28 Im Jahre 1927 kam diese Rätteranlage in Betrieb. Von den Silos aus wird mittels zweier Becherwerke der entstaubte Rohgrieß in die Wäsche geführt. Durch den Bau dieser Anlage ist es möglich geworden, die Eöttel- borner Kohle anstatt in der Kategorie 6 (der niedrigsten) unter Nr. A—2 (mittlere Quali- tät) zu klassieren, weil ihr Wert durch weniger Aschengehalt zugenommen hat. Eine rechte Betriebsleitung soll ferner stets mit den wirtschaftlichen Verhältnissen und mit der Möglichkeit von Betriebsstörungen rechnen. Deshalb wurde in den Jahren 1923 und 1924 weiter noch eine Stapelanlage mit mechanischer Beschickungs- und Abfüllvorrich- tung durch die Firma Hecke! gebaut. Man kann damit 11- bis 12 000 Tonnen Kohlen stürzen, ohne sie, wie früher, der Gefahr der Selbst- entzündung auszusetzen. In derselben Periode wurde eine neue Landhalde mit Bunker gebaut. Um den neuen Betrieb mit elektrischem Strom zu versorgen, wurde die U n t er- st a t i o n Göttelborn vergrößert und eine wei- tere neue Unterstation in Holz gebaut. Endlich wurde 1927 auf der Nordfeldanlage die alte Badeanstalt, die in sehr schlechtem Zu- stande war, durch eine neue ersetzt. Unter Tage wurde auch eifrig gearbeitet, um die Abbaufelder auf die vorgesehene Aus- dehnung vorzubereiten. Zuerst wurde überall die Lokomotivförderung mit Benzol- lokomotiven eingeführt. Auch die elektrischen 220 Volt-Lokomotiven, die in der 2. Sohle in Betrieb waren, wurden nach zwei Todesfällen durch Benzollokomotiven ersetzt. Während der Unternehmer den Schacht III abteufte, wurde von der Grube aus eine ein- fallende Strecke in FlözElifabeth Neben- bank abgefahren. Der Hauptquerschlag in der 3. Sohle mit einem Stück Erundstrecke und ein Aufhauen in Elisabeth-Nebenbank wurden als Gegenort zu der einfallenden Strecke getrieben. Der Durchschlag erfolgte im Jahre 1924; die Wetterführung der 3. Tiefbausohle war damit hergestellt. Der Hauptquerschlag wurde weiter nach Norden getrieben, und zwar bis Flöz 1,30 m. Nach Osten und Westen wurden die Grundstrecken in Elisabeth und 1,30 m Flöz aufgefahren; einfallende Strecken, von der 2. Sohle bis in diese Flöze abgefahren, kamen schnell mit der 3. Sohle zum Durchschlag. Die Vorrichtung der 3. Sohle ging dann regelmäßig vor sich bis zum Anfang des Jahres 1928. Wir kommen nachher noch auf den Grund der dann eingetretenen Stillegung zurück. Im Gegensatz zu dem Abbau, der auf Grube Göttelborn keine besonderen Schwierigkeiten bereitet, ist die Wasserhaltung das Schmerzenskind der Grube. Schon 1920 bei der Übergabe fand die neue Verwaltung die ersten Wasserhaltungsschwierig- keiten. Die Tagesfläche über der Grube ist nämlich in sich nicht wasserdicht und noch dazu mit Sprüngen und Rissen durchsetzt. Der Ab- bau steht auch noch nicht tief genug, um gegen jeden länger dauernden Wasserzufluß (in Regen- und Schneeperioden) unempfindlich zu sein. Zwar wurden schon im Jahre 1920 durch fünf Pumpen täglich bis 20 000 ebm Wasser ge- hoben (eine Plungerpumpe und zwei Kreiselpumpen in der 1. Sohle, eine Kolben- pumpe und eine Kreiselpumpe in der 2. Sohle). Jedoch erst durch Mauern von Wasser- dämmen in der 2. Sohle wurde die Möglichkeit ge- schaffen, Herr über den Wasserzufluß zu werden. Des- halb wurde gleich eine Ver- größerung der Wasserhaltung der 2. Sohle in Angriff ge- nommen, und zwei Kreisel- ctraiw Göttelborn. An der Hängebank des Schachtes Hl.