179 Beantwortung und Gewinner unserer Preisfragen iru Wahrlich, mit großer Spannung hat der Kalender- mann das Ergeönis seiner letzten Preisfragen er- wartet: hatte er doch diesmal, anstelle der bis dahin üblichen Rätsel und Denksportaufgaben allgemeinen Inhalts etwas ganz Anderes, Neues geboten: be- zogen sich doch sämtliche Preisfragen ausschließlich auf den Bergmannsberuf und wandten sich an den beruflich geschulten Sinn unserer mackeren Saarknappen. Mit Genugtuung hat der Kalendermann da fest- stellen können, daß er sich in seinen Erwartungen nicht getäuscht hat, und daß in der Tat der Gedanke der „Erubensicherheit" bei unserer Leser- schaft so recht den Anklang gefunden hat, den er ob seiner außerordentlichen Wichtigkeit und Bedeutung verdient. Denn die große Zahl der Einsendungen — in den 4 Gruppen zusammen rund 2300 — be- weist ihm zu seiner Freude, daß er auch diesmal wieder auf dem richtigen Wege war. Galt es ihm doch, diesmal etwas zu bringen, wovon nicht nur jeder, der sich an der Ausschreibung beteiligte (selbst wenn bei der Auslosung der Preise seine Losnummer sich als Niete erwies), sondern sogar auch der bloße Leser des Kalenders mehr haben sollte als bloß einen materiellen Gewinn, nämlich einen ideellen, und nicht nur für sich, sondern auch zu Nutz und Frommen seiner Familie, nämlich: einen Wegweiser zur Unfallverhütung im Bergbau. Wie groß das Interesse war, dem dieser Leit- gedanke des Kalendermanns bei seiner treuen Leser- schaft begegnete, beweist am besten die Beantwortung des Buchstabenrätsels zu Frage 1, bei welcher über 90%, aller Einsendungen richtig waren. Die anderen Gruppen waren B i l d r ä t s e l; hier sollte der geübte Blick des Knappen erkennen, was die dargestellten Bergleute falsch gemacht, und wo- durch sie ihr Leben gefährdeten. Auch hier war die Beteiligung, wie gesagt, stark, doch da es hier nicht, wie bei Frage 1 auf bloßen Fleiß und Nachdenken ankam, um die richtige Lösung zu finden, sondern vor allem auch auf berufliche Erfahrung, waren hier natürlich die Zahlen der in jeder Beziehung der er- warteten Antwort entsprechenden Lösungen geringer. Nehmen wir nun die Bilder einzeln vor: Gruppe ll: Daß auf Bild l der S t e m p e l 3 auf einem Klötzchen steht, haben fast alle bemerkt: da- gegen ist es vielen entgangen, daß der S t e m p e l 1 keinen Geißfuß hat. Dieser Geißfuß ist aber unbedingt notwendig: denn schon mancher Berg- mann, der einem hereinbrechenden Kohlenabdruck noch hätte glücklich ausweichen können, wurde dann von dem herausgeschlagenen Stempel getroffen und doch noch verletzt. — Desgleichen haben viele über- sehen, daß die S t a n g e II unmittelbar an Stange l anschließen muß: ist das, wie hier auf dem Bild, nicht der Fall, so hat an solchen Stellen das Hangende keine Unterstützung und kann, ohne zu warnen, überraschend schnell hereinbrechen. Zur Gruppe III waren die Bilder II und HI zu- sammengefaßt. Hier liegen bei 568 Einsendungen Malender 1934. (da eben beide Bilder richtig erfaßt werden mußten, ferner die vorgekommenen Unfallzahlen ge- nannt werden sollten), nur 245 vollständig richtige Einsendungen vor. Bei Bild H durfte nicht vergessen werden, daß Vor- stecker nur dann ganz vorgezogen werden dürfen, wenn sie mit einem N o t st e m p e l unterstützt werden. Hingegen dürfen Vorstecker ohne Not- stempel nur mit %, besser nur m i t der Hälfte ihrer Länge vorgezogen werden. Zu Bild III: Daß „Abputzen des Stoßes" der Kampfruf des Bergmanns werden muß, haben die meisten Einsender richtig getroffen. Bei der Gruppe IV (Bildrätsel IV und V) hat erst recht mancher nicht die Lösung gefunden. Was Bild IV angeht, so weiß doch jeder Bergmann, daß auf den Gruben unseres Saargebiets im Streckenvortrieb lange eiserne Vor st eck er eingeführt sind. Deren vorderes Ende mutz möglichst den Stoß be- rühren und mit einer aufgelegten Streckenbank das Hangende wirksam abfangen. Dabei muß jede Vor- steckschiene in mindestens zwei Hängeeisen liegen und gut verkeilt sein, sonst hat sie keinen Wert. Gegen das Umschieben der Paarhölzer helfen nur Spreizen, die zwischen den Stempeln eingebracht werden müssen. — Die meisten Schwierigkeiten hat das Bild V ge- macht: sehr viele Antworten lauteten einfach: „Der Schlepper betritt eine abgesperrte Strecke . Das ist wohl wahr, aber nicht das Wichtigste. Denn zum Betreten der Strecke kann er schließlich aus betrieb- lichen Gründen Auftrag haben. Wer also so ant- wortet. hat sich die Sache etwas arg leicht gemacht. Man betrachte doch das Bild genau! Es zeigt in der Mitte auffällig eine elektrische Lampe, die keine Wetter anzeigt. Das aber ist es gerade, worauf es ankommt. Denn die Gefahr liegt für den Schlepper gerade und vor allem in der Möglichkeit des Erstickens in unatembaren Gasen, ein Fall, der ja leider schon vorgekommen ist. Deshalb hätte er — vorausgesetzt, daß er Befehl hatte die Strecke zu betreten (8 87 Absatz 3 der Bergpolizeiver- ordnung vom 31. Dezember 1931, die im Auszug im Besitz jedes Bergmannes sein muß) — außer seiner gewöhnlichen elektrischen Grubenlampe noch eine Flammsicherheitslampe mitnehmen müssen, die in unatembaren Wettern erlischt und ihn so warnt, und deswegen mußte die Antwort hier lauten: „Geht ohne Flammsicherheitslampe in eine abgesperrte Strecke". — Wie er das nun schon gewohnt ist, erhielt der Kalendermann auch wiederum eine ganze Anzahl in Versen abgefaßte Lösungen, zum Teil auch in Mund- art. Er hat sich recht darüber gefreut: leider kann er sie, schon aus Raummangel, nicht alle abdrucken. Er beschränkt sich daher auf den. Abdruck der humorvollen Einsendung des Herrn Alois H e n b