Saarburg (Phot. Max Wentz, Saarbrücken) 62 Neckel: Da hast Du recht. Reden wir zunächst darüber, wo uns der Schuh drückt. Was hältst Du von unserer Pensions ­ kasse? Ist es nicht Sünd und Schande, daß man uns heute mit so ein paar Mark abspeist, während uns fast mehr als das Doppelte zusteht. 40 Jahre hat unsereiner in der Grube geschafft, treu und redlich 6eine Knappschafts- Beiträge gezahlt, um im Alter versorgt zu sein, und nun diese Enttäuschung. Du kannst mir’s glauben, Matz, wenn ich die Halunken in die Finger be ­ käme, die uns so um unsere sauer ver ­ dienten Groschen gebracht haben, ich glaube, ich würde „Gehacktes" aus ihnen machen. Matz: Aber mein Lieber, die Kerle, die uns in diese traurige Lage gebracht haben, sind nicht mehr am Leben. Du weißt doch, daß die glorreichen Führer des Dritten Reiches, Hitler, Goebbels und Genossen sich in Berlin längst ver ­ giftet haben, und daß der Rest der Kumpane zurZeit in Nürnberg auf der Anklagebank sitzt. Neckei: Ja, es ist empörend und kaum zu fassen. Ueber zweihundert Millionen Reichsmark Knappschaftsvermögen hatten diese Halunken nach Berlin geholt, um sie in dem durch ihren Größenwahn ent esselten Krieg durch die Kanonenrohre zu jagen. Wir stehen nun da und haben als traurige Hinterlassenschaft nichts als Trümmer und leere Sozialversicherungskassen. Und wie sollen diese Kassen wieder aufgefüllt werden? Matz: Aufgefüllt, so wie das früher war, daran ist vorerst garnicht zu denken. Wenn wir es nur wieder soweit brin ­ gen, daß unsere Pensionen in der statutenmäßigen Höhe gezahlt werden, dann können wir zufrieden sein. Zu Reserveansammlungen wird es lange Zeit nicht kommen. Und doch muß die Knappschaftskasse mit der Zeit auch wieder einige Reserven haben, wenn auch nicht mehr in der früheren Höhe. Reserven sind schon notwendig, wenD bei einer verringerten Belegschaft mit verminderten Beitragseinnahmen die lautenden Ausgaben gedeckt werden sollen. Zur Zeit lebt unser Knapp- 6chaft.sverein nur von den laufenden Beiträgen unserer noch arbeitenden Kameraden. Die Zahl der augenblick ­ lichen Belegschaftsmitglieder der Saar ­ gruben ist aber geringer als die Zahl