rechteckiges System mit etwa 11 Meter breiten Straßen. Nur wenige Reste einer Menge herrlicher Bauwerke sind uns aus der Römerzeit erhalten geblieben. Die einstige Lage anderer Prachtbauten, wie des Capitols, hallenumeebener Stadtplätze, Triumphbogen, Brunnenanlagen, Markthallen, Tempel, Paläste, Kasernen, der großen Renn ­ menlaufenden Heerstraßen aus Eifel, Huns ­ rück und von der Mosel. Fest und stark sind immer noch die altersgrauen, mächtigen Quader des Römertores gefügt, wie sie von starken Römerhänden mit eisernen Klammem ohne Kalk- oder Mörtelverbindung aufeinan ­ der geschichtet wurden, würdig einer Macht, die sich ewig dünkte und die, an dieser Stelle wenigstens, sich ewig gezeigt hat in ihren Werken, wenn auch nicht in der Dauer ihrer Herrschaft. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle auf einige Zeilen die römische Ge ­ schichte der „Porta nigra“ verlassen und ins Mittelalter hinübergegriffen. Im Verlauf des- f