Pferdekörper schützte ihn vor den nachpolternden Steinen. Kameraden zogen Iupp unter dem toten Schimmel hervor, ohnmächtig, doch fast unverletzt. Ein Wunder schien es, daß er so glücklich davongekommen. Iupp schwieg auf alle Fragen, hatte nur einen seltsam leuchtenden Glanz in seinem Blick. Dank verklärte die Trauer um den Verlust des Freundes, der im Dienst gestorben war und sterbend noch den gerettet hatte, der es besonders gut mit ihm gemeint hatte. Etwas von dem sonderbaren Geschehen begriff auch der Obersteiger; denn auch der sann dar- über nach, wie wunderlich es war, daß der Bergknappe der großen Gefahr heil entrinnen durfte gerade durch jenes Pferd, um dessen Leben er jüngst noch so hartnäckig und zäh entschlossen gekämpft hatte. & Für Eheleute Die folgenden Ausführungen entnehmen wir dem sehr lehrreichen Büchelchen „Ein- maleins der Ehe" von Karl Martini (Verlag Scherl, Berlin). Die stündliche und tägliche kleine Nörgelei und Stichelei am andern ist eine recht unerfreuliche Zugabe zur Ehe. In einer gut eingespielten Ehe wird über- haupt nicht mehr genörgelt, manbringtnur Wünsche vor. Wer gleichwohl als widerliches Ekel seinen Sport darin sucht und so anmaßend und unvor- nehm ist, sich über alles rücksichtslos zu äußern, was ihm am andern und dessen Tun nicht ge- fällt, wohl gar seinen Tadel für besonders auf- richtig und ehrlich ansieht, der hat bald in seiner Ehe entweder einen sich zur Wehr setzenden, störrischen Bock vor sich oder — was viel trau- riger ist — einen sich für den häuslichen Frieden schweigend beugenden, gleichgültigen und doch tief verletzten Hausgenossen. Der nimmt schließ- lich das ewige Kritteln und Ducken nicht mehr als Kritik, sondern als Lieblosigkeit und Fle- gelei: niemand kann es ihm verdenken. Kein Mensch schätzt den Tadel. Er richtet sich ja im Grunde gegen seine Um- sicht, sein Temperament, seine Tatkraft, sein Pflichtgefühl, oft gegen seine ganze Natur, durch- aus nicht immer mit Recht. Kritisiert euch darum so wenig wie möglich. Einem klugen, feinfühlenden Menschen kann man so leicht schon durch ein hingeworfenes Wort, durch eine Bitte, einen Scherz, selbst durch Schweigen klarmachen, daß man mit ihm ernst- lich nicht einverstanden ist. Viel von dem. was uns in der Ehe nicht gefällt, müssen wir still hinunterschlucken. Im übrigen machen kleine Schwächen ja bekanntlich liebenswert. Sie sind in ihrer an keine Wirklichkeit gebundenen Unberechenbar- keit und Hilflosigkeit, in ihrer kindlichen Nai- vität, ihrem behaglichen Dahinleben oder ihrer temperamentvollen Betriebsamkeit oft geradezu der besondere Reiz eines netten Menschen: wir sind ja, Gott sei Dank, alle etwas komisch ver- anlagt und bleiben kleine Kinder bis So morjens vor der Schicht! ,,Lui, noch e Halwer, jetzt honn ich da vier. )br liewe Kinnec, beit schmeckt ina es Bier, ltnn Saumachegrumbre, e Götteresse, Do könn nia sein gonzer Kalaumes vergesse!" So honn ich gedrähmt, doch do hat^s getut Unn grad bei dem Esse, ich honn da e Ddut. Uff die Backn, in die Bur mm enaus in die Kich. Es Kattche, de Kaffee ftedd uff em Disch, SchmeertsBrot nun gebbt ma mei Kaffeeblech. Uff em Owe brutfchelts.aach, heit is jo TOesch! So, jetzt noch die Genachelte on die Fieß Unn: „Kattche, die Hinkte laß heit uff die Wieß!" Donn gedds enaus unn enuff uff die Grub, So ging schunn mei Vadder, so gedd ach mei Bub. Uff da Schaal, do heert ma es ITeischde noch: Bei da ITacbdschicht hat^ö Änem zwei Rippe ge- bcoch! Doch donn wird geschaffd, vum Schwähs bin ick' naß, Daß macht nie, die Rrwet macht heit widder Spaß! * Uff em Hemmwäch denk ich doch duschnr on mei Jltorjedrohm, Doch dehemm — gebbds DippelappeS mit Geise- milchrohm! Hans TOettmann.