Er hatte aufgehört zu essen, da kam Elise von ihrer weiten Wanderung zurück, schwer bepackt, in modischen aber sehr nassen und schmutzigen Kleidern und keines- wegs rosiger Stimmung. „Schon hier?" ries sie, in- dem sie ihren großen, bedeckten Tragkorb seufzend nieder- setzte; „es ist doch Zahltag, den bringt man sonst am liebsten im Wirthshaus zu?" Sonderbar, daß wir Menschen uns über das Gute und Rechte nicht immer zu freuen vermögen! Auch Elise hatte Vorsätze der Besserung gefaßt und ihrem Manne sogar eine schöne, tief im Korbe versteckte Pfeife gekauft. Das sollte seine Bescheerung sein, damit ge- dachte sie ihn zu überraschen und zu beschämen, wenn er spät in der heiligen Nacht und vielleicht betrunken heim käme. Nun ärgerte es sie, daß sie ihn schon zu Hause fand, mit Vorwürfen in Blick und Wort, und so kam bei ihrem reizbaren Wesen Alles in's verkehrte Gleise. „Es ist Weihnachtsabend, Frau," sagte Martin, an sich haltend, „und den hätt' ich am liebsten in meiner Familie zugebracht, wenn", — „Was, wenn'?" „Warum hast du die Kinder allein gelassen?" „Kann ich mir eine Mggd halten?" höhnte sie. „Kann ich einen Boten in die Stadt schicken? Ich mein', ihr fäßt hier warm und gemüthlich genug, wäh- rend ich draußen bei diesem Hundewetter mich abplacke, und müde schleppe — aber es ist schon gut, es geschieht mir recht, das ist ja immer mein Dank." „Was hast du denn da eigentlich?" fragte er und trat auf den Korb zu; „das wird wieder eine gehörige Rechnung!"