Frauenarbeitsdienst! „Wir spüren, Das ist unser Land, Das wir mit unserer Hand Bebauen. Wir spüren, Das ist unsere Kraft, Die große Werke schafft Aus uns. Wir spüren, Das ist unser Geist, Der uns arbeiten heißt Für andere. Wir spüren, Das ist unser Leben, Dem wir Inhalt geben Ewiglich." Wir helfen dem Bauern! Erst war es wildes, unfruchtbares Land, Wiese, die doch als Weide nicht taugte. Dann kam der Bauer und nahm es unter den Pflug. Das war eine harte Arbeit, denn Steine und lange Baumwurzeln warfen das Eisen oft aus der Furche. Wir Mädels sahen die vier Pferde in verhaltener Kraft vor dem Pfluge. Der Pflüger setzte die Pflugschar ein, das Halfter klatschte auf den Pferderücken und tief schnitt der Pflug in die Erde ein und brach Stück um Stück brauner, dampfender Erde und warf sie zu massigen Schollen auf. In uns stieg ein eigenes Gefühl auf, bekam Gestalt, wurde ge- tragen von einem Willen; dies Stück Land muß unser Eigen werden, muß uns dienen und wir ihm. Wir waren erfüllt von dem großen Willen zur Arbeit. — Und weiter ging der Pflüger im Wechsel von Halten, Wenden und Neueinsetzen. Die Pferde schnaubten, der Pflug ächzte, und brach immer neue Erde. Die Sonne stand am Mittag und die letzte Furche war ge- zogen. Das Land war für die weitere Bear- beitung bereit. Wir gingen an die Arbeit. In uns war eine Freude und Tatkraft, es war herrlich, wie unter unseren Spaten und Rechen der Boden Gestalt annahm. Manche Kameradin, die früher die Erde nicht anders kannte als „Dreck", be- kam jetzt einen anderen Begriff, und es war eine rechte Freude zu sehen, wie das Stadt- mädel. unaeacktet des früheren Berufes, Seite an Seite mit dem Bauernmädel im Feld stand und arbeitete, geeint in einer Gemeinschaft Aus Berichten von Arbeitsmch zusanimengestellt von Hilde unter der Fahne der Arbeit, der Ehre. ; schaffend an einem Weg zum Ziel — zur | Wertigkeit. In allen Augen stand ein Leue und in uns war der Wille, das Beste zu gck Doch, ob wir nur gegeben haben? — r glaube, wir werden einmal wisif daß unser Geben ein Nehmen Der Gartenplan war entworfen, das ¡* eingeteilt, die Erde wartete auf die Saat, | uns war es ein schönes Erleben, als die » körner in die Erde gelegt wurden. Freude/ Hoffnung waren bei dieser Arbeit. Wir i. ten die Saat der Erde geben, ohne zu ws wer einmal Ernte halten wird. Doch M das Wissen, Vorarbeit geleistet zu haben.! Erde hat die Saat empfangen und nun: über allem die Hoffnung. Tage des Wan — und dann kam hier und dort das erste (Sr Die jungen Triebe drängten zum Licht: sprengten mit aller Kraft die Erdkruste. $ erlebten Tag für Tag neue Wunder der 9k und es war wie ein gemeinsamer Aufbruchs Licht. — Wieder setzte unsere Arbeit ein,^ Pflanzen mußten vom Unkraut befreit Ml Wir sahen Keime, die stark und gesund standen, andere ließen die Köpfe häm waren schlaff und müde. Bei manchen w unsere Pflege und sie kamen hoch, doch M verdorrten. Alles war im Samen schon sch legt. Ist er gut, dann war auch ein Vorm kommen gesichert, ist er nicht gut, dann ist: die Voraussetzung zu einer guten EntwiL nicht gegeben. — Die Natur war uns reit einmal Beweis und Mahnung zugleich. Und wieder Warten und Hoffen. Die S steht, die Blüte kommt — und wie wird Reife und Ernte sein? Wir können es s wissen, und doch tun wir unsere Pflicht Glied in der ewigen Kette des Volkes. Wei wir Mädels, die jetzt gepflanzt haben, i Haupt noch ernten? Wir werden immer i: fend und gestaltend wirken, und unser Lt als Deutsche wird immer ein Streben sei» Wir, die wir in der Zeit des Umbruchs lt wissen, daß es auf unsere Arbeit,! unser Säen und auf unser V. leben ankommt. Wir Mädel im Frauenarbeitsdienst sO und dienen bewußt, wissen wir doch, daß Schule des Arbeitsdienstes uns reif macht Bereitschaft für größere Aufgaben im Di« unseres Volkes. So sehen wir unsere Arbeit. —" 88