2* 35 Für die Behandlung von Kindern der Ver ­ sicherten durch Kinderfachärzte ist zweierlei ,zu beachten. Für Kinder bis zum 6. Lebens ­ jahr genügt es jetzt, auf der Grube einen Kurschein ausstellen zu lassen, mit dem dann sofort ein Kinderfacharzt oder eine Kinder ­ fachärztin aufgesucht werden kann. Für Kin ­ der über 6 Jahren muß zuerst der Knapp ­ schafts- oder Familienarzt aufgesucht wer ­ den, der dann, wenn notwendig, eine Über ­ weisung an den Kinderfacharzt anordnen kann. In den Kinderkliniken Neunkirchen, Bürgerhospital Saarbrücken, St. Michaels- Krankenhaus Völklingen, werden für Kinder bis zu 6 Jahren (vorher bis 5) die gesamten Kosten von der Knappschaft übernommen. Auch die Gewährung von Hinterbliebenen ­ renten an verschollene Versicherte ist gere ­ gelt. Als verschollen gilt ein Versicherter, wenn während eines Jahres keine glaubhaf ­ ten Nachrichten von ihm eingegangen sind und die Umstände seinen Tod mit an Ge ­ wißheit grenzender Wahrscheinlichkeit glaub ­ haft machen. Hierzu gehört eine eidesstatt ­ liche Erklärung der Anspruchsberechtigten, daß sie seit einem Jahre von dem Leben des Versicherten keine Nachricht mehr erhal ­ ten haben. Dazu müssen aber weitere An ­ haltspunkte bestehen, die dessen Tod wahr ­ scheinlich machen, z. B.: Bestätigung von Kriegskameraden, daß der Versicherte an einem bestimmten Tage schwer verwundet wurde oder schwerverwundet zurückgelassen werden mußte, vielleicht auch einem Kom ­ mando üngehörte, das völlig aufgerieben wurde u. ä. Solche Angaben müssen eides ­ stattlich be’egt sein. Falls später eine amt ­ liche Todeserklärung ein^eht, muß sie sofort der Knappschaft zugestellt werden. Es ist in der Vergangenheit vorgekommen, daß Rentner, die außerhalb des Bergbaues Arbeit aufnahmen und damit bei einer ande ­ ren Kasse gegen Krankheit versichert wur ­ den, trotzdem im Krankheitsfalle die Knapp ­ schaft in Anspruch nahmen. Deshalb müssen alle Rentner, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung außerhalb des Bergbaues an ­ nehmen, mit Beginn derselben ihre \rzt- Ausweiskarte abgeben, um die Krankenkasse der Knappschaft gegen unberechtigten Lei ­ stungsanspruch zu schützen. In Verbindung damit weisen wir darauf hin, daß es schon öfter vorgekommen ist, daß ein Versicherter die 'Daten seines Kranken ­ scheines fälschte oder änderte, um sich damit einen Vorteil zu verschaffen, sei es, um mehr Krankengeld zu erhalten oder sei es, um län ­ ger feiern zu können, auch wenn er schon arbeitsfähig war. Solche Fälschungen wer ­ den bei der Nachprüfung immer aufgedeckt. Wir möchten deshalb streng vor solchem Tun warnen, weil die Knappschaft in jedem solcher Fälle in Zukunft Anzeige wegen Ur ­ kundenfälschung erstatten wird. Wir können solches Verhalten unter keinen Umständen dulden, schon weil wir auf äußerste Spar ­ samkeit angewiesen sind, um unsere Leistun ­ gen einigermaßen auf die Höhe bringen und darauf halten zu können. Wir hoffen nun, im kommenden Jahr wie ­ der ein weiteres Stück vorwärts zu kommen; insbesondere werden wir wohl auch bald Knappschaftsältestenwahlen haben, um die .Saarknappschaft, die heute noch von einem sogenannten vorläufigen Knappschaftsvor ­ stand geleitet wird, endgültig konstituieren eu können. Im Vordergründe wird dabei auch eine dauerhafte Sanierung der Knapp ­ schaft stehen, um eine feste und befriedi ­ gende Leistungsdisposition zu ermöglichen. Bei dem guten Willen, der, in Anerkennung der großen wirtschaftlichen Bedeutung des Bergbaues, überall festzustellen ist, werden wir auch diesbezgl. mit einer befriedigenden Lösung rechnen dürfen. So wie die Berg ­ leute in dieser Zeit schwerster wirtschaft ­ licher Not freiwillig durch zusätzliche Sonn- fagsarbeit der Gesamtheit gedient haben, so muß auch ihnen Unterstützung gewährt wer ­ den, wo es um die Pflege und die Erhaltung ihrer Arbeitskraft und die Sicherung für Al ­ ter und Invalidität geht.