179 Beantwortung und Gewinner unserer PreisfragenimKalender1932. Die Beteiligung an den Preisfragen war diesmal wieder gewachsen und betrug rd. das Doppelte des Vorjahrs. Aller- dings war sie noch nicht so stark wie in früheren Jahren, wo sie zwischen 2 und 3 Tausend sich bewegt hat. Der Rätselonkel glaubt sich das daraus erklären zu können, daß in den früheren Jahren, nicht wie im Kalender 1931 und 1932, reine Rätsel im eigentlichen Sinne des Wortes, fondern„Denksportaufgaben" (wie die Frage der „klugen Milchfrau" und „die Erlösung der Prin- zessin", das magische Quadrat und das Zusammensetzen eines Bildes) zu lösen waren, und daß diese unseren Lesern eben mehr Spaß machen. Run, er wird sich darnach richten. Also, diesmal sind insgesamt 1032 Lösungen eingegangen. Eine davon mußte als „verspätet" ausscheiden, so daß noch 1031 Konkurrenten blieben, überraschend groß war jedoch da- runter die Zahl der falschen oder unkorrekten Einsendungen selbst dann, wenn man diejenigen Löser, die die römischen Zahlen bei der dritten Aufgabe mitgezählt, noch als preisberechtigt mit passieren lassen wollte. Sie betrug dennoch immer noch nicht weniger als 697. Was gerade diese römischen Zahlen anging, so hat mancher geglaubt, er könne hier seine Zweifel durch eine Anfrage beim Rätselonkel lösen. Wenn der Rätselonkel ihm aber darauf klipp und klar hätte antworten sollen, dann würde er die anderen Bewerbern, die nicht ihn fragten, sondern ihrem eigenen Nachdenken vertrauten, in gewisser Hinsicht benachteiligt haben. Somit hat der Rätselonkel hier diplomatisch geantwortet: „Auch römische Zahlen sind Zahlen, sofern sie eben Zahlen sind." — Hier aber lag der Hase im Pfeffer! Denn wenn es bei der Anzeige hieß: „mit laAluminium-Stahl- stimmen" oder dergleichen, so ist (im Gegensatz etwa zum Gebrauch von „Saarbrücken I", hier die I nicht als Zahl 1 gebraucht, sondern in der Zu- sammensetzung I a, was eine im kaufmännischen Leben übliche Abkürzung ist für das Wort: „prima" oder auf deutsch „erstklassig". Immerhin aber: beim Abfassen des Rätsels hatte man an die Anzeige der Firma Herfeld & Comp, noch nicht gedacht (diese ging vielmehr erst ein, als der Druck der die Preisfragen enthaltenden Textseiten schon erfolgt war), sonst hätte man vielleicht eine andere Formulierung gewählt oder auch eine andere Frage gestellt, zumal jetzt von vornherein ersichtlich war, daß nur diese Seite in Frage kommen konnte und keine anderen Anzeigen mehr. — Da also Mißverständnisse nicht ausgeschlossen waren, wie die eingehenden Anfragen ja bewiesen, so waren Rätselonkel wie Vertrauensmann der An- sicht, daß man diese Antworten auch in etwa noch mitberücksichtigen müßte, und man beschloß, sie bei der zweiten Hälfte der Preise, also von Nummer 9 der Gewinne an, mit konkurrieren zu lassen. Zn Zukunst wird jedoch der Rätselonkel sich be- mühen, die Fragen so klar wie möglich zu stellen, und er wird daher alle die Preisfragen betreffenden Anfragen vor der Preisverteilung nicht mehr be- antworten. Daß aber manchem Leser der Kopf gebrummt Wahrhaftiges und getreues Portrait des Rätselonkels, gezeichnet von Herrn Weiß. und daß er gestöhnt und geknurrt hat, glaub' ich wohl. Diesen allen hat folgender Einsender sicher aus dem Herzen geschrieben: „Ich glab, liewer Onkel, nichs anneres, als Du schaffschd Da die Rätselrater vom Hals. Die Denger, die werre met jedem Johr schwerer Die lest, glaw' ich net, de gescheideschde Lehrer. Das erschde, das geht noch, das hat ma glei ejaus, Beim zweite, do moß ma schon geläst Han de „Faust". Das drette, Du Schelm Du, do hasch De gelacht; Das hasch De ganz sicher absichtlich gemacht. Ich Han do gerechend, ich glab schon 5 Stonn, Do Han ich zum Schluß noch e Anoncseit gefonn, Die strotzt jo voll Zahle, do werd ma verreckt. Ich Han se sesamme, äs es ma geglickt. Un wenn glei mei Fra met em Nachtesse kommt, Dann scheck ich se fort, well de Kopp ma so brummt. Ich kann ganz bestimmt ach net schloss heit Nacht, Das haschd met Deim Rätsel Du fertig gebracht. Doch emol will ich ach in der Gewenner lischt sen In de Bergmannskalenner well ich ach mol errenn. (Einsender: Jos. Vastuck, Telefonist, Maybach.) Leider hatte unser guter Freund auch diesmal Pech. Hoffentlich fluppt es nächstens. Und nun zur Beantwortung der Fragen. Hier wollen wir unserem Freunde, Herrn Johann Scherer 4, Bergmann in Sulzbach, das Wort geben, der also schrieb: Antwort zu Frage 1: E klener Vochel es die Meise, Elisabeth dut manch Mädche heiße, Un e Theolog es e Student, Echternach als Wallfahrtsort ma kennt, E alte Stilart Rokoko ist, De Bergmann met'm Meterftock mißt!