52 Ein altes Wahrreichen des Bergwerks Heinih, der mächtige, monumentale, über 36 in hohe Schacht- turm auf dem Heinitzschachte Nr III wird demnächst von der Bildflüche verschwinden, um Platz zu schaffen für eine große Dampfföroeranlage, die im Laufe der nächsten zwei Jahre auf genanntem Schachte errichtet werden soll. Der aus Sandsteinquadern hergestellte Schachlturm wurde Ende der 50er Jahre fertiggestellt und diente vornehmlich zur Aufnahme einer neuen Förderanlage, welche im Jahre 1860 in Betried genommen wurde. Die zur Aufstellung ge- langte Fördermaschine war eine stehende Ba- lanciermaschine von 125 PS., wie sie damals allgemein gebräuchlich waren und förderte an- fänglich aus der halben Saarsohle. Der eine der zinnen- gekrönten westlichen Eck- türmchen des Schacht- turmes war als Schorn- stein für die beim Heinitz- schachte Nr. III errichtete Dampskesselanlage aus- gebaut worden, welchem Zweck derselbe noch gegen- wärtig dient, der andere nahm eine Wendeltreppe auf, die die Verbindung der verschiedenen Etagen des Turmes bis in die höchste Spitze, wo ein Triangulationspunkt für markscheiderische Messungen aufgestellt war, herstellte. Im Jahre 1860 wurde auch mit dem Bau der mächtigen Fundamente für eine direkt wirkende 300pferdige Balan cier- Wasserhaltungsmaschine von 2,388 in Zylinder- durchmesser und 3,14 m Kolbenhub begonnen, welche ebenfalls innerhalb des Schachtturmes Ausstellung fanden. Die Wasser- haltungsmaschine, welche eine minütliche Leistung von 4 ebm normal hatte, wurde 1863 in Betrieb gesetzt und hob die Grubenwasser von der Saarsohle bis zur Flottwell- sohle. Sie wurde nach und nach weiter ausgebaut und es gelangte je ein Drucksatz von 730 mm Durch- messer aus der Saar- und I. Tiefbausohle und je ein Drucksatz von 600 mm Durchmesser auf der II. und III. Tiefbausohle zur Aufstellung. Im Schachtturm batten außerdem noch Aufstellung gefunden: ein Dampf- und ein Handkabel zum Ein- bau der Drucksätze, Steigrohre, Gestängestücke usw., im Wasserhaltungstrumm eine weithin sichtbare Turm- uhr mit drei Zifferblättern in östlicher, nördlicher und westlicher Richtung, sowie Obersteiger-, Maschinen- werlmeister- und Maschinensteigerbureaus und in den darunter befindlichen Räumen Werkstätten für die Wassermänner, Kesselschmiede und Signalreparatur- mannschaften. Im Jahre 1875 wurde die den starken Anforderungen nicht mehr genügende, alte Balancier-Fördermaschine abgeworfen und durch eine stärkere, zeitgemüßeZwillings- fördermaschme von 600 PS. — 850 mm Zylinder- durchmesser und 2000 mm Kolbenhub — er letzt. Nunmehr zeigten sich allmählich im Schacht- turm, der auch die Ver- lagerung der Seilscheiben aufnahm, infolge der größeren Beanspruchung bedenkliche Risse. Um nun den schönen Bau der Nachwelt zu erhalten, wurde rm Jahre 1883 ein 25 m hohes schmiede- eisernes Seilscheibengerüst freistehend in den Turm hineingebaut. Im Jahre 1890 fand die neuerrichtete elektrische Zentrale für Beleuchtung und Kraftübertragung in den ehemaligen Bureau- räumen Ausstellung, wel- che aber schon im Jahre 1896 in einem besonderen Gebäude untergebracht wurde. Nachdem im Jahre 1899 die alte Balanciee- Wasserhaltung abgewor- fen wurde — die Gru- benwaffer wurden von 1894 bis 1903 gemeinsam für Heinitz und Dechen durch die Dechener unter- irdische Wasserhaltung gestoben —, diente der monumentale Prachtbau im wesentlichen nur noch als eine Zierde des Werks, der nur ab und zu durch die dem einen Ecktürmchen entsteigen- den Rauchwolken anzeigte, daß er doch noch zu etwas nutze sei. Nachdem im Laufe der Jahre, den höheren Anforderungen des Betriebes ent- sprechend, so manches alte Heinitzer Bauwerk ver- schwunden ist, ist auch für diesen schönsten aller alten Schachttürme des Saarreviers, welcher über 50 Jahre eine Zierde und das Wahrzeichen der Heinitzgrube bildete, die Zeit gekommen, daß er dem Fortschritt zum Opfer fallen muß. Schachtturm Heinih. -d tröste und Grenze des Saarbrücker Berechtigungs- feldes. Das Saarbrücker Berechtigungsfeld hat eine Größe von 110923 da. Die Grenzen sind folgende: Im 8. und 80. bayrische Landesgrenze (angrenzende Gruben: St. Ingbert, Bexbach, Frankenholz, Nordfeld), im 8W. und VV. die lothringische Landes- grenze (angrenzende Gruben: Kleinrosseln, Saar- und Moselberg- werks-Gesellschaft und la Houve). Im Norden erstreckt sich die Grenze in einer geraden Linie von Großhemmersdorf a. d. Saar über Beckingen, Düppenweiler, Steinbach nach Tholey und von hier aus ver Hauptstraße entlang über Alsweiler, Winlerbach, St. Wendel, Werschweiler nach Dörrenbach bis an die bayrische Landesgrenze.