34 rialverwaltung auf Grube Maybach wieder auf. Am 8. Dezember 1921 wurde er zum Service Approvisionnements, Comptabilite Matiere, in Saarbrücken versetzt. Am 12. August 1922 verheiratete er sich mit Cäcilie geb. Braun; im Jahre 1928 hat er sich mit Hilfe eines Darlehns der Saarknapp ­ schaft ein eigenes Haus in Bildstock erbaut. Schiffler hat zwei Brüder, die ebenfalls Berg ­ mann sind; sein einziger Sohn Erich ist am 24. April 1947 in der Maschinen-Abteilung beim Steinkohlenbergwerk Maybach in Grube Mellin angefahren. Verbesserungen in der Knappschaftsversicherung Von Knappschaftsdirektor Peter Zimmer. Im „Saarbrücker Bergmannskalender“ möchte natürlich auch die Knappschaft nicht fehlen. Besonders nicht in diesem Jahre, weil wir überwiegend Gutes zu sagen haben. Vor allem: die allgemeine Rentenentziehungs ­ aktion ist beendet' Viele Bergleute waren der Meinung, daß die Rentenentziehung dann und dort einsetzen würde, wenn Knapp ­ schaftsrentner noch, oder wieder, eine andere Lohnarbeit aufnehmen. Das ist nicht der Fall. Wenn ein Rentner nach ärztlichem Gut ­ achten nicht mehr wesentlich bergmännische oder ihr gleiche Tätigkeit ausüben kann, steht ihm immer die Rente zu, auch wenn er noch andere Arbeit gegen Lohn aufnimmt. Entscheidend ist also nicht die Frage, ob er noch Geld verdient, sondern ob er berufs ­ unfähig oder invalide ist im Sinne des Knappschaftsgesetzes. Nur dann, wenn einer ln einem neuen Beruf sich neue Fertigkeiten erwirbt, die ihm dauernd einen gleichen Ver ­ dienst wie seinem voll berufsfähigen Kame ­ raden einbringt, kann im Einzelfalle eine Rentenentziehung geprüft und evtl, vor ­ genommen werden. Das ist aber so selten der Fall, daß es kaum wirksam wird. V ; pi f'rfr°uli r 'h c, r d e B^endi^ung d~r allgemeinen Rentenentziehungsaktion war aber für uns die Tatsache, daß wir eine we ­ sentliche Verbesserung unserer Leistungen durchführen konnten. Wir verdanken das in erster Linie der Belegschaftsvermehrung der Saargruben, wodurch sich die Beitrags ­ einnahme gesteigert hat. In Anerkennung der Tatsache, daß die Bergleute die Renten- entziehungsaktion so verständnisvoll hinge ­ nommen haben, wurde uns aber dazu von der französischen Militärregierung der Zu ­ schuß in Höhe von 2,5 Millionen Mark weiterbelassen. Dadurch kamen wir in die La<*e, die Rentenkürzungen, wie sie nach dem Kriege wegen Geldmangel durchgeführt wer ­ den mußten, aufzuheben und die Knapo- schaftsrente, die Knoppschaftsvollrente, die Witwenrente und Witwenvollrente, sowie die Waisenrente wieder voll zu zahlen. Wir konnten auch wieder mit Heilverfahren beginnen, und zwar vorerst mit 1. Tuber- ku^senheilverfahren in Heilstätten für Ver ­ sicherte und Angehörige; 2. Asylierung sol ­ cher Kranken in Krankenhäusern für Vo r- sicherte und Angehörige; 3. offener spezi ­ fischer Behandlung (Pneumothorax — Saug ­ drainage — Oleathorax) für Versicherte und Angehörige und 4. Lupusbekämpfang. Wir hoffen bestimmt, schon bald eine Erweite ­ rung der Heilverfahrensmöglichkeiten durch ­ führen zu können. Für d<e Inanspruchnahme von Nicht ­ knappschaftskrankenhäusern haben wir eben ­ falls klare Verhältnisse geschaffen. Bei Nicht- knapnschaftskrankenhäusern ist zu unter ­ scheiden zwischen Vertragskrankenhäusern iund Nichtvertragskrankenhäusern. Versicherte werden grundsätzlich nur in Knaposchafts- krankenhäusern behandelt. Im Sonderfall trägt die Knappschaft, wenn die Überweisung unvermeidbar ist, für Versicherte auch in Nichtknappschaftskrankenhäusern die vollen Kosten. Für Angehörige übernimmt die Knappschaft in Vertragskrankenhäusern nur 70 Prozent und in jedem Falle in Niahtver- tragskrankenhäusern nur 50 Prozent der Kosten. In gleichem Prozentverhältnis wer ­ den auch die Fahrkosten zu und von den Krankenhäusern von der Knappschaft er ­ stattet. Wenn eine besondere Behandlung notwendig ist, die in einem Knappschafts ­ krankenhaus nicht durchgeführt werden kann, werden immer die gesamten Kosten übernommen. Wöchnerinnenheimpflege wird nur gewährt, wenn der Knappschafts- oder Familienarzt die Krankenhauseinweisung vornimmt. Dau ­ ert die Einweisung länger als 15 Tage, dann wird vom 16. Tag der Fall als Krankanhaus- fall gerechnet und neben der Krankenlrms- ibehandlung das Wochengeld gezahlt. Ohne Einweisung durch den Arzt wird nur das Wochengeld bezahlt, wobei die Krankenhaus ­ kosten von der Wöchnerin getragen warden müssen. Auch bei Einweisung in ein Ver- •tragskrankenhaus werden bis zu 15 Tagen die vollen Kosten von der Knappschaft über ­ nommen. Vom 16. Tage ab aber nur noch 70 Prozent bei gleichzeitiger Zahlung das Wochengeldes. Wird ein Nichtvertrags ­ krankenhaus in Anspruch genommen, dann wird nur das Wochengeld gezahlt.