103 Edelsteine. Gefaßt von Wilhelm Fischer. 1. Wir besinne» u»S nur beim Anlauft nützlicher oder nötiger Tinge; an Geld für unfer« Liebhaberei»« fehlt eS unS nie. Balzac. Aie Zeiten sind schlecht, das kann man hören, wohin man horcht. „Wie steht'- draußen im Felde?* fragt der Städter einen Bauern. Der biedere Land- mann kratzt sich hinterm Ohr, zieht dos pfiffige Gesicht in Falten und brummt: „Mit dem Roggen ging's noch an. Aber der Weizen, der Hafer! Und den Kar- toffeln fehlt Regen. Wenn'S eine magere Mittelernte giebt, so wollen wir'S loben." — „Heiß, heiß!* sagt der Wanderer, der am Rhein oder an der Mosel im Schweiße seine- Angesicht- zu einer Burgruine steigt. .Aber wir wollen'- gern ertragen, denn Sonnenglut kocht der Trauben Blut." Der Winzer zuckt die Achseln: „Es hat in die Blüte geregnet. Und dann waren die Nächte zu kühl. Wenn'S hoch kommt, so kriegen wir einen drittel Herbst." Ihr seht Tuch er- staunt um, denn die Reben hängen anständig voll; Ihr fragt Euch, wie eigentlich ein voller Herbst aus- sehen mag, wenn da- nur ein drittel ist; aber der Mann muß e- natürlich besser wissen und macht ein gar bedenklich Gesicht und Ihr geht kopfschüttelnd weiter, Eure frohe Stimmung ist merklich gedämpft. Und nun fragt einmal um unter den Handwerkern,