11 die Beklagte den Anträgen der Kläger ent ­ sprechend, zu verurteilen. Die Beklagte hat als der unterlegene Teil die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, § 91 ZPO. Die Streitwertfestselzung erfolgte gemäß § 3 ZPO. * Dem Urteil des Arbeitsgerichts München können wir nur zustirnmen. Es ist nicht mehr als recht und billig, daß der Arbeitnehmer nach seiner Leistung, die er tatsächlich voll ­ bringt, bezahlt wird. Werden die in der TOA festgelegten Beschäftigungsmerkmale erfüllt, so hat der betreffende Angestellte auf der an ­ deren Seite ein Anrecht auf Einstufung in die entsprechende Vergütungsgruppe, selbst wenn eine durch Dienstordnung vorgeschriebene Prüfung nicht abgelegt ist. Entscheidend ist die tatsächlich ausgeführte Arbeit und nicht die Prüfung, die dem Dienststellenleiter nur als Merkmal dafür dienen soll, daß der Ange ­ stellte fachlich geeignet ist, die von ihm ge ­ forderte Arbeitsrate zu leisten. Schadenersatzpflicht bei Strassenbahnen Ein Urteil des Landesarbeiisgerichts Hamburg Leitsätze: Arbeitnehmer, die eine gefahrbelastete Tä ­ tigkeit ausüben sind nur dann für einen Schaden ersatzpflichtig, wenn sie ihn vorsätz ­ lich oder grobfahrlässig verursacht haben. Das Gehalt eines Straßenbahnfahrers ist zwar eine angemessene Vergütung für den von ihm zu leistenden verantwortlichen Dienst, es enthält jedoch keinen irgendwie gearteten Ausgleich für eventuell anfallende Schadens ­ beträge. Tatbestand: Das Berufungsgericht sdiließt sich der in ständiger arbeitsrechtlicher Rechtsprechung ver ­ tretenen Auffassung an, wonach Arbeitnehmer bei einer gefahrbelasteten Arbeit nur dann für einen Schaden ersatzpflichtig sind, wenn sie ihn vorsätzlich oder grobfahrlässig verur ­ sacht haben (vgl. LAG Hamburg, Arbeits- rechtl. Entscheidungen 1949, Seite 7; LAG Bremen „Der Betrieb“ 1952, Seite 536, und LAG Düsseldorf a. a. O., Seite 252). Der Ar ­ beitnehmer ist allerdings zu gewissenhafter und sorgfältiger Leistung der versprochenen Dienste verpflichtet. Daraus ergibt sich auch, daß der Arbeitgeber grundsätzlich von ihm Ersatz eines Schadens dann verlangen kann, wenn er (der Arbeitnehmer) diese Pflicht schuldhaft, d. h. nicht nur vorsätzlich oder grobfahrlässig, sondern auch mit leichter Fahr ­ lässigkeit verletzt. Dieser Grundsatz kann aber dann keine uneingeschränkte Geltung haben, wenn der Arbeitnehmer gerade solche Arbei ­ ten zu verrichten hat, denen die Gefahr der Entstehung eines besonders hohen Schadens J^newohnt. Hier ist zu prüfen, ob nach dem gesamten Inhalt des Arbeitsvertrages die Haf ­ tung des Arbeitnehmers auf grobes Verschul ­ den beschränkt ist. Dabei ist schon allgemein zu erwägen, daß im Rechtsverkehr jeder Ar ­ beitgeber damit rechnet, daß die für i. n tä ­ tigen Arbeitnehmer bei risikobelasteter Arbeit ab und zu infolge leichter Unachtsamkeit Feh ­ ler machen und daß der Arbeitgeber einen solchen Schaden bereits in seine Kalkulation selbst mit einbezieht. Entscheidend aber ist in diesem Zusammenhang, daß die Parteien des Arbeitsvertrages grundsätzlich Leistung und Gegenleistung als gleichwertig austauschen wollen, d. h. die Vereinbarung einer gleich ­ wertigen Gegenleistung erstreben, somit das Entgelt nicht nur dem Wert der Arbeit, son ­ dern audi ihrem Risiko entspricht. Es ist je ­ doch festzustellen, daß das Gehalt eines Stras- senbahnfahrers zwar eine angemessene Ver ­ gütung für den von ihm zu leistenden verant ­ wortlichen Dienst ist, daß aber in seinem Gehalt kein irgendwie geartetes Äquivalent dafür sich findet, daß — schon wegen der überaus teuren Gegenstände, mit denen der Straßenbahnfahrer alltäglich im Verkehr um ­ zugehen hat — selbst bei leichtester Fahr ­ lässigkeit Schadensbeträge entstehen, die in keinem Verhältnis mehr zu dem Einkommen und daher zu den Ersatzmöglichkeiten eines Straßenbahnfahrers stehen. Ein solches Äqui ­ valent müßte etwa der Höhe der Versiche ­ rungsprämie entsprechen, die für solche in Frage kommenden hohen Schadenssummen zu zahlen sind. Daß dies aber bei der Höhe des Gehaltes eines Straßenbahnfahrers nicht be ­ rücksichtigt ist, ergibt sich schon aus dem Ver ­ gleich seines Gehaltes mit demjenigen des Straßenbahnschaffners. Beide weichen nach dem Tarif nur unwesentlich voneinander ab. Daraus ist zu folgern, daß der Arbeitgeber, welcher vom Arbeitnehmer nichts unentgeltlich entgegenzunehmen beabsichtigt, dem Arbeit ­ nehmer durch den Arbeitsvertrag kein beson ­ deres Risiko aufbürden wollte. Haftet hier ­ nach der Kläger einerseits nur für grobe Fahrlässigkeit und ergibt sich andererseits, daß eine grobe Fahrlässigkeit ihm nach dem fest ­ gestellten Sachverhalt nicht zur Last gelegt werden kann, so erweist sich die Klage in Übereinstimmung mit dem ersten Richter als begründet. Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts war daher — wie geschehen — mit der gesetzlichen Kosten ­ folge aus § 97 ZPO als unbegründet zurück ­ zuweisen. ZUSATZVERSORGUNG Verwaltungsrat ist endgültig gebildet In Nummer 11/1953 unserer Verbandszei ­ tung wurde die Verordnung betreffend die Errichtung der Ruhegehalts- und Zusatzver ­ sorgungskasse des Saarlandes (Körperschaft des öffentlichen Rechts) veröffentlicht:. Auf Grund der verschiedenartigen Zusam ­ mensetzungen des Verwaltungsbeirats der Ab ­ teilung „Z“ (Zusatzversorgung) wurde die Ein ­ berufung der Mitglieder bis zum 2, 6. 1954 verzögert. Mit der kommissarischen Leitung der Ruhegehalts- und Zusatzversorgungskasse wurde Regierungsrat Herb vom Innenmini ­ sterium beauftragt. Vom Vorstand unseres Ver ­ bandes wurden die Kollegen Heins (Merzig) und Peess (Völklingen) als Vertreter der Ver ­ sicherten im Sinne des § 6, Abs. 3 d namhaft gemacht. Die beiden übrigen Personen aus dem Kreise der Versicherten werden von der Christlichen Gewerkschaft gestellt. Zu Mit ­ gliedern des Ge samt Verwaltungsbeirates (§'6, Abs. 1 c) wählte der Verwaltungsbeirat den Kollegen Heins (Angestellter) u. Herrn Welsch von der Christlichen Gewerkschaft (Arbeiter). Die beiden ersten Sitzungen des Verwal ­ tungsbeirates (2. u. 21. 6. 1954) lassen er ­ kennen, daß alle Vertreter zur guten Zusam ­ menarbeit und gerechten Beurteilung der von uns ins Auge gefaßten Verbesserungsvorschläge bereit sind. Weitere wissenswerte Mitteilungen ergehen von Fall zu Fall. Vor allem werden wir über die Satzungs-Beratungen eingehend berichten. — Wir wollen aber nicht versäumen, unsere Mitglieder, die zu dem Personenkreis der Epu- rierten bzw. Heimkehrer im Sinne der Sonder ­ bestimmungen, die wir in Nummer 1/1954 und 4/1954 unseres Verbandsorganes abgedruckt haben, gehören, darauf aufmerksam machen, daß die Ausschlußfrist für die Antragstellung von Epurierten am 30. 9. 1954 und von Heim ­ kehrern am 31. 7. 1954 abläuft. W.H. BUCHBESPRECHUNG Israel und die Araber. Von Wolf gang Cor- dan. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt (Main), Leinen 6,50 DM. Der Autor berichtet aus eigener An ­ schauung, doch gibt er weniger einen Reise ­ bericht als eine außerordentlich inhaltsreiche und fesselnde geschichtliche Entwicklung des Islam sowohl wie der zionistischen Idee und ihrer Verwirklichung. Er zeigt in einem allen üblichen Geschichtstheorien widerstreitenden Beispiel, wie eine echte Idee staatsbildend zu sein vermochte und aus der uralten Sehn ­ sucht außerordentliche Energien frei wurden. Das schöne Bildmaterial ergänzt den Text aufs anschaulichste. „Denn keiner trägt das Leben allein“. Roman von Josef Nyirö, Deutsch von H. von Roosz, Viktoria-Verlag, Martha Koemer, Stutt ­ gart O, Urbanstr. 16. Ganzleinen 11,80 DM. Der Ungar Josef Nyirö stellt in seinem Roman sein Volk in den Mittelpunkt eines Geschehens, das nur den Ablauf eines ein ­ zigen Sommers und Winters umfaßt. Die Tra ­ gik dieses Kampfes wird zu einer menschlich erschütternden Tragödie gesteigert. Mensch ­ liche Not und Qual, menschliches Glück, Lei ­ densfähigkeit und Glückverlangen finden in immer wieder neuen lebensechten Bildern ihren Ausdruck. Daß der Hintergrund der ganzen Erzählung, die politischen Verhält ­ nisse, sich gänzlich gewandelt hat, ist un ­ wichtig. Ohne jede Tendenz, mit einer Ein ­ dringlichkeit, der man nicht entrinnen kann, bringt sie die Bedeutung der europäischen Idee nahe, indem rie zeigt, welche unglück ­ seligen Folgen die strenge Abschnürung der Grenzen hat