114 Welcher der beiden genannten Stollen der ältere ist, läßt sich aus den alten Berichten und Rissen nicht feststellen. Letztere sind erst im Jahre 1818 angelegt worden. Nur die Baue über dem westlichen Stollen sind auf diesen Rissen mit Jahreszahlen versehen und Nachtra ­ gungen der Grubenbaue in den xolgenden Jahren erfolgt. Es ist daher anzunehmen, daß der öst ­ liche Stollen der ältere ist. Auf den alten Rissen kündet eine alte verblichene Schrift: „Daß die Königliche Steinkohlenzeche Wahlschied von den Unterzeichneten königlichen Beamten, höhe ­ rer Bestimmung zufolge, totgefahren worden, daß dieses heute geschah und die letzte Kohlen ­ förderung dieser Zeche am 11. September d. J stattgehabt hat, wird hierdurch attestiert." Saarbrücken, den 23. Oktober 1823. Der Bergamtsdirektor: Sello. Der Bergmeister: Schmidt. Der Berggeschworene: Pletschke. Der Markscheider: Prediger. Das war das Ende der alten Wahlschieder Grube. Es waren in dieser Zeit für den Absatz vor ­ teilhafter gelegene neue Stollen angehauen und fortbetrieben worden, die eine Vereinfachung des Staatsbergbaus an der Saar mit sich brach ­ ten. Bei der Einstellung hatte der östliche Stol ­ len eine Länge von 440 m und der westliche Stollen eine solche von 600 m erreicht. Die alte Quierschieder Grube Die der Grube Göttelborn im Jahre 1888 zu ­ geteilte alte Grube Quierschied verdankte ihre Entstehung der im Jahre 1779 gegründeten Quierschieder Glashütte. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß zugleich mit der Einrichtung der Glashütte auch der Stollenbetrieb der alten Grube angehauen wurde. Ueber Förderung und Belegscha t liegen keine amtlichen Unterlagen vor, da sie vollkommen nur als Privatgrube betrieben wurde. Am 13. Mai 1817 wurde die Grube als Staatszeche von dem Saarbrücker Bergamt übernommen. Erst vom Jahre 1823 wurden Risse angelegt. Aus demselben Jahre stammt auch eine Beschreibung der Grube. Sie lautet: „Ueber das Alter der Quierschieder Grube sind keine bestimmten Nachrichten vorhanden, es geht aber aus den Bergamtlichen Acten hervor, daß sie schon 18 Jahre vor dem 7ten July 1797 den Besitzern der Quierschieder Glashütte war, um letztere mit den erforder ­ lichen Kohlen zu versorgen, dagegen die Ge ­ werkschaft aber einen jährlichen Canon an den Fürsten von Nassau-Saarbrücken entrich ­ ten mußten. Auch unter der französischen Regierung blieb diese Grube 18 Jahre an die Glashüttervgewerkschaft verpachtet, wofür sie jährlich 600 ffrcs. bezahlen mußte und die nötigen Kohlen auf ihre eigene Kosten för ­ dern ließ. Durch die Besitznahme dieses Landes von Preußen verordnete am 13. Mai 1817 ein Königl. Hochlöbl. Ober-Berg-Amt, da jene Pacht schon früher zu Ende gegangen war, die definitive Einziehung dieser Grube, und den Betrieb für Königliche Rechnung, jedoch nur einzig und allein für die Hütte. Es wurde aber auch festgesetzt, daß der Kohlenbedarf nach einem der Selbst ­ kosten angemessenen und vom Königl. Berg- Amte vorzuschlagenden Preis verabfolgt werden sollte. Auch jetzt wird die Grube wie früher bloß für die Glashütte betrieben, mit der Aus ­ nahme, daß seit dem 9ten März 1821 die Ge ­ meinde Quierschied ihre Bedarfskohlen von dieser Grube bezieht, anstatt daß sie ihre Kohlen früher von der Duttweiler Grube er ­ hielt.“ Nach den dieser Beschreibung folgenden An ­ gaben über die Stärke der aufgeschlossenen Flöze und über deren Abbau war bis 1823 nur ein Stollen — der Thomasstollen — in Betrieb, der dem Abbau des sogenannten Quierschieder Flözes diente. Nach einer Eintragung auf einem alten Riß ist dieser Stollenbetrieb im Jahre 1832 eingestellt worden. Nördlich dieses Stollens war bereits die neue Tagesstrecke „Johanna“ ange ­ hauen und in das sogenannte Dechenflöz fort ­ betrieben worden. Im Jahre 1850 sind auf den alten Rissen bei diesen Stollen die letzten Bauten verzeichnet. Die beiden Stollenbetriebe lagen jenseits des Fischbachsprunges im heutigen Abbaufeld der Grube Friedrichsthal. Zugleich mit der Stillegung der Tagesstrecke „Johanna" im Jahre 1850 wurde fm Kohlbachtale die Grube Quierschied angehauen, die als „alte Grube Quierschied" bezeichnet wird. Der Zugang zu dieser Grube bildete die „Quierschieder Tages ­ strecke“, die an der Grenze der Wald- und Feld ­ mark angesetzt wurde. Sie erschloß zunächst Flöz 48 und im Jahre 1853 auch Flöz 93, die späteren Flöze „Elisabeth" und diejenigen der „Beust"-Gruppe. Die heutigen beiden Kohlbachflöze wurden in den Jahren 1878 bis 1887 erschlossen. Zwar waren diese Baue noch bei Zuteilung der Grube an Göttelborn in Betrieb, jedoch im Niveau der Tagefjstrecke bis auf einige Pfeiler abgebaut. Die Grube Dilsburg Es gab auch einmal eine „Grube Güchenbach" und „Grube Hirtel“. In ihrem Felde waren be ­ reits vor etwa 150 Jahren schon verschiedene Stollen im Betrieb. Auf alten vergilbten Rissen sind dieselben mit großen lateinischen Buch-