71 — Partie an der oberen M o f c I in Luxemburg. „O Moselland, o selig Land! Ihr grünen Berge, o Fluß und Tal Ich grüß euch von Herzen viel tau- i sendmal!"... o klingt der Refrain des Mosellieds, und Ta'n- sende singen es mit begeisterter Zunge und lassen die Gläser mit duftigem Moselweine erklingen zu Ehren von Land und Fluß. Ja, im Herzen aller Rheinländer — und die Saarländer rechnen sich nach Stammesart und Lage ihres Landes an einem Nebenfluß des Stromgebiets ja auch dazu — klingt eine besondere Saite an, wenn der Name der „Mosel" genannt wird. Sie ist im Gegensatz zu dein gewaltigen Rhein, der großen Völkerstraße voll des Lebens endloser Schleppzüge, mehr lieblicher Natur. Und doch ist auch sie, in Wahr- heit, völkerverbindend. Spricht daher der Rheinländer voll Stolz vom „Vater" Rhein, so nicht minder voller Liebe von der „Mutter" Mosel, und in diesen beiden Worten „Vater" und „Mutter" liegt der Unterschied, jedoch auch die Zusammengehörig- keit, und die Liebe, die das Volk zu beiden emp- findet, klarer ausgedrückt, als eine langatmige Er- klärung es zu tun vermöchte. Am Fuße des Mont Drumont am Col de Bussang entspringt die Mosel in einer Höhe von 735 m. In einer Höhe von 393 irr nimmt sie die 40 km lange Moselotte (die kleine Mosel) auf, die aus der Herzoginqnelle aus der Westseite des Hohneck ent- springt. Zuerst fließt der junge Fluß nach Süd- westen, bald aber besinnt er sich und nimmt den Lauf erst nordöstlich, dann nordwestlich, bis er sich endlich in unzähligen Schleifen und nach eitler Wanderung vom 514 km dem Rheine zugesellt. Zieht man auf der Karte eine gerade Linie, so hat man die Szene eines Bogens, denn die Entfernung zwischen Bussang und Koblenz beträgt in der Luftlinie nur 278 km, also nur wenig meyr als die Hälfte des tatsächlichen Flußlaufs. Es erscheint daher, angesichts der schon erwähnten völkerverbindenden Art der Mosel, als ein überaus glücklicher Gedanke, wenn man in Bussang die Quelle arn Col in ein Granitbassin fassen nird dem Fluß in Gestalt eines Dbelisken aus Vogesenporphvr sozusagen ein Tcnknial seetzn will. Die Aufforde-