27 Versorgung der Bergleute mit Kleidung, Wäsche, Schuhen, Seife usw. Die Verhältnisse auf dem Textil- und Ledermarkt haben sich in dem verflossenen Jahr nicht wesentlich gebessert. Dies ist an sich nicht verwunderlich. Auf dem Textil- und Ledermarkt hat der große Zerstörer und Verschwender „Krieg“ sich genau so brutal und rücksichtslos ausgewirkt wie bei der Vernichtung der Menschen, deren Arbeits ­ und Wohnstätten. Der Mangel an Textilwaren ist nicht be ­ dingt durch Mangel an Textil-Rohstoffen. In der Welt gibt es genügend Baumwolle, und Wolle ist sogar mehr als genug vorhanden. Vom Textilrohstoff aus gesehen könnte der Bedarf an Wäsche und Kleidern ausreichend gedeckt werden. Die Ursache der Textilnot ist bedingt durch die Zerstörung eines großen Teiles der Textil ­ industrie. Die vorhandenen Maschinen in der noch verbliebenen Textil-Industrie sind wäh ­ rend des Krieges derart abgewirtschaftet worden, so daß sie nicht imstande sind, die vorhandenen Rohstoffe zu verarbeiten. Es wird noch Jahre dauern, bis hier die Schäden behoben sind. Wir müssen uns darauf einstellen, daß die Not an Textilien jeglicher Art nicht schnell beseitigt ist. Für die Mehrzahl der Familien kommt erschwerend hinzu, daß die Bestände im Laufe der Jahre vollständig aufgebraucht wurden. Hier tritt der Mangel in den näcn- sten Jahren noch stärker in Erscheinung, als dies allgemein gesehen der Fall ist. Die Schwierigkeiten auf dem Ledermarkt sind zur Zeit noch außerordentlich groß. Der Krieg hat große Bestände an Vieh ver ­ nichtet, so daß der Anfall von Tierhäuten zur Zeit noch sehr gering ist. Wo Tierhäute nicht anfallen, fehlen auch die notwendigen Fette zur Herstellung von Seife. Der vorhandene Bedarf an Schuhen kann in den nächsten Monaten noch nicht restlos gedeckt werden. Auch hier muß äußerste Sparsamkeit geübt werden. Die noch vor ­ handenen Bestände sind so schonend wie möglich zu benützen. Im Hinblick auf den kommenden Winter müssen deshalb die Schuhe besonders gepflegt werden. Unter Berücksichtigung des bis jetzt Ge ­ sagten ist es erklärlich, wie groß die Anstren ­ gungen sein mußten, um die nachstehend angeführten Gegenstände wie Kleider, Wäsche, Schuhe, Seife usw. zu beschaffen. Dies verpflichtet uns, all denen zu danken, die sich unermüdlich um deren Beschaffung eingesetzt haben. In der Zeit vom 1. Juli 1946 bis 30. Juni 1947 wurden an unsere Belegschaftsmit ­ glieder verteilt: 1. Kleider, Schuhe, Wäsche 101 100 Arbeitsanzüge 8 653 Arbeitshosen 87 991 Arbeitshemden 9 904 Unterhemden 98 183 Unterhosen 36 904 Schweißkittel 140 536 Paar Arbeitsschuhe 143 097 Paar Socken 946 Frauen-Berufskittel 40 000 Taschentücher 18 400 Rollen Nähgarn 266 710 Rollen Nähkunstseide 19 140 Briefchen Stopfwolle 64 000 Jackenkhöpfe 2. Sonstige Gegenstände 221 564 kg Kernseife 163 542 kg Waschpulver 350 000 Rasierklingen 6 500 Herrenuhren 4 000 Wecker 12 475 Herrenkämme 12 458 Damenkämme 2 400 Fahrraddecken 1 826 Fahrradschläuche 3. Tabakwaren 96 514 428 Stück Zigaretten 2 907 901 Stück Zigarren bzw. Stumpen 2 953 699 Stück Zigarillos 460 000 Heftchen Zigarettenpapier 76 980 kg Rauchtabak 30 184 kg Rolltabak 230 kg Schnupftabak 3 267 Holz- und Tonpfeifen