Besuch in den H)-Zeltlagern an der Saar Gebt der Jugend die Freizeit, die sie braucht, um nach einem langen Arbeite jähr neue Kräfte zu sammeln, um weiter- hin mitzuarbeiten am Ausbau unseres Va- terlandes! Gebt ihr die Freiheit für die Zeltlager der HI, in denen sie inniger mit ihrer Heimat, mit unserer deutschen Natur verbunden werden, in denen sie den wahren nationalsozialistischen Geist in sich aufnehmen werden, um als körperlich und geistig gefestigte Menschen für ihr großes Deutschland kämpfen zu können! In diesen wenigen Sätzen ist das Wesen der von der Hitlerjugend im befreiten Saarlande so erfolgreich durchgeführten Zeltlageraktion klar und deutlich umrissen. Ein Besuch in einem die- ser Zeltlager vermittelte uns einen eindrucks- vollen Einblick. Abseits von dem Getriebe der großen Ver- lehrsstraßen erheben sich die Zelte, schon von weitem grüßen die großen Fahnen der HI. Ein Doppelposten bewacht den Eingang des La- gers — niemand hat Zutritt, der nicht vorher vom Posten telephonisch im Lager angemeldet ist. Lautes Rufen, Lachen unv Singen tönt herüber. Der Lagerführer übernimmt stolz die Führung. Ein Zelt dient der Aufnahme aller elektrischen Geräte: hier steht der Funkapparat, von hier laufen die Kabel zum Lautsprecher, zum Kommandozelt, damit der Lagerführer sich durch Lautsprecher über das werte Feld hin verständlich machen kann. Hier laufen die Lei- tungen der Telephonanlagen zusammen. Die Jungen haben sich nicht bequem in ein fertiges Nest gesetzt! Alle Anlagen wurden von ihnen selbst geschaffen, alles wurde selber hergerich- tet. auch die einfachen Telephonapparate sind Bastelarbeiten aus den winterlichen Heimaben- den der HI. Die Zelte sind mit durchschnittlich 170 bis 180 Mann belegt. Der Lagerführer erzählt, daß entscheidend für die Auswahl der Jungen die soziale Stellung der Eltern ist. In erster Li- nie sind es Jungen, deren Vater erwerbslos ist, Kinder von Veramanns- und Arbeiterfamilien, die sonst ihren Urlaub daheim verbringen müß- ten. die vielleicht noch nie über den Bereich ihres eigenen Dorfes hinausgekommen find. Sie brauchen keinen Pfennig mitzubringen — alles und jedes stellt das Lager. Jungen bessergestell- ter Eltern, die selbst ihre Ferienreise machen können, werden nur aufgenommen, wenn ihre Sehnsucht nach dem Kameradschaftsleben im Zeltlager allzu groß ist und sie ihre Unterbrin- gung durch einen Zuschuß an das Lager aus- gleichen. Alle zehn Tage wechselt die Belegschaft des La- gers. Aber zehn Tage Erholung inmitten der wunderschönen Landschaft, von morgens bis zum Abend in frischer Luft und Sonne, tun schon ihre Wirkung. Ueberall sieht man braunge- brannte, straffe, sehnige Körper, strahlende, frohe, lachende Gesichter. Sie springen und lau- fen, spielen, singen und lachen, toben so, wie sich Jungen austoben müssen, wenn es wirkliche Jungen sein sollen. Und dennoch liegt über allem ein Begriff, der alles in die richtigen Bahnen lenkt: Disziplin und Kameradschaft. Ein fester Plan regelt den Tageslauf: frühmorgens um 6 Uhr Wecken, Frühsport, Baden und Wa- schen, Zelt- und Lagerordnung, Frühstück, Sport- wettkämpfe, belehrende Vorträge, Putz- und Flickstunde, „Heimabend" im Freien, bei dem alle Jungen im Kreise am kleinen Thingplatz des Lagers sitzen. Im Sanitätszelt ist dafür gesorgt, daß im Notfall sofort Hilfe zur Stelle ist — jeden zweiten Tag besucht ein Arzt das Lager, um über die Gesundheit der Jungen zu wachen. Selbstverständlich müssen sich die Jungen abwechselnd auch in die Pflichten des Lagers teilen: müssen Kartoffel schälen, Holz sägen und zerkleinern für die Gulaschkanone, Wache halten. Auch für das leibliche Wohl der Jungen ist aut gesorgt. Im Proviantzelt stehen sackweise Kartoffeln, täglich werden 50 dreipfündige Brote ausgeaeben. Frischfleisch gibt es für jeden Jun- aen 100 Gramm, täglich wird etwa ein Zentner Kartoffeln verbraucht. Frühmorgens gibt es Kaffee, Brot und Marmelade, am Abend Brot. Butter und Wurst, dazu Tee. Alles in allem: diese Aktion, die in erster Linie der Jugend unserer minderbemittelten Bevölkerung zu gute kam. mußte sich segensreich auswirken, da sie von einem neuen, großen Geist getragen war. ^lecte und auch die beste Xdee wird zur Gefahr, wenn sie sich einbildet, Selbstzweck zu sein, in Wirklichkeit jedoch nur ein ]VIittel zu einem solchen darstellt, -pur mich aber und alle wahr- haftige Nationalsozialisten gibt es nur eine Doktrin: Volk und “VaterlandI Hdolf fjitler. Neid auf der einen und Dünkel auf der anderen Seite sind die Criebfedern des Klassenkampfes. Das berechtigte Streben, vorwärtszukommen, darf niemals in ]Veid ausarten, und das Be- wußtsein etwas geleistet zu haben, keinen Dünkel erwecken. Dr.Schacht».d Reichsparteitagi» Nürnberg is35 97 7