28 Landesteile In dem Landesteil sind von den aktiven Bergleuten des Saarbrücker Berg- werksdirektionsbezirks ansässig ! geboren Bezirksamt Homburg 2 666 3149 " St. Ingbert .... 1 099 1 295 " Kusel 542 737 " Zweibrücken .... 125 214 " Kaiserslautern . . . 61 213 Sonstige Bezirksämter 8 113 Sc. Regierungsbezirk Pfalz. 4 501 5 721 Übrige Regierungsbezirke.... — 51 II. Le. Wayern 4 501 5 772 III. Kurüentum Wirkenfekd . . 598 894 IV. Maß-Lothringen 27 194 V. Ävrige deutsche Staaten . . 134 Le. Deutsches Aeich. . 52 745 52 690 VI. üusl'and — 55 Gesamtsumme. . 52 745 52 745 In den Kreisen Saarbrücken und Ottweiler hat demnach die Zahl der Bergleute auf Kosten der sämt- lichen übrigen Kreise zugenommen. Die Zahl der täglich zu Fuß und mit dem Rad heimkehrenden Bergleute beträgt 33 349 — 63,23°/<>, die Zahl der täglich mit der Eisen- bahn oder elektrischen Bahn heimkehrenden Bergleute beträgt 9377 — 17,78% und 10019 = 18,99% der Gesamtbelegschaft kehren nicht täglich nach Hause zurück. Der starke Zug nach dem eigent- lichen Industriegebiet ist nicht gerade ein erfreuliches Zeichen und muß mit allen Mitteln versucht werden, die Bergarbeiter möglichst in ihren Heimatsorten zu- rückzuhalten oder wenigstens in einiger Entfernung von den Gruben anzusiedeln. Wenn auch die Statistik lediglich für die Zwecke der Königlichen Bergverwaltung aufgestellt wurde, von der sie u. a. als Unterlage für die Abgrenzung der Ersatzbezirke der einzelnen Berginspektionen und zur Beurteilung der sozialen Lage der Saarbergleute be- nutzt wird, so wird diese neueste Belegschaftsaufnahme, ebenso wie ihre Vorgängerinnen, in weiten Kreisen lebhaftem Interesse begegnen. Vom Baumsetzen. Wohl jeder Obstzüchter unserer Zeit weiß, daß die Zwergunterlagen für Apfeljorten der Paradies- oder Doucin-Avfet, für Birnen die Quitte ist. Mit der Zwerg- unterlage beabsichtigt man ein weniger ausgedehntes Geäste, um mehr Bäumen Raum zu geben, und an diesen kleineren Bäumen größere und schönere Früchte zu erzielen, sowie die Erntearbett zu vereinfachen und zu erleichtern und die Tragfähigkeit der Bäume näher zu rücken. Man verliert aber alle diese Vorteile, sobald man die Voraussetzungen hierzu vergißt, nämlich — daß die Bäumchen nur so tief gesetzt werden dürfen, daß die Ver- edlungsstelle über dem Boden ist. Es kommt vor, daß Obst- züchter, die es gerade recht gut mit ihren jungen Bäumchen meinen, recht breite und tiefe Gruben auswerfen, um den Wurzeln das Eindringen in das nachher eingefüllte lockere Erd- reich und die Ernährung der Bäume zu erleichtern. Die Be- wurzelung des Stämmchens ist aber noch gering; infolgedessen stnkt das Stämmchen zu tief in die Grube. Wohl wird er es, wenn er vernünftig ist, wieder herausheben und die Grube so weit auffüllen, bis das Bäumchen in richtiger Höhe sitzt; er denkt aber vielleicht nicht daran, daß sich das Bäumchen mit der Zeit tiefer senkt, so tief, daß nach einiger Zeit die Veredlungs- stelle im Boden ist — von Erde bedeckt. Dies reizt das Bäum- chen zur Wurzeibildung an der Beredlungsstelle und damit ist das Schicksal des Bäumchens besiegelt; diese Wurzeln wachsen nämlich nicht aus der gertngkriebigen Unterlage, sondern aus dem starktriebigen Edelreis. Natürlich entwickeln stch diese Wurzeln auch nach dem Typ des Reises, also rasch und stack. Infolgedessen übernehmen sie sehr bald die Führung in der Er- nährung des Baumes und leiten seine Entwicklung nach dem Charakter ihrer und seiner Art — also starktrtebig. Die Wurzeln der Zwerguuterlage, denen die Ernährungsarbeit entzogen ist, verkümmern und gehen vielleicht ganz ein; jedenfalls haben sie keinen Einfluß mehr auf den Typ des Wachstums. Der Baum entwickelt sich ohne Rücksicht aus seine Unterlage; er lebt sein Leben nach seiner Art, welches wir doch nach der Art des anderen gestalten wollten. Unsere Arbeit war demnach ver- geblich: der Baum wird weitästig, seine Verhältnisse wachsen, die Größenverhältniffe der Früchte aber gehen im gleichen Maße zurück, die Fruchtbarkeit verringert stch und die Tragfähigkeit schiebt sich hinaus. Man ist wohl um eine Erfahrung reicher, aber man kann sich ihrer nicht freuen. Über das Pökeln. Ist die Zeit herangerückt, in der dos Schlachten der Schweine und das Verwerten des Fleisches eine so wichtige Rolle für die Hausfrau auf dem Lande spielen, da ist es wohl angebracht, dieselbe daraus aufmerksam zu machen, daß das neue Verfahren des Pökelns dem alten bedeutend vor- zuziehen ist. Früher rieb man das Fleisch, welches man pökeln wollte, einfach mit einer Mischung von Salz und Salpeter ein — nahm immer verhältnismäßig viel zu viel Salpeter - und legte dann die Stücke in ein Faß aufeinander geschichtet. Für den ersten Augenblick schien dies Verfahren sehr einfach, da man aber große Schinken vier Wochen lang pökeln mutz, hatte man täglich alles Fleisch mit der darunterstehenden Lake abzuwaschen und umzuschichten. Deshalb ist jeder Hausfrau anzuraten, eine Salzlake nach folgendem Rezept zu kochen: 2 Kilogramm Salz, 65 Gramm Salpeter, 250 Gramm Kochzucker und 6 Liter Wasser werden so lange gekocht, bis das Salz sich gelöst, dann kalt ge- stellt und, nachdem das Fleisch in einem hölzernen Fasse dicht geschichtet aufeinander gelegt ist, darüber gegossen. Nun legt inan ein Brettchen auf das Fleisch und einen recht rein ge- waschenen Stein, so daß die Lake das Fleisch bedeckt. Das Fleisch wird nun von selbst fertig, das ganze lästige Umwenden fällt fort; in vier Wochen nimmt man die Schinken heraus, die nichts von ihrem Safte verloren haben, was bei Trockenpökeln immer der Fall ist. Nun dürfen sie nur vier Wochen in ge- lindem, nicht warmem Rauch geräuchert werden, und es kommt ein Fabrikat auf den Tisch, das stch mit feinstem Braunschweiger Lachsschinken messen kann. Behandlung des Wirsing im Winter. Das schwierigste bei dem späten Wirsing ist die Aufbewahrung desselben im Winter; eingeschlagen erfriert oder verfault er leicht. Der Wtrstng erfriert, wenn bei anhaltender und strenger Kälte der- selbe nicht durch eine bedeutende Schneedecke geschützt ist; er verfault, wenn während des Winters die Witterung sehr ver- änderlich ist, und Regen und Frost miteinander abwechseln. Eine einfache Aufbewährungsweise ist die folgende: Ter Wirsing bleibt bis November auf dem Beete stehen; im Falle im No- vember noch gelindes Wetter, entfernt man ihn auch dann noch nicht und wartet, bis Fröste eintreten. Tritt Kälte ein, so hebt man die Stöcke aus dem Lande und stellt 2—4 Stück neben- einander auf den Kopf, so daß deren Wurzeln stch zusammen- lehnen. In kurzer Zeit kann man so eine Menge Wtrsingftöcke behandeln. Durch die umgekehrte Stellung auf dem Kopfe kann der Wtrstng bei großer Kälte der Schneedecke entbehren, da die umgebenden Blätter den Kops gegen dieselbe schützen. Nasse Witterung schadet aber einem aus diese Weise behandelten Kopfe noch weniger, indem der Regen an demselben abfließt und nicht eindringt. Auch kann man im Winter die Stöcke, wenn sie wirklich mit Schnee bedeckt sind, leichter an den Wurzeln heraus- nehmen. Chlorkalk ist längst als vorzügliches Desinfektionsmittel bekannt, doch wird es wegen seines durchdringenden Geruches nicht allgemein angewandt. Neuerdings kommt es in gepreßtem Zustande und in luf!- und wasserdichter Verpackung in den Handel, und der Geruch tritt bei diesen kleinen Paketen nicht mehr so hervor. Von den Ärzten wird Chlorkalk als eines der besten Desinfektions- mittel bezeichnet. Daher kaufe man im Bedarfsfälle ein Paket, schneide die obere Seite ab und stelle es aufrecht auf einen Teller. In kürzester Zeit wird man seinen Zweck ohne große Mühe und Kosten erreicht haben und eine erfrischende Luft einatmen. Nni die Erdbeerpflanzen zu veranlasse», daß sie schon im nächsten Frühjahr eine ziemlich reiche Ernte liefern, über- gieße man tm Spätherbst, womöglich bei vastem Weiter, die ganze Anlage mit flüssigem Dünger, was, nebenbei gesagt, jedes Jahr stattfinden kann. Auf diese Weise behandelte Erdbeer- anlagen werden die geringe Mühe in erfreulicher Weise lohnen und man kann schon nächstes Frühjahr (im Mai) auf einen Durchschutttertrag von i Liter Früchte per Stock sicher rechnen, während im nächsten sowie im darauffolgenden Jahre die Ernte mindestens eine doppelt große ist.