58 Die neue Schlafhausanlage ;u Grube Maybach. Unter den mannigfaltigen Wohlfahrtsein- richtungen, welche von der Königlichen Berg- behörde im Saarbezirk geschaffen wurden, sind die Schlafhäuser mit in erster Linie zu nennen. Bieten diese doch rund 5000 Bergleuten, denen die tägliche Rückkehr zu ihren Familien nicht möglich ist, gute und billige Unterkunft. Es ist diese Einrichtung eine Eigentümlichkeit des Saarbezirks und reicht mit ihren Anfängen bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts zurück. An Anlagekosten für Schlashäuser sind bis- her rund 3 000000 Mark aufgewendet worden. Die allgemeinen Vorzüge und Annehmlich- keiten dieser Unterkunft sind in früheren Jahr- noch größere Versammlungsräume, sowie zwei Wohnungen für den Hausmeister und den Haus- wirt enthält und dessen Kosten sich aus insge- samt 211000 Mark beliefen. Ferner die in den Jahren 1908/12 mit einem Kostenaufwand von 220 O0O Mark errichtete Schlashausanlage zu Grube Maybach, aus 4 Schlafhäusern und einem Waschhause bestehend. Während ersteres bereits im Jahrgange 1905 des Bergmannskalenders in eingehender Weise beschrieben wurde, soll in Folgendem eine Be- schreibung der Maybacher Anlage erfolgen, umsomehr als hier bedeutsame Änderungen in der baulichen und sonstigen Einteilung vor- handen sind. Gesamtansicht der Schlashausanlage der Grube Maybach. gängen des Bergmannskalenders, sowie im Bergmannssreund des öfteren in ausführlicher Weise beschrieben worden und dürsten wohl zur Genüge bekannt sein. Der größte Teil der älteren Schlafhäuser ist nach der früher üblichen Bauart eingeschossig erbaut, während die neueren zweistöckig sind. Die Grundrißeinteilung und sonstige Ein- richtung ist bei ersteren fast überall die gleiche: in der Mitte ein großer Flur, beiderseits die Schlasräume, Kochküche und Waschräume an den Enden des Gebäudes. Die neueren nach modernen Grundsätzen er- richteten Gebäude zeigen jedoch andere Formen und Einteilung. Es sind hier zwei zu nennen: Das in den Jahren 1902/03 erbaute Schlaf- haus bei den Mellinschächten der Grube Sulz- bach, welches 320 Mann beherbergt, außerdem Die Wahl der Baustelle dürfte als eine glückliche bezeichnet werden können, da die Häuser in hoher freier Lage, inmitten einer anmutigen waldigen Umgebung ihren Standort gesunden haben. Der Ausblick von den Schlaf- häusern in südlicher Richtung über die wald- umschlossene Grubenanlage und das Trenkel- bachtal, dahinter das Bergmannsdors Hühner- feld und einen Teil von Sulzbach mit den Mellinschächten, bis zu den bewaldeten Höhen zwischen Dudweiler und Neuweiler, gehört un- streitig zu den reizendsten Bildern des Saar- kohlenreviers. Die Anlage hebt sich mit ihren roten Ziegel- dächern und hellen Mauerslächen wirkungsvoll vom grünen Walde ab und bildet einen Schmuck für die landschaftlich so schön gelegene Grube Maybach.