21 Aröeitszeit und WentaviMät. Krrr Mergteich zwischen Kcrcrr:- und Wrrh^bevgkcru. 55 =illliMM||3mi||[iMsiiniiiiiit||iiiii]|iiiiir||iimit|iitiii||imil]|lMi|{|iiiii|||Mii||||iiiii||iiiiim|}Hi||||iiii|||iiiii|||iimiiiiiiiii||imiit|iiiiiit|iMiiit|imti||iiiif!||iiiiii||tiiiii|frH Weit krasser noch sind die Unterschiede Bekanntlich hat die französische Verwaltung der Saargruben im Einvernehmen mit den Ar- beiterorganisationen die früher im Saarberg- bau geltende Arbeitszeit wesentlich herabgesetzt. Die neuen Bestimmungen traten am 3. Sep- tember 1921 in Kraft und sind seitdem nicht mehr geändert worden. Darnach beträgt für Arbeiter unter Tage die Arbeitszeit 7% Stunden, und zwar vom Beginn der Einfahrt bis zum Be- ginn der Ausfahrt gerechnet. Will man die wirkliche Arbeitszeit unter Tage feststellen, so mutz man von vorgenannter Zahl zunächst die für die Einfahrt selbst und für den Weg unter Tage zur und von der eigentlichen Arbeitsstelle verbrauchte Zeit und desgleichen die Pausen in Abzug bringen. Es ergibt sich dann für die Saarbergleute unter Tage eine durchschnittliche tatsächliche Ar- beitszeit von 6 Stunden 25 Minuten. Im R u h r g e b i e t ist im Gegensatz zum Saargebiet die Arbeitszeit bekanntlich für Ar- beiter unter Tage seit langem auf acht Stun- den festgesetzt bei im übrigen gleicher Berech- nung. Mit anderen Worten: der Ruhrberg- mann mutz eine volle halbe Stunde länger arbeiten, wie sein Kollege an der Saar. Es ist leicht zu berechnen, was das bedeutet. Wäre die Arbeitsregelung im Saarbergbau die gleiche wie an der Ruhr, müßte der Saarbergmann also entsprechend mehr arbeiten, so würde dies Mehr nicht weniger wie 7,8, also fast 8 % aus- machen. Es leuchtet ohne Weiteres ein, daß ein solcher Unterschied in der Schichtdauer auf die Zahl der Beschäftigten (Arbeiter sowohl wie Aufsichtspersonal) großen Einfluß haben mutz. In der Tat kann man berechnen, daß unter Voraussetzung von gleichbleibender Produktion und Stundenleistung man im Saargebiet die Arbeiterzahl unter Tage wesentlich hätte ein- schränken können, wenn man auch hier die gleiche Arbeitszeit wie an der Ruhr hätte, nämlich auch wieder um 7,8%. bei den Arbeitern über Tage. Im Saargebiet besteht über Tage die A ch t st u n d e n s ch i ch t (wobei jedoch be- kanntlich die bei der Förderung beschäf- tigten Arbeiter nur die gleiche Ar- beitszeit haben, wie ihre Kollegen unter Tag, also auch nur 7 % Stunden). Die wirkliche Arbeitszeit (also nach Abzug der Pausen) ist demgemäß 7 % Stunden. Im Ruhrgebiet ist die Arbeitszeit über Tage ebenfalls höher. Nach den amt- lichen Statistiken, die das Reichsarbeits- ministerium in der „Zeitschrift für Berg-, Hütten- und Salinenwesen" veröffentlicht hat, betrug die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit im Ruhrbergbau für die Übertage - Arbeiter (mit Ausnahme natürlich von Frauen und Kindern) bis 1926 9 i/2 Stunde n. Seitdem ist sie zwar herabgesetzt. worden (1927 auf 9, und seitdem auf 8 % Stunden), ist aber immer noch wesentlich höher wie hierzulande. W ä r e die Verwaltung der Saargruben dem Beispiel des Ruhrbergbaues gefolgt, so hätte sie die Arbeitszeit also wesentlich erhöhen müssen. Dadurch hätte sie andererseits wieder eine erhebliche Eins.chränkungsmög- l i ch k e i t bei der Zahl der Beschäftigten ge- habt: nämlich bis 1926 nicht weniger als 18,4 %, im Jahre 1927: 13,9% und seitdem und bis heute immer noch 11,4%. Daß die jetzige Verwaltung der Saargruben dem Beispiel des Ruhrbergbaues nicht gefolgt ist, obwohl sie dadurch die Rentabilität ihres Betriebes hätte wesentlich erhöhen können, bedeutet mithin, daß eine große Zahl unserer Saarknappen weiterhin Arbeit und Brot behielten, während sie, wäre man dem Bei- spiel der Ruhr gefolgt, das Heer der Arbeits- losen vergrößert hätten, ein Umstand, den man bei einer Beurteilung des Saarbergbaues nicht hoch genug einschätzen kann.