69 Alles römisches Theater (Orange). I Die Aeimat des Saarbrücker Kerrfcherhaufes ß tz (Commercy und Orange.) « enn von der Heimat irgend einer Person die Rede ist, dann denkt man unwill- kürlich an deren Herkunft, an den Ort, aus dem sie kommt. Zn der Regel hören die Kenntnisse über Heimat und Herkunft der meisten Bürgers- leute dann auf, wenn die Kirchenbücher ver- sagen. Denn während des 30 jährigen Krieges wurden die meisten amtlichen Belege, Kirchen- und Staatsakte vernichtet. Erft viel später versuchte man in zuverlässigen, genauen Ein- tragungen, Ordnung in die Niederschrift von Einwohnerzahl auf den Ortsbürgermeistereien, und in die Tauf-, Heirats- und Sterbeurkunden der Kirchenbehörden zu bringen. Doch auch in diesem Zeitpunkte wurden grobe Fehler mit- übernommen, und erst durch die Einführung der Standesämter bei den Ortsbehörden konnte eine einwandfreie Möglichkeit geschaffen wer- den, über jeden Bürgers Herkunft genaue Kenntnis zu erlangen. Wenn aber über bekannte Fürstengeschlechter berichtet werden soll, dann ist dies sehr häufig viel leichter. In der Regel haben Gelehrte von Ruf in jahrelanger Arbeit sich abgemüht, Ur- sprung, Entwicklung und Geschichte solcher Fa- milien einwandfrei zu erforschen. Wenn also in diesen Ausführungen versucht wird, über die Heimat des Saarbrücker Herr- scherhauses zu berichten, dann geschieht dies zu- nächst einmal auf Grund der Saarbrücker Ge- schichte, und auf Grund vorhandener Unter- lagen über das Grafenhaus Eommercy, über das Haus Orange (Oranten) und über das Fürstenhaus Nassau und Nassau-Oranien. Als zu Anfang des 5. Jahrhunderts die Römerherrschaft im heutigen Gebiet von Saar- brücken ein Ende genommen hatte, wechselten Jahrhunderte lang seine Besitzer. Goten, Fran- ken, Vandalen, Alanen und Sueben stritten um den Besitz dieser fruchtbaren Landstriche, bis die Franken endgültig die Herrschaft über das Land antreten konnten. Unter seinem Königsgeschlecht wurden für die Gaue Grafen bestellt, die im Namen des Königs die Rechtspflege, die Polizei