^V — 89 — Tante {ottdjen. Eine Erzählung von Wilhelm Fifder. De Bergmann Friedrich Holder zu Linben Hatte früh und ganz nach eigner Wahl geheiratet und fig bod) im erften Jahre der Ehe durchaus nicht immer recht behaglid gefühlt. Denn die bübfde junge Frau verftand gar gu menig von ber Qaus» paltung. Sie fonnte weber orbentlid toden, nod nähen und fliden; fie hatte von weijer Einteilung ber Beit und des Geldes Keinen Begriff. &o made fie fi unb ibm mande büje Gtunbe, unb beibe Hätten unglüdíid) merben müjjem, menm fie nidi bei Beiten jur Cinfidt gelommen wäre. „Man ift nie qu alt jum Lernen, und ih bin nod) jo jung! Jd will bad Berfäumte nadjubolen fuchen.” So dachte fie nıcht nur, fondern fprad) e8 aud Herzhaft aus, zur großen Freude ihres Mannes, und wad nod) mebr _ift, : fie blieb dem einmal gejaßten guten Enijhlufje nach Kräften treu. ec Edu Leicht war dies gerabe nicht. Auch ging’s langjam. Aber wenn fie Wufmunterung und ein Beifpiel. nötig batte, jo fanb fie beides in ihrem Frig. Er: war pünlifid und fleißig, im Dienft und nad) der Schicht; dazu rubig, verftindig und jparfam. Ule BVorgejepten manbtem bem juverldffigen und ehrenbaften Manne . ibr Wobhlwollen qu. Mit Hilfe der Knappfchaft atte et bor bem ©tddbtlein am fonnigen Ubhang bed Hügel? ein Stüd Land erworben und ein fHmudes