89 ,Dttßptgh&tn intzheim ftiail 'SbrU-ihittm Roiheii Me!séMrtztiem/^fyr Tjöarvtl 'ZLîà s -M- [I SV&fcrsè „Welch ein herrlicher Garten", rief einst König Ludwig XIV. bewundernd aus, als er von der Höhe der berühmten „Zaberner Steige" vor sich das Elsaß im farbenfrohen Schmuck seiner Gärten, Weinberge und Wälder daliegen sah. Aber längst liegt Zabern hinter uns. Straßburg. die wunderschöne Stadt, gleitet an unseren Augen traumhaft vorbei und vor uns dehnt sich, ein breites, weißes Band, die Straße nach Schlettstadt. Zwischen Rhein und Vogesen erstreckt sich hier, leuchtend und sattgrün, eine der fruchtbarsten Ebenen der Erde. Dunkelgrüne Tabaksstauden wechseln ab mit gold- schimmernden Ährenfeldern und dazwischen spinnen Hopfenstangen ihre rankenden Netze. Kirschen- und Apfelbäume umsäumen die Straße und fast in jedem Feld steht schirmend ein ragender Nußbaum. Hier bietet sich das sonnige Elsaß unseren Augen in seiner prächtigsten Schönheit dar. Unendlich vielseitig ist es, das sagenumwobene Elsaßland. Aus tausend Kontrasten entstand hier ein märchenhaft schöner Erdenfleck. Weiß schimmernde, zwischen duf- tigen Hecken und hellgrünen Wiesen gebettete Dörfer gleiten an uns vorüber. Da träumt Bischofsheim in einem Wald von Kirschbäumen. Von hier kommt der gute Elsäßer „Kirsch", den man solange als „Schwarzwälder Kirsch" überall pries. Aber schon grüßen ganz -aus der Nähe die Vogesen. Sonnentrunkene, grüne Weinberge umspannen die brei- ten, niederen, dem Gebirge vor- gelagerten Hügel und zeichnen sich scharf von den tannendunk- len, mit stolzen Burgen gekrön- ten Höhen ab. Oberehnheim schmiegt sich lässig im Tale an seinen reben- bestandenen „Nationalberg". An- heimelnde alte Patrizier-Häuser erinnern an das jahrhundert- alte Bestehen. Auf dem „Platz" die festgefügte, trotzige Frucht- halle mit dem Storchennest, der fast tausendjährige Kappelturm, dessen hauchdünne Spitze spie- lerisch zum Himmel strebt, und das harmonisch sich einfügende, alte Rathaus, legen beredtes Zeugnis ab von Oberehnheims ruhmreicher Vergangenheit. Heute ein kleines romantisches Landstädtchen, soll Oberehnheim in altersgrauer Vorzeit die Resi- denzstadt des finsteren Herzogs Attich, Vater der heiligen Odilie, gewesen sein. Nach der Legende hätte also die Wiege dieser Schutzheiligen des Elsasses in Oberehnheim gestanden. Mit besonderem Stolz erzählen die Oberehnheimer von dem wunderbaren Fest der Kardinäle und Bischöfe Frankreichs, das vor einigen Jahren in Oberehnheim mit großem Prunk gefeiert wurde. Gelegentlich dieses Festes wurde das Herz des hochwürd. Bischofs Freppel, eines Oberehnheimer Kindes, in der dortigen Pfarrkirche feierlich bei- gesetzt. Aber nicht weniger Stolz sind auch die Oüerehn- heimer auf ihren Wein. Die mächtigen Straß- burger Bischöfe pflanzten auf den benachbarten Ottrotter Höhen einen Rotwein, der das Herz aller Weinkenner damals schon erfreute. Und in den Felsenkellern ihres Schlosses Hohbarr lagerten jahr- aus, jahrein einige Fässer dieses kostbaren Tröpf- chens, das in den damaligen Zeiten schon die gute« Laune erhöhte. fr ■ * Reiseweg Landstraßen Eisenbahn Reise-Karle. (C’<3llu[tratiou, Paris.)