75 der Bahnstrecke Ludwigshafen—Neunkirchen—Saar- brücken—Stieringen, und nachher ein Glied in der Verbindung von der Pfalz nach Metz und Paris. Diese Brücke wurde in Bruchsteinmauerwerk er- richtet. Sie zählt 8 Vogen, die zwar hoch genug,- aber verhältnismäßig schmal sind. Zwei ihrer Pfeiler stehen im Flußbett. Späterhin wurde die Brücke an der flußabwärts gelegenen Seite erweitert, und darnach auf beiden Seiten noch mit einem Fuß- gängersteg versehen. Die erste weitere Verkehrsbrücke zwischen den beiden Städten wurde erst 1868 erbaut. Sie sollte dazu dienen, den Saarbrückern einen näheren Zugang zu dem zwar mit dem Namen ihrer Stadt geschmückten, infolge der Kurzsichtigkeit der Saarbrücker Stadtväter aber im Bann von St. Johann errichteten neuen Bahnhof zu gewähren. Nebenbei bot sich so auch Gelegenheit, ein bis dahin noch gewissermaßen jungfräuliches Gelände *) nun- mehr durch eine neue Hauptverkehrsstraße zu er- schließen, wie sich in der Folge zeigen sollte, woran allerdings damals sicher die wenigsten Saarbrücker gedacht haben mögen, da ihnen der bisherige Um- fang ihrer Stadt wohl genügte. — Die St. Johanner andererseits verspürten im innersten Herzen wenig Lust, den Saarbrückern den Weg zu „ihrem" Bahn- hof zu erleichtern, zumal dann dieser neue Weg sie nicht mehr durch das Weichbild St. Johanns führen würde. Denn auch auf St. Johanner Seite war, wie wir auf unserem Bilde sehen, damals noch freies Feld *) mit der durchführenden von Bäumen geleiteten Chaussee zum Bahnhof. — So kam es denn auch, daß gerade bezüglich des Baues dieser Brücke und besonders über die etwaige Kostenver- teilung auf beide Städte sich endlose Dispute er- *) Linjam stand damals in der Gegend außer dem Bahnhof nur noch im freien Zeld die „Kohlwage", während ;. B. das Direklionsgebäude erst IS 2ahrs später errichtet wurde. hoben. Und als schließlich die Brücke auf alleinige Kosten der Stadt Saarbrücken gebaut worden war, und die Stadtverordneten Saarbrückens ihre Kolle- gen von St. Johann zur Einweihungsfeier ein- luden, erhielten sie von diesen etwa folgende Ant- wort: „Wir bedauern, zur Feier nicht erscheinen zu können, da uns von einem Brückenbau offiziell nichts bekannt ist." — Die Brücke, die zum Unterschied von der „alten" zunächst nur immer als die „neue Brücke" be- zeichnet wurde (den Namen „L u i s e n b r ü ck e" erhielt sie erst im Jahre 1876 nach Entstehung der Luisenanlagen) hat drei gemauerte Pfeiler, deren zweiter sich genau in der Mitte des Flußbettes be- findet. Der Oberbau ist in Eisen ausgeführt. Allmählich wuchsen dann die Städte: St. Johann, das noch in den 60er Jahren in der Gegend des „Rheinischen Hofes" aufgehört hatte, entfaltete sich besonders zum Bahnhof hin, während in seiner Nachbarschaft aus den beiden bis 1866 noch von dem Bürgermeister in Saarbrücken mitverwalteten beiden Dörfern Malstatt und Burbach durch die Entwicklung der 1856/58 errichteten Vurbacher Hütte eine kräftig aufblühende Arbeiterstadt ent- standen war, die im Laufe der Zeit die beiden alten Städte an Einwohnerzahl überflügeln sollte. Auch Saarbrücken hatte sich ausgedehnt. Insbesondere war die „Vleichstraße", später „Hohenzollernstraße" genannt, entstanden, während die zur Luisenbrücke führende „Eisenbahnstraße" sich noch lange nicht zu der späteren Hauptgeschäftsstraße der alten Stadt entwickelt hatte. Eine Verbindung zwischen Mal- statt-Burbach und dem linken Saarufer wurde zum dringenden Bedürfnis, und so begann man 1893 mit dem Bau der Kaiser-Wilhelm-Vrücke die 1894 dem Verkehr übergeben wurde. (Übrigens hat es auch um die Anlage dieser Brücke lang- andauernde Auseinandersetzungen gegeben, schließ-