— 81 — Da steht die vielbesprochene Puppenküche, so.glänzend, wie nur je, und die kleine Prinzessin thront majestä- tisch auf ihrem Sopha! Da sitzt — Martm traut seinen Augen kaum — seine alte Mutter in ihrem einzigen guten Kleid, das treue Antlitz von stiller Freude ver- klärt, und schiebt eben die Brille als Lesezeichen in die Bibel hinein! Da steht — das Letzte und Lieb- lichste! — Elise mit holdverschämteu Wangen, Furcht und Hoffnung in den schönen Augen, wohlfrisirt und sauber angethan, und hält ihm die neue Pfeife hin, und spricht stockend, aLM^HMEIkeundlich: „Glückselige Weihnachten, liebeAMürtin, und em glückliches Neujahr! Sei mir nicht mehr böse, ich — ich will anders werden — und............." Sie konnte nicht weiter sprechen, denn schon hatte er sie in seine Arme geschloffen, kräftig, — er war ein starker Mann — und drückte einen Kuß auf ihren Mund, daß es schallte. Ja, das Püppchen hatte ^Wunder gethan, so still und unschuldig es jetzt auch ’ da saß. Als Elise aus ihrem lebhaften Traume erwachte, blitzte nach der ersten, traurigen Enttäuschung der glückliche Gedanke durch ihre Seele: „Wozu brauchst du Feenhülfe? Leg' selbst Hand an's PLerk." Und das that sie denn mit rechtem Eifer, und am Ende ist die Liebe die beste Zauberin. Es dauerte freilich bis spät in die Nacht, da war das Haus aber auch blink und blank, und Alles gerüstet. Müde, aber glücklich legte sie sich zu Bette. Doch da überfiel sie noch einmal eine furchtbare Angst. „Viel- leicht ist Alles zu spät, Martin war im Zorn wegge- stürzt in die Nacht — wohin? in's Wirth'shaus, um am Hellen Tage sinnlos nach Hause zu taumeln! —