der noch im Großstadtbezirk liegenden Burbacher Hütte füllen, auch nicht an die stattlichen Louisen- thaler Erubenanlagen. Typischer Jndustrieort! — Abgesehen von Neunkirchen, dem Industrie- giganten im Vliestal, trifft diese Bezeichnung kaum einen anderen Saarort besser, als Völk- lingen. Triebfeder und Lebensquell jeglicher Entwicklung waren hier die weltbekannten Röch- ling'schen Eisen- und Stahlwerke. Vor 100 Jah- ren zählte Völklingen 535 Einwohner; zu Beginn dieses Jahrhunderts setzte die sprunghafte Auf- wärtsbewegung ein: 6000 Einwohner waren es um das Jahr 1900 und drei Jahrzehnte weiter leben im Jndustriebezirk von Völklingen über 34 000 Seelen! — Einige Wegstunden westwärts lockt uns ein Gebiet, dessen landschaftliche Reize eigentlich weniger bekannt sind als die Dinge, die es in der politischen Welt zu einer Berühmtheit ge- macht haben: der Warndt! Kampf um die Le- benserhaltung. Kampf um das angestammte Deutschtum, so hieß der Sang in den Warndt- dörfchen. Bei land- und wesensfremden Brot- gebern stand der Warndtbergmann in Diensten; unter der Grenze seines Heimatgebietes wühlen sich die Stollengänge in die deutsche Erde. — Nichts von diesem Kampf aber verrät uns die köstliche Waldlandschaft des Warndt. Hier lieb- liche Talschaften, umrandet von himmelanstw benden Eichen- und Buchenriesen, dort die eiget» artige Romantik der dunklen Nadelbestände dann wieder reizvoller Wechsel samtbraunei Aecker, hellgrüner Weidenflächen und ginstei- gelber Waldhänge und inmitten dieser Fan bensymphonie als verkörpertes Symbol ewige» Friedens die geheimnisvollen Spiegel bei Warndtweiher. Verträumt liegen die Weih«- und verträumt die Walddörfchen; besinnlich weltverloren — als ob nie die Worte tun hastenden Modernismus geprägt worden, niq das nervenzerreißende Getriebe jener giganti. fchen Industrie bestanden, deren Eisenkolosse styl einige Stunden weiter breitwuchtig der Saar bahn vorlagern. — * Geschichtliche Namen tauchen bei der Vah»- fahrt saarabwürts auf: Wad gaffen uni Fraulautern, deren Krummstäbe einm! die unzähligen Ortschaften im weiten Umkrei- beherrschten. Dann S a arlouis, das Mahn- mal im Westen, jene Stadt, die in den Zeile» Volksdeutscher Zerrissenheit auf Befehl des Kö- nigs Ludwigs XIV. auf deutschem Boden enl- standen, während einige Steinwürfe weiter bis Mauern des alten deutsch-lothringischen Städl- chens Wallerfangen in Schutt und Asche sänke»- Dilli ngen, der ehemals bekannte Panzer plattenort, bildet mit Fraulaurern und Becki» gen die letzte Etappe im gewaltigen Kreis bei. Saareisenindustrie. Was sich nun an diese Ort! anschließt, klingt als einziger Akkord landschasi licher Schönheit. Merzig, die ländlich-friedlich« Kreisstadt, Mettlach, dessen herrliche Lage dessen majestätischer Klosterbau, seine weltbe- rühmte keramische Industrie und seine bedeu- tende geschichtliche Vergangenheit den Natur- freund im gleichen Maße immer wieder in ihm Bann ziehen, wie den Kunstkenner, den Histe- riker und den Romantiker. Hier ist es auch wo sich die zahlreichen Anhänger des schäm Kanusportes, der an der Saar tatsächlich zu» Volkssport geworden, nur zu gern ein Stell- dichein geben, um in fröhlicher Schnellensahü in den merkwürdigen Quarzitschluchten und ii» Schatten mächtiger Waldungen einen ideale» Tummelplatz zu finden. Weit in das Land reich! der herrliche Waldkranz von Mettlach und nichts erinnert heute noch an die anno 1920 gezogen! willkürliche „Landesgrenze", die fünfzehn Iahn später vom deutschen Treueschwur des Saai- volkes hinweggefegt wurde. Auf dem Flug! unten schaukeln bunte Boote dem Burgenzaubn von Saarburg und Augusta Treverorum, dei» heiligen Trier entgegen, während vom Höhe» weg am Felshang des Ludowinuswaldes hell! Jungvolkstimmen froh ins Land jauchzen: „Deutsch ist die Saar — deutsch immerdar!"