138 Nus der Fürstrn- ?eit. Das Schloß in Zweibrücken. Original im Heimatmuseum Saarbrücken. on Fürst Ludwigs Heirat mit der „Gänsegretel" von Fechingen weiß in Saarbrücken jedermann, und doch hatte Fürst Ludwig, als er nach dem Tode seiner ersten Gemahlin seine bisherige Geliebte, die ihm schon vordem 3 Kinder geschenkt, zur Frau . machte, bereits ein Vorbild in Saarbrücken. Schon einmal hatte ein Fürst, ein Herzo g sogar, nämlich Gustav von Zwei brücken, sich aus Saar- brücken ein Mädchen aus dem Volke zur Gattin er- koren, nur daß sie nicht, wie ihr Nachbild, schon vor Blick in die Saarbrücker Ludwtgskirche. der Ehe die Mätresse des Fürsten gewesen. Stammte Luise Hofmann doch aus einem ehrsamen Bürgerhause, war ihr Vater doch einst Saarbrückens wohlbestallter Stadlbarbier gewesen. Hans Philipp H o f m a n n stammte aus altein- gesessener Bader- und Chiruraenfamilie. Kurz nach Beendigung des 30jährigen Krieges, der auch die Saarbrücker Lande mit Not und Drangsal erfüllt hatte, war er als Handwerksgeselle, wie zunftüb'lich, auf die Wanderung gezogen nachdem er vorher im Hause seines Vaters die Lehre bestanden. Damals und erst recht in der folgenden Zeit, war der Beruf des Barbiers und Perrückenmachers ein gar hoch an- gesehenes Handwerk; kam doch vom französischen Hofe die Mode in die Kulturwelt, zu sauber rasiertem Gesicht die majestätisch herabwallende Allonge-Per- rücke zu tragen. Und desgleichen war die Frisur der Damen damals ein großes, und viel Sachkenntnis, Geschmack und geschickte Finger erforderndes Kunst- werk. — Daneben war der junge Hofmann bemüht, seine chirurgischen Kenntnisse eifrigst zu erweitern, war damals doch der Barbier auch Bader, das heißt ursprünglich Inhaber öffentlicher Badestuben, später vor allem Heilperson, nicht nur Zähne ziehend, Schröpfköpfe setzend und Aderlässe vornehmend, son- dern auch sonst noch darüber hinaus gar manche schwierige Operation vornehmend, zu der die Kriegs- erfahrung der „Feldscherer" gar manches beigetragen hatte. Aber als Hofmann nun so offenen Auges durch die Welt zog, da machte er vor allem die Bekanntschaft eines Instituts, das für sein späteres Leben besonders bestimmend sein sollte, der P o st, einer Einrichtung, die im Reiche die Fürsten von turn und Taxrs als kaiserliches Monopol betrieben, die man aber in Saarbrücken nicht kannte. Nach Wander- und Lehrjahren in Wien, in Prag und Nürnberg, in Augsburg, Ulm und einer Reihe anderer deutschen Städte, kam Hofmann zur Zeit des Grafen Gustav Adolf wieder nach seiner Vaterstadt zurück, wo er sich 1672 als Meister niederließ. Er war als solcher wegen seiner Geschicklichkeit und un- ermüdlichen Hilfsbereitschaft, namentlich auch am Krankenbett, überaus beliebt. — 1680 erbaute er sich am Fuße des Schloßbergs, „von der Neugeländs-