§ 329. (1) Die Hauerprüfung kann nur aus der Betriebsanlage abgelegt werden, auf der die letzten dei Monate der Lehrhauerzeit (8 328, Zffr. 3) verbracht worden sind. (2) Die Hauerprüfung ist vom Betriebsführer abzuhalten. Einem Mitgliede des Vertrauens- rates ist Gelegenheit zu geben, bei der Prüfung zugegen zu fein. (3) Wer die Prüfung nicht bestanden hat, darf sie erst nach 0 Monaten weiterer Ausbildung als Lehrhauer wiederholen. tz 330. Hat der Lehrhauer die Prüfung bestan- den, so mutz ihm der Bergwerksbesitzer den Hauerschein nach dem vom Oberbergamt vorge- schriebenen Muster ausstellen. K 331. fl) Bergleute, die auf einem Stein- kohlenbergwerk eines anderen Steinkohlenbezirks Deutschlands den Hauerschein nach planmäßiger Ausbildung erworben haben, dürfen ohne wei- teres als Hauer beschäftigt werden. (2) Bergleute, die auf einem Steinkohlenberg- werk Deutschlands als Hauer tätig gewesen sind, aber keinen nach planmäßiger Ausbildung er- teilten Hauerschein besitzen, können ihn erwer- ben, nachdem sie auf einem Steinkohlenbergwerk des Oberbergamtsbezirks Bonn 3 Monate als Lehrhauer ausgebildet worden sind. (3) Bergleute, die in anderen Bergbauzweigen Deutschlands (Erz-, Salz-, Braunkohlen- usw. Bergbau) als Hauer tätig gewesen sind, können den Hauerschein erwerben, nachdem sie auf einem Steinkohlenbergwerk des Oberbergamtsbezirks Bonn 6 Monate als Lehrhauer ausgebildet wor- den sind. (4) Im übrigen gelten in den Fällen der Abs. 2 und 3 die 88 328—330 entsprechend. B. Andere Ausbildung § 332. Auf Verlangen des Oberbergamts darf der Bergwerksbesitzer auch mit anderen bestimm- ten Arbeitern nur solche Leute beschäftigen, die dafür planmäßig ausgebildet worden sind. Abschnitt 18. Betriebsaufsicht A. Aufsichtspersonen 8 333. (1) Unter Aufsichtspersonen im Sinne dieser Bergpolizeiverordnung sind die im 8 73 bezeichneten Personen zu verstehen. (2) Für den Fall der Behinderung von Auf- sichtspersonen. denen diese Verordnung bestimmte Wichten auferlegt, müssen andere Aufsichtsper- sonen als Vertreter vorhanden sein, die der Bergrevierbeamte als solche anerkannt hat. (3) Der Betriebsführer darf bestimmte Pflich- ten, die ihm diese Verordnung auferlegt, anderen Aufsichtspersonen nur dann übertragen, wenn der Bergrevierbeamte ihre Befähigung dazu an- erkannt hat. 8 334. Der Geschäftskreis der Aufsichtspersonen darf nur so groß sein, daß sie ihre sicherheit- lichen Verpflichtungen erfüllen können. 8 335. (1) Die Aufsichtspersonen müssen die Arbeiter bei Uebertragung der Arbeit über be- sondere Gefahren und ihre Bekämpfung unter- richten, soweit nicht der Ortsälteste hierzu ver- pflichtet ist. (2) Neu Angelegte, die noch nicht auf einem Steinkohlenbergwerk beschäftigt gewesen sind, müssen während einer vom Vetriebsführer zu bestimmenden Zeit mit betriebserfahrenen Leu- ten zusammengelegt werden. 8 336. (1) In jeder Schicht hat der Schicht- steiger alle belegten Arbeitspunkte mindestens einmal zu befahren. Ist er hieran durch außer- ordentliche Umstünde gehindert, so hat er dafür zu sorgen, daß die Befahrung durch eine andere geeignete Person vorgenommen wird. (2) Arbeitspunkte, die mit nur einem Mann belegt sind, müssen in jeder Schicht mindestens zweimal durch eine Aufsichtsperson befahren werden. Zwischen den beiden Befahrungen müs- sen wenigstens 2 Stunden liegen. 8 337. (1) Alle Bauabteilungen müssen Fern- sprechverbindung zu Tage haben. Ausnahmen kann der Bergrevierbeamte genehmigen. (2) Solange Arbeiter unter Tage sind, mutz wenigstens eine Aufsichtsperson auf der Schacht- anlage anwesend oder durch Fernsprecher er- reichbar sein. 8 338. (1) Der Betriebsführer hat dafür zu sorgen, daß jederzeit Zahl und Namen der unter Tage befindlichen Leute festgestellt werden kön- nen. (2) Die Arbeiter haben die zu diesem Zweck angeordneten Ueberwachungsmaßnahmen zu be- folgen. 8 339. Bevor der Schichtsteiger die Schacht- anlage verläßt, muß er sich davon überzeugen, daß sich von seinen Leuten niemand ohne sein Wissen unter Tage befindet. 8 340. (1) Der Vetriebsführer ist verpflichtet, besondere Ereignisse (z. B. Wasserdurchbrüche, Gebirgsschläge, Verschüttungen, große Brüche. Gasausbrüche, Explosionen, Brände unter und über Tage, sowie größere Störungen in der För- derung, Fahrung. Bewetterung und Wasserhal- tung) dem Vergrevierbeamten unverzüglich an- 159 Unkenntnis schützt vor Strafe nickt!