Jagdgeschwader Mölders greift an in 4 Tagen 190 Sowjetflugzeuge, darunter 177 Bomber, abgeschossen Von Kriegsberichter Eugen Press Unübersehbar groß sind die Verluste des Gegners an Flugzeugen, die, in Luftkämpfen abgeschossen oder am Boden vernichtet, einen großen Teil der Sowjetluftmacht überhaupt darstellen. Ein einziges Jagdgeschwader, das an einem wichtigen Frontabschnitt im Osten eingesetzt ist, hat allein in den ersten vier Tagen im Angriff gegen Jagd- und Kampfver- bände Erfolge erzielt, wie sie in der modernen Luftkriegsführung bis- her überhaupt noch nicht bekannt wurden. Es ist das Jagdgeschwa- der von Oberstleutnant Mölders. In nur vier Ta- gen schoß das Geschwa- der 190 Sowjetflugzeuge im Luftkampf ab, wäh- rend durch Beschuß mit Bordwaffen am Boden etwa 150 Maschinen ver- » nichtet und eine weitere Zahl beschädigt wurde. Während in der Haupt- sache So wj et - Jagdma- schinen auf ihren Feld- flugplätzen ein schnelles Ende fanden, war es dem Geschwader vergönnt, in der fraglichen Zeit 177 Kampfflugzeuge, Mar- tinbomber, abzuschießen und damit den deutschen Panzerspitzen, Kolonnen und rückwärtigen Ver- bindungen die Möglich- keit einer ungestörten Entfaltung zu bieten. In den meisten Fällen konn- ten die bolschewistischen Kampfflieger noch vor dem Bombenwurf über eigenem Gebiet abge- schossen werden, so daß die brennend auf- schlagenden Flugzeuge oder die im Notwurf ausgelösten Bomben starke Verwirrung unter den feindlichen Truppen hervorriefen. Die Staffeln des Geschwaders stellten somit die anfliegenden Bomberkräfte rechtzeitig und in den meisten Fällen gelang es, die Verbände völlig aufzureiben. Am ersten Tag wurde ein Kampfverband von 35 Martinbombern nörd- lich Brest bis auf vier Maschinen vernichtet. Am Nachmittag dieses Tages fielen bei Ter- sespol alle neun Maschinen eines Verbandes vom Himmel, einen Tag später räumten die Bordwaffen von nur sechs Me’s einen wei- teren, im Angriff auf deutsche Panzer befind- lichen Verband mit 15 Abschüssen auf. Den Abschußrekord bei einem Angriff holte sich der Oberfeldwebel H., der in Spanien bei der Legion Condor als erster Wart seine Pflicht er- füllte und nunmehr als Flugzeugführer in der Morgenfrühe des 22. Juni trotz hierbei erlittener Verwundung vier Mar- tinbomber hintereinan- der erledigte. Weitere hervorragende Leistun- gen zeigte Oberleutnant Sch. mit sieben Abschüs- sen an einem Tage, ge- folgt von dem jungen Leutnant M., der mit 6 abgeschossenen Martin- bombern zugleich seine ersten Abschüsse über- haupt tätigte, und Ober- leutnant K., der mit 5 Ab- schüssen an einem Tage ebenfalls eine hervor- ragende Leistung voll- brachte. Die Luftkämpfe mit den Sowjet-Jägern ent- schieden sich trotz verzweifelter Gegenwehr der Ratas und Curtiß stets zugunsten der Messer- schmitt-Maschinen. In diesen Tagen konnte der Kommodore selbst noch drei moderne feindliche Bomber herunterschießen, so daß Oberstleutnant Mölders nunmehr 75 Ab- schüsse seit Kriegsbeginn, ungerechnet die 14 Abschüsse in Spanien, hat. — Inzwischen hat sich die Abschußzahl auf über 100 erhöht Oberst Mölders, / ^ Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub und Schwertern mit Brillanten, ist der erfolg- reichste deutsche Jagdflieger Foto: PK.-Jütte (Weltbild)