Saarland gefunden habe, den Weg zu den Hütten und Gruben der Saar, zu Arbeit und Arbeitern, zu einer Welt wirklichen Lebens. „Er lebte unter den Bergleuten des Saarlan- des, beobachtete den Arbeiter in Grube und Hütte. Die Bergleute, Werkmänner, Block- mälzer, Of-enmänner, Hammermeister wurden ihm in Arbeit und Feierstunde vertraut, wur- den Gestalten seiner schaffenden Plastik. Wenn das Saarland ihm eine zweite Heimat wurde, konnte fein Werk Kraft aus seiner eigenen Ver- wurzelung mit Land und Leuten schöpfen. Mit dem Land an der Saar wählte sich Koelle als anregendes Stoffgebiet einen Brennpunkt der schaffenden Arbeit, einen Brennpunkt des nationalen Interesses, mit seiner damals noch bevorstehenden politischen Entscheidung. Als Gleichklang der Zeit tragen seine Gestalten Er- wartung und Ausdruck der kommenden Ent- scheidung in sich, sind beseelte Zeugnisse von Schaffen, Kämpfen und Leiden, oft einer ver- antwortungsbewußten, still verhaltenen Kraft, wie sein betender Saarbergmann, der vor der Schicht seine schweren Hände auf die Hacke stützt: „Herr, mach uns frei!" . . . So können wir mit Fug und Recht Koelle als den Bildner des Saarbergmannes bezeichnen, den er in seinem tiefsten Wesen ganz erkannt und erfaßt hat. Als seine Bergleute und Hüttenmänner in seiner Werkstatt in München vor wenigen Monaten besichtigt wur- den, da sagte er schlicht und einfach: „Das sind meine Saararbeiter. Die sind mir ganz beson- ders ans Herz gewachsen. Ihnen gilt meine Lebensarbeit und wenn ich gerade Zeit dazu habe, dann fahre ich immer wieder in das Saarland und steige mit diesen Leuten in das Bergwerk hinab, um sie bei der Arbeit zu sehen. Wissen Sie, man kann nur schaffen, wenn man zuvor gesehen hat ..." . pk. Friehjohrsluscht Soll vielleicht mei Brufcht net schwelle zu me scheue Friehjohrslied, wann die Sunn schunn kitzt die Quelle, sießer Duft die Au durchzieht? Wann vumm Felse Bächjer trippfe, schtolz im Gras marschiert dr Schtar, wann u'm Dach die Schbatze hippse, luschdig, wie vorm Traualtar? Wann die Ooschderblume schtoße un die Veilcher Hann schunn Knepp, griene Schbitze kriehn die Rose un die Birke lange Schlepp? Wann im Wald e frohes Huschble ziddert leis vunn Baam zu Baum, wann im Moos die Wichtjer rufchble aus'm dieffchde Windertraam? So vielleicht mei Brufcht net schwelle zu me scheue Friehjohrslied, wann e Schaar vunn Frohgeselle juchzend in de Lenz ninnzieht? Hach, das wärs? — Rings uff die Berge werd sich schnell enuffgeschwung un vunn dort aus, wie die Lerche iwwer Daal und Heh gefung! C. Sch., Saarbrücken. 135