31 Blick ins Schiff gegen die Rose. Die Kanzel. Münsters genannt, dessen Standbild sich heute am Südportal erhebt. Doch beschränkt sich seine Leitung natürlich nur aus einen kurzen Zeitraum, und zwar auf die Westfassade. Schon vor Erwin haben andere bedeutende, doch meist nicht mit Namen überlieferte Meister das große Werk geführt, wobei der ur- sprüngliche Bauplan zwar im großen und ganzen bei- behalten, jeder aber im Sinne seiner Zeih „modern" weiter schaffte. Ein solches Schaffen kennzeichnet ja überhaupt alle unsere großen mittelalterlichen Bau- ten, und das ist es auch gerade, was sie so mit ewigem Leben erfüllt, später künstlich rekonstruierte Bauten wie „aus einem Guß" aber so kalt und nicht „naturgemäß gewachsen" erscheinen läßt. (Man braucht zum Vergleich nur an den Kölner Dom zu denken, den manche Kunstverständige gern als eine vorschriftsmäßig gelöste Klassenarbeit' im gotischen Stile charakterisiert haben. — Allerdings hat ja vor vielen anderen Kathedralen zu allem Überfluß der Straßburger Dom auch noch die warm leuchtende Farbe seines Sandsteins als weiteren Vorteil für sich! — So zeigen denn auch — bei der Südfassade auch am Portal deutlich sichtbar (an der Nordseite ist das gotische Laurentiusportal davor gebaut und verdeckt das ursprüngliche) — die älteren Teile roma- nischen Charakter. Dann aber kam das gotische Kreuzgewölbe, verbunden mit dem Spitzbogen, der in seiner Scheitelhöhe von der Spannweite unab- hängig war. So kam man denn auch, beim Aus- bau'des Langschiffs, nach dem Muster der Kathe- drale von St. Denis zur Behandlung des Tri- foriums als lichte Fensterreihung. — Das Langschiff ist ' dreischiffig; das Mittelschiff 30 m hoch und 13 m breit. Gegen den Chor war es bis 1682 durch einen Lettner, d. h. eine steinerne Chorschranke mit reichen Skulpturen, wie sie z. B. heute von den großen rheinischen Domen noch St. Viktor in Tanten zeigt, abgeschlossen. Desgl. befand sich früher im südlichen Seitenschiff ein Zieh- brunnen. Zum romanischen Chor führen mehrere Stufen hinauf: unter ihm befindet sich die alte Krypta. — Die aufs reichste skulptierte mit zahl- reichen Statuen geschmückte Kanzel wurde 1487 für den berühmten Prediger Geiler aus dein alten Elsässer Städtchen Kaysersberg errichtet. — Links vom Chor ist die Laurentius- und die Johannes-, .rechts die Katharinen- und Andreaskapelle. In der 'Mitte des Querschiffs ist vor allem der sogenannte