schwur zum Reich so aus innerstem Herzen kom- mend abgelegt, wie in dieser denkwürdigen Stunde. Vielen alten Saarkampfern fällt ein Stein vom Herzen, als sie den Führer über eine Verständigungsmöglichkeit über das Saarproblem sagen hören: „Gerne werden wir uns mit Frankreich ver- ständigen über die wirtschaftlichen Dinge; in politischer Hinsicht jedoch kann es keinerlei Verzicht geben. Das Reich kann nicht auf das Saargebiet verzichten, ebenso wenig wie das Saargebiet auf das Reich ver- zichten kann. Wir sind zusammen ein Volk, das nicht voneinander zu lösen ist. D i e M e n s ch e n können nicht trennen, was Gott zu- sammengefügt hat. Es wird für Deutsch- land keine glücklichere Stunde geben, als wenn das Saargebiet wieder mit Deutschland vereint ist." Run sind alle Befürchtungen, alle Zweifel über die politische Zukunft des Saarlandes verschwun- den. Mit unbeugsamen Willen und heißem Her- zen gelobt das Saarvolk: „Wir sorgen dafür, daß wir wieder vereint werden mit unserem lieben deutschen Vaterland." Das Saarvolk hat Wort gehalten. Die Bildung der Deutschen Front 1. März 1934. Der Einheit in der Auffassung der Saarbevölkerung wird nunmehr auch äußer- lich durch die Bildung der Deutschen Front sicht- bar Ausdruck verliehen. Alle deutschen Parteien einigen sich und schließen sich in der Deutschen Front zusam- m e n. Auch die NSDAP stellt im Saargebiet ihre Tätigkeit ein, löst sich auf und geht mit ihren Leuten an der Saar geschloffen zur Deut- schen Front über, an deren Spitze ein Führerrat steht. Er erläßt folgenden Aufruf: „Deutsche Männer und Frauen! Mit dem heutigen Tag geht der Wunsch in Erfüllung, dessen Verwirklichung wir Saarländer ausnahmslos ersehnten. Es ist Schluß mit allem Parteihader. Wir haben die große Pflicht und Ehre, der Welt zu sagen, was in der Stunde des Gebotes es heißt: Deutscher zu sein. Am heutigen Tage schließen wir das herrliche Bruderbündnis. Der Katholik geht in die katholische Kirche, der Protestant in die seine — aber beide sprechen das gleiche Gebet: Unser Deutschland. Der Ar- beiter, der Bauer, der Unternehmer, der Beamte, jeder tut an seiner Stelle seine Pflicht, alle aber tragen sie das gemeinsame in ihrem Herzen: Unser Deutschland. Der Sozialdemokrat, der Kommunist, der Zentrumsmann, der National- sozialist, der christliche Gewerkschaftler, der freie Gewerkschaftler, jeder mag politisch anders ge- 48 dacht haben; nun aber treffen sie sich alle! dem einen Gedanken: Unser Deutschland. $ diesem geschichtlichen Augenblick an sind wir e> eingeschworene Genoffenschaft, in der einer den anderen einsteht und keiner gegen den i deren aufsteht. Mit diesem Wollen gehen wir nun an Arbeit! Der Sieg wird unser sein! Es lebe die Deutsche Front!" Die Bildung der Deutschen Front ruft im gj zen Saargebiet große Begeisterung hervor. I Ortschaften zeigen reichen Flaggenschmuck. ! Presse begrüßt den Zusammenschluß als große Tat, die alle politischen, weltanschaulid und wirtschaftlichen Gegensätze überbrücke, festgeschlossener Front geht es jetzt einheitlich den großen Endkampf zur Befreiung des S« landes von der Fremdherrschaft, unaufhalt, dem großen deutschen Sieg entgegen. Der 13. Januar 1935 Die Abstimmung Endlich ist er da, der Tag. den die S« deutschen seit 15 Jahren herbeigesehnt haben, Tag der Abstimmung, die als Ergebnis für die Wiedervereinigung mit dem heißgeliebi Vaterlande bringen wird. Aus allen Eai unseres Vaterlandes, aus dem Auslande, a von Uebersee, sind die Abstimmungsberechtig herbeigeeilt, um ihre Pflicht gegenüber Heil und Vaterland zu erfüllen. Rund 60 000 | es, die meistens mit Sonderzügen ankomm Allenthalben werden sie mit frohem Jubel grüßt. Wenn es auch verboten ist, Straßen i Häuser zu schmücken, irgendwie öffentlich festliches Gewand zu zeigen, so ist er, der Januar 1935 doch ein großer deutsch Feier- und Ehrentag. Früher als so sind die Menschen auf den Beinen. Hier und macht sich eine gewisse Hast bemerkbar, f jeder will so früh wie möglich abstimmen, l wenn man abgestimmt hat, ist man beruh Die Abstimmung selber geht mit feierlich Ernst vor sich. Stundenlang müssen die Abstimmungsder tigten vielfach im Gedränge und im Schnee' den Abstimmungslokalen stehen. An den W» tischen sitzen ausländische Männer, strengstens darauf achten, daß keinerlei Ae« rungen fallen, die zu erkennen geben odera nur darauf schließen laffen, wie der Betrefft abstimmen will. Schon sind harmloser Ae« rungen dieser Art wegen, abstimmungsberechti alte und kranke Personen — die an den Taj vorher zur Stimmabgabe aufgerufen wurde« zurückgewiesen worden. So ruhig und still wohl noch in keinem Lande eine Abstinnift