94 ic Entdeckung des Radiums ist ganz eng mit derjenigen der Radioaktivität verknüpft, welche wiederum in engem Zusammenhang mit der Ent- deckung der Röntgenstrahlen steht. Eine Glaswand, die von Kathodenstrahlen ge- troffen wird, beginnt zu leuchten; man sagt, sie kommt in den Zustand der „Fluoreszenz" d. h. sie sendet ihrerseits neue Strahlen aus, welche unter anderem die photographische Platte beeinflussen, sogar wenn sie ihnen nicht direkt ausgesetzt ist, z. B. wenn die Platte in schwarzem Papier, oder Karton lichtdicht verschlossen ist. Diese Strahlen sind die Röntgenstrahlen. Als Röntgen sie entdeckte, stellten verschiedene Forscher fest, daß manche Substanzen, insbesondere die Lösungen von Uraniumsalzen, die an sich fluoreszent sind, auch ähnliche Strahlungen aus- senden. Der Franzose H. Be quere l befaßte sich am Ende des letzten Jahrhunderts mit der Untersuchung dieser von den Uraniumsalzen abgegebenen Strahlen. Er fand dabei die Haupteigenschaften dieser Strahlen. Madame Curie, die sich auf ähnlichem Gebiet betätigte, stellte alsdann fest, daß in manchen Uranium-Mineralien die Strahlung bis zu viermal stärker war, als in den reinen Uranien-Salzen. So kam sie auf den Gedanken, daß die Mineralien andere Elemente enthalten könnten, die noch aktiver wären als Uranium. Das führte auf den Weg zur