— 102 — Der Kantor Leberecht und fein dank- . barer Shüler in Amerika. Ne: alte 70 jabrige Lehrer Lebereht ftebt eines Tages in bem wobhlgepflegten Garten vor feinem ©dulbaufe und bindet felbftgesogene Edelrofen am, Das freunblidje Gefidjt be8 mürbigen Erziehers ber Syugenb, au8 meídem eim paar treue blanke Wugen, jonít fo frifd unb frübfid im bie fdjóne Gotte&melt bliden, bat Beute einen etwad traurigen Bug. Der einzige Sohn, den unferm Leberecht jeine treue, erft in fpâtem Lebensalter geheiratete Lebensgefährtin ge» jdentt hat, ein blühenber tüchtiger Junge von 20 Jahren, befinbet fid) auf ber llniperfitüt unb bat feinem alten fBater geldorieben, ba8 e8 ibm trop aller Entbehrungen, bie er fid auferlegt, trof aller Privatftunben, bur& melde er fid) einen Nebenverdienft zu verfdaffen judt, nicht möglich jei, mit dem geringen BujduB, bem er von zu Haufe erhält, auszutommen. Der alte Lebe- recht weiß, daß fein Sohn recht hat. Er weiß aber. nicht, woher das Geld nehmen. Er überlegt hin und ber, rednet im Kopfe immer wieder an jeimen Gin» nahmen und Ausgaben herum, kommt aber immer wieder zu dem unerfreuliden Refultat, daß ihm noch 60 bis 70 Thaler fehlen, um jeinem Sohne durch das dritte und legte Üniperfitát&jabr Binburd) zu Helfen. So flieht er da, feine Lieblinge pflegend und Zrauer erfüllt fein treued Vaterherz.