Dann werden die Eier eingelegt, jedoch so, dass die Flüssigkeit, welche in etwa 14 Tagen gallert- artig wird, 5 cm über den Eiern steht. Für 100 Eier genügen % kg Wasserglas und 5 Liter Wasser. So eingelegt halten sich die Eier etwa 1 bis 13A Jahre frisch, wobei weder Gewicht, Geschmack noch Geruch leiden. Auch läßt sich das Eiweiß, im Gegensatz zur Kalkkonservierung, zu Schnee schlagen. Der neue TLaschkorb von Grete Westecker,, mit Scherenschnitten von Holde Overmann. Mutter steckte einen größeren Geldschein in ihre Handtasche und fragte ihre sechsjährige Tochter Anne: „Willst du mit?" — Und ob Anne wollte! Erst- mal war es beson- ders netr, mal mit der Mutter allein zu gehen, und wenn sie doch so viel Geld in die Tasche steckte, na, dann mußte doch was dabei raus kommen. Aber diese große und nicht ganz selbstlose Freude wurde gleich ge- dämpft, denn es hieß: „Wir wollen Rolf von der Schule abholen, er braucht dringend ein Paar neue Schuhe bei dem nassen Wetter". Also holten sie Rolf von der Schule ab, und Anne quälte solange, bis die Mutter das schöne Märchen vom Aschenputtel erzählte. Und gerade waren sie so weit, daß sie spannend wurde, und das Aschenputtel die Treppe hinuntersprang, da waren sie bei der Schule, und heraus stürmte Rolf ohne Mütze, die hatte er in der Tasche, und schrie: „Habt ihr mir auch was zu essen mit- gebracht. ich mußte noch die biblische Geschichte lernen, und da hatte ich keine Zeit mehr, Kaffee zu trinken!" „Du meine Zeit", sagte die Mutter, „Junge, nun setz mal erst die Mütze auf, und hast du auch wohl die neuen Strümpfe ange- zogen? Du weißt doch, du sollst sofort neue Strümpfe anziehen, sobald ein Löchlein drin ist, erftmal wegen der Ordnung und zweitens, weil die Löcher sonst zu groß werden, und heute drit- tens wegen der Schuhe, die wir kaufen wollen." Da kriegte der Rolf einen roten Kopf, nein, er hatte heute morgen viel zu lange geschlafen, und da war es viel zu spät, und da hatte er schnell die alten angezogen. „Ach Mutter, nur am linken großen Zeh ist ein ganz kleines Loch —" Die Mutter schimpfte nun erst noch ein biß- chen, dann sah sie in Annes finstres Gesichtchen. Run war mit der leidigen Strumpfgeschichte der kleinen Anne der ganze Märchenhimmel von Aschenputtel ins graue Nichts gefallen, und böse Gedanken spielten in dem kleinen Kopf. „Nun kommt der dumme Rolf mit seinem Jungens- kram, und zur Belohnung bekommt er auch noch neue Schuhe, und ich kann seine ollen aufschlep- pen." Da fühlte sie die Augen der Mutter for- schend auf sich ruhen. Da war ja auch schon das Schuhgeschäft. Rolf zog dann ganz schnell den rechten Schuh aus. Er zwinkerte vergnügt der Mutter zu und wippte mit den Zehen, tiptop war der Strumpf, kein einziges Löchlein darin. Er kriegte ein Paar wunderbare Schuhe, braun und glänzend. Als das Fräulein ihm den linken auch anprobieren wollte, sagte er errötend: „Wissen Sie, Fräulein, mein Linker ist genau wie der Rechte." Und dann eilte er zum Rönr- genapparat, und konnte durch den Schuh seine Zehen spielen sehen. O weh, dachte Rolf, wenn ich nun den linken auch unter dieses scharfe Licht stelle, dann sieht man gewiß das Loch, wenn man sogar die Knochen durch das Leder sieht. Und eilig wollte er hinaus aus dem Laden, da sagte die Mutter: „Wie wär's denn, Fräulein, wenn wir für dieses kleine Aschenputtel auch ein paar Schuhe kauften?" Und dann zeigte sie lächelnd auf Anne. Anne saß auf ihrem Stuhl mit tief- rotem Gesicht. Da hatte die Mutter all ihre bösen Gedanken im Herzen gelesen und dazu bekam sie noch dieses Wunderwerk von Schuhen, braun. an den Seiten ge- steppt. Sie sagte nichts, aber sie nahm sich vor, sich nie mehr als Aschenputtel zu füh- len. Und wenn sie Mutters Schuhe an- sah, so konnte die auch wohl ein Paar neue brauchen, aber sie sagte nichts da- von, und heraus gingen die drei, alle in Gedanken. Da blieb die Mut- ter vor einem Korb- warengeschäft stehen, und sagte, nun hab ich mir schon mein ganzes Leben einen solch festen vier- eckigen Waschkorb gewünscht, in den man die Bettlaken so glatt legen kann, schon von unten an. Was der wohl kosten mag? Da wurden sie aber eifrig, die zwei. „Natürlich, Mutter, kriegst 199