Steinkohlenlied Von Heinrich Seidel Es rauschten Wälder gewaltig in vorweltlicher Zeit, vielfältig und riesengestallig, aufragend weit und breit. Sie mußten versinken, versanden, begraben in stürmender Nut! Sie haben in steinernen Banden viel tausend Jahre geruht. Sie ruhten, zu Grabe getragen, ein Niesenherbarium, und Schiefer und Sandstein lagen zum Schuhe ringsherum. Eine Sammlung wunderprächtig, von allergewaltigster Art, ein Wälderpompeji mächtig, ward es der Nachwelt bewahrt. Was längst versunkene Sonnen gezeitigt und genährt, des Lichtes versteinerter Bronnen, ruht drunten unversehrt. Es legte die Welt beizeiten den Sonnenschah bei Seit', die Kosten zu bestreiten von einer ärmeren Zeit. Nun wird aufs neu' geboren der Dorwelt Sonnenschein, kein Funke soll verloren, kein Strahl vergebens sein! Den Sonnenschah zu heben ward unsrer Zeit bestellt, er brauset als Licht und Leben wieder hinaus in die Welt!