Die deutsche Reichsbahn im Dienste des Saarbergmannes Bedingt durch eine charakteristische Siedlungs- weise, bewegt sich im Industriebecken an der Saar.ein sehr bedeutender Berufsverkehr nach und von den einzelnen Arbeitsstätten. Während die Kohle der Industrie ihre besondere Bedeu- tung gibt, ist der Bergmann der überwiegende Teilnehmer am Personenverkehr der Deutschen Reichsbahn. Vergleicht man den Eisenbahnfahrplan des Ruhrgebietes oder irgend eines anderen In- dustriegebietes Deutschlands mit dem des Saar- landes, so wird man finden, daß dort der dichte Zugverkehr fast unmittelbar an den Grenzen des eigentlichen Industriegebietes sein Ende findet, während er sich im Saarland auf Ent- fernungen bis zu 50 Kilometer über das In- dustriegebiet hinaus in rein ländliche Gebiete in fast gleicher Dichte ausdehnt. Der Grund liegt darin, daß dort die große Mehrzahl der berufstätigen Bevölkerung in der Nähe ihrer Arbeitsstätten in Mietshäusern wohnt, während sie hier auf dem Lande, in meist landwirtschaft- lich bevorzugter Gegend auf dem von den Vor- fahren ererbten Grundbesitze, zu Hause ist. Man kann sagen, daß in jedem Orte des Ge- biets Taben, Schillingen, Hermeskeil, Heimbach, Baumholder, Altenglan, Landstuhl, Zweibrücken, französische Grenze, Leute wohnen, die irgendwo im eigentlichen Industriegebiet des Saarlandes beschäftigt sind. Diese Leute, vorwiegend sind es Berg- und Hüttenleute, legen täglich Fahrten bis zu zwei Stunden zurück, um zu ihrer Arbeits- stätte zu gelangen und nach ihrem Dienst in die Heimat zurückkehren. Hierzu kommen alle die, die etwa bis zu 25 Kilometer von ihrer Arbeits- stätte entfernt wohnen und auch zur Einnahme des Mittagessens nach Hause fahren. So kommt es, daß auf dem Hauptbahnhof Saarbrücken, einer Stadt von 130 000 Einwohnern, 54 009 Leute täglich ankommen und abfahren, ebenso- Bergleute auf dem Weg zum Bahnhof, um zur Drube zu fahren 136