52 Der Bahnhof in Mailand. j Km Wagen Saarkohte fährt nach Mailand, s ar manches Mal wird sich der Leser des Bergmanns-Kalenders darüber Gedanken gemacht haben, wohin eigentlich die vielen Kohlen unserer Heimat, die täglich gefördert werden, wandern. Der größte Teil wohl dient den Fabriken und Hochöfen Frankreichs, ein großer Teil bleibt aber im Lande, und im Übrigen verbraucht man Saarkohle in Deutschland, in Belgien, in Österreich, in der Schweiz und in Italien. Ohne die modernen Verkehrsmittel, Eisen- bahn, gut ausgebaute Wasserstraßen, Fernver- kehrslaströagen, wäre der Verkauf in großen Mengen nach so weit entlegenen Ländern wie Österreich, Schweiz oder Italien nicht möglich, denn die Kohle hätte eine viel zu lange Reise zu machen, und die Reisekosten wären, wenn man noch wie in alter Zeit den Fuhrverkehr mit Pferden hätte, viel zu hoch. Mit den heu- tigen Verkehrsmitteln aber, mit der modernen Technik, ist die Beförderung nach sehr weit ent- fernten Ländern rasch, gut und billig durchzu- führen. Diese Möglichkeit schafft Absatz und damit Brot für tausende braver, fleißiger Knappen. Am billigsten ist der Transport auf natür- lichen oder künstlichen Wasserstraßen. Wo die aber fehlen, wird die in Europa glänzend aus- gebaute Eisenbahn in Anspruch genommen. Der Versand nach Frankreich und der Schweiz er- folgt zum Teil auf dem Wasserwege. Aber nach Österreich und Deutschland muß das Dampfroß die schwerbeladenen Kohlenkähne ersetzen. Auch nach der Mittel- und Südschweiz und nach Italien wird unser schwarzer Edelstein mit der Eisenbahn befördert, weil geeignete, durch- gehende Wasserwege in diese Teile unseres Kontinents fehlen.