78 bar, un die Maargweiwer Hann em die Hell heiß- gemacht un em sei ganz Sinderegischder vorgehall. Wie e Laaffeier is es in ganz Saabrigge erum- gang: „Dr Bäggermeischder vun dr alt Brigg steht am Branger!" Un jeder wollt ne aach in seiner Schann siehn un ne noch zum Beschde halle. Daß er nit näwes Heisje kumm is, war alles. Wie die Henkerschleit ne awer am Omend losgebunn han, is er denne unner de Hänn zesammegebroch. Sie han ne hämgeschaffd, un dann hat er's hitzig Fiewer kriehd. Un in seine Phantasie hat er immer nure mit de amme Leit se duhn gehadd bis uff die ledscht Minudd. Än odder zwei Johr denoh is dann die Mauer er Saarbrücker Bergmannskalender tritt mit dieser Ausgabe, wie aus dem Titel- blatt ersichtlich, in den 6 0. Jahrgang. Wenn er so seinen Geburtstag feiert, so hat er wohl ein wahres Recht darauf. Denn er hat nicht nur durch die Zahl seiner Jahre bewährt, daß er einem allgemeinen Bedürfnis entspricht und daß er in- an dr Saar gebaut war, un dicht bei dr alt Brigg is dorte ä Dohle durch die Mauer nah dr Saar hin geleht gewe. Do hat dann der Stänmetz, wo die Stän behau hat, aach noch sei Wut an dem doode Bagger aus- gelaßt. Er hat e Stän gehau, das leibhaftig Ge- sicht vun dem doode Bägger, das Maul weit uff, un hat denne Stän so dehingemauert, daß all das dreckig Wasier durch sei Maul laafe muß. Un noch heitsedaach muß dr Bägger so for sei Duhn un Treiwe bieße, un wär das nit glaabt, kann sich an der Saar jed Minudd selwerschd iwwerzeiche, oder awwer e kanns steh laste. Aus dem „Heimgarien" (Verlag Hausen, Laarlomr). folgedesten auch schicksalsschwere Jahre überstehen konnte, sondern der Kalendermann kann beim Rückblick auch mit Befriedigung feststellen, wie sein Werk sich von Jahr zu Jahr weiter entwickelt hat. Und die Rundsragen der beiden vorletzten Jahre haben ihm auch den Beweis erbracht, daß er den Geschmack und das Bildungsbedürfnis seiner vielen Leser getroffen hat und sich auf rechtem Wege befindet. Das soll aber nun keineswegs bedeuten, daß der Kalendermann nunmehr auf seinen Lor- beeren sich ausruhen wollte. O nein! Im Gegenteil! Er legt hiermit das feierliche Ge- löbnis ab, auf seinem Wege weiter fortzu- schreiten und immer wieder seine ganze Kraft dafür einzusetzen, daß der Kalender nicht bloß auf der erreichten Höhe stehen bleibe, sondern ständig weiter sich verbessere zum Wohle und Nutzen unserer Bergknappen und zur Freude seiner Leser. Zweifellos wird es nun viele von ihnen interessieren, zu wissen, wie denn eigentlich der Bergmannskalender früher ausgesehen hat und was er bot. Nun die Anfänge waren überaus bescheiden. Die ersten Kalender hatten das Format eines kleinen Notizbuchs und einen Umfang von 120 bis 144 Seiten. Davon ent- fielen die ersten 30 auf Titelblatt, Inhaltsver- zeichnis und Kalendarium, mindestens ein Dutzend der kleinen Seiten werden von Witz- bildern eingenommen und noch ein paar mehr vom Jahrmarktsverzeichnis. Somit bleibt für den eigentlichen Text nicht viel übrig. Ein paar bergmännische Lieder und eine größere Er- zählung, „geschmückt" mit ganzseitigen, uns Heu- tigen reichlich kunstlos und primitiv vorkom- menden Bildern, das ist alles. Wir reprodu- zieren hier in Originalgröße das Titelblatt des ersten Kalenders (es blieb so unverändert bis 1897) und desgleichen eine Illustration einer Erzählung. Wir wollen aber dabei beileibe doch nicht unsere Vorgänger belächeln, wenn sie in dieser naiven Weise dem Kalender ein berg- männisches Kolorit geben wollten. Ge- wiß, so sah auch in den 70er Jahren kein Berg- mann und kein Steiger aus — und die „Uni- So (ah er ans: der erste Laarbrücker Bergmannskalender. X Hlnseu Jubiläum. X