Indices der Kosten für Ernährung 1950 = 100 USA öster- Schweiz Italien Bel- Lux.- Bundes- Frank- Saar- reich gien bürg repl. reich land II. Quartal 1951 111 108 102 108 106 102 107 115 113 III. Quartal 1951 111 136 104 108 107 105 110 116 117 IV. Quartal 1951 113 139 105 108 110 104 117 122 131 1. Quartal 1952 112 139 104 109 112 106 116 130 140 II. Quartal 1952 113 142 105 111 110 105 113 126 132 III. Quartal 1952 115 144 106 112 110 108 113 126 137 IV. Quartal 1952 113 146 106 113 112 108 114 128 .139 I. Quartal 1953 111 143 105 113 111 107 113 128 141 II. Quartal 1953 111 138 105 115 110 106 112 127 138 III. Quartal 1953 112 139 106 113 112 109 112 122 132 IV. Quartal 1953 111 142 106 114 113 109 112 120 132 I. Quartal 1954 111 142 106 115 109 113 123 135 £l<TvelCKLUX6 DtR UBiNSHIUTCNGSKOSTEN -V* 1^ I $7« t X/Si | 7U/S1 » >152 , 51/52. | %/5> » S/Si , i/53 , Jfc/SJ , J/S* Wenn auch die Indices der Lebenshaltungs ­ kosten über den absoluten Stand des Preis- ^^niveaus in den einzelnen Ländern nichts aus- ^sagen, so läßt die sprunghafte Entwicklung der Zahlen an der Saar doch darauf schließen, daß unsere Preisvergleiche doch nicht so ab ­ wegig sind, wie man sie hinzustellen beliebt. Der „Saar-Handel“ hätte also besser daran getan, die Ergebnisse der im Gang befind ­ lichen Untersuchungen abzuwarten, statt ge ­ gen von seiner Meinung abweichende Auf ­ fassungen zu polemisieren und jede Beteili ­ gung der Gewerkschaften an den Preisver ­ gleichen von vornherein abzulehnen. Die Ge ­ werkschaften müssen jedenfalls auf einer ein ­ deutigen Klärung der Sachlage bestehen, um feststellen zu können, ob man an der Saar den Preisstop mit der gleichen Konsequenz durchführt, mit der man die Löhne und Ge ­ hälter zu blockieren versucht. - Gewerkschaften fordern Bekämpfung der Preissteigerung Die österreichische Arbeiterschaft lei ­ det unter einer steigenden Teuerung. So sind die Lebensmittelpreise im Lande seit April 1953 um 16 Prozent gestiegen. Im Mai protestierten die Vorstände dreier großer Gewerkschaften, nämlich der Textil ­ arbeiter, der Metallarbeiter und der Ge ­ werkschaft der öffentlichen Dienste ener ­ gisch dagegen, daß nichts gegen die Preis ­ steigerungen getan wird und kündigten an, daß die Gewerkschaften entsprechende Lohnerhöhungen verlangen werden, falls nicht die „ungerechtferbgt erhöhten Preise ehebaldjgst auf ihre ursprüngliche Höhe zurückgeführt werden." Arbeiterdelegatio ­ nen aus verschiedenen Großbetrieben aus St. Pölten, Liesing, Atzgersdorf u. a. spra ­ chen beim Innenminister vor und forder ­ ten energische Maßnahmen z. B. gegen die Einlagerung von Fleisch, die man für neuerliche Steigungen des Fleischpreises verantwortlich macht. Aus anderen Be ­ trieben sandten die Betriebsräte Streik ­ warnungen und Proteste an die Bundes ­ behörden i im Bezirk Simmering kam es zu ersten Warnstreiks. Dia moderne Arbeit ist „unmenscfaSidii“ Prot. Seitz ist als Arzt und Politiker für die 40-Stunden-Woche „Ich bin für die 40-Stunden-Woche", sagt Prof. Dr. Walter Seitz. Als Arzt lehrt er an der Münchener Universität, deren medizinische Poliklinik er leitet, innere Medizin. Als Politiker gehört er der sozialdemo ­ kratischen Fraktion des Bayerischen Land ­ tags an. Die Gründe, mit denen der Ab ­ geordnete Seitz für die 40-Stunden-Worhe eintritt/entstammen den umfangreichen i r- fahrungen des Arztes: „Die 40-Stunden-Woche wird vor allem durch die Einseitigkeit der heutigen Ar ­ beitsweise notwendig", erklärt Prof Seitz, „Ein Mathematiker z. B., der den ganzen Tag nur rechnen muß, kann keine acht Stunden arbeiten, ln der einseitigen Be ­ lastung der Menschen liegt die Gefahr der Summierung von Schäden." Prof. Seitz erläutert diese Auffassung durch ein ßei- soiel: „Wenn ich einmal Gift zu mir nehme, so muß das nicht unbedingt ge ­ fährlich sein. Wiederhole ich es aber täg ­ lich, so entsteht daraus eine große Gefahr. Die Monotonie der Maschine stimmt . nicht mit dem menschlichen Arbeitsrhyth ­ mus überein. Sie widerspricht seinem We ­ sen, sie ist „unmenschlich". Den Trieb nach Abwechslung können wir nicht nur bei Pflanzen und Tieren beobachten. Jedes Kind zeigt uns, daß es bei den Menschen nicht anders ist." Das „Unmenschliche" an der modernen Arbeit verlangt als Ausgleich eine längere Entspannung. Darum hofft Prof. Seitz, daß mit der 40-Stunden-Woche ein zweitägiges freies Wochenende eingeführt werden kann. „Der Verschleiß durch das steigende Ar ­ beitstempo ist groß. Weil die moderne Arbeit einseitig ist, erfüllt sie den Men ­ schen nicht mehr. Zwischen ihr und einer freien Tätigkeit ist der gleiche Unterschied wie zwischen einem Gepäckmarsch und einer Wanderung. Die Folge: Viele Men ­ schen kommen zu mir, die ihre Spannkraft verloren haben. Darum ist eine Verkürzung der Arbeits ­ zeit in der Regel notwendig." Bert. (Welt der Arbeit). Vorbereitung der 40-Stundenwocbe in Schweden Die schwedische Regierung hat ein Ko j mitee eingesetzt, das die Aufgabe hat, die Frage einer weiteren Verkürzung er Arbeitszeit zu untersuchen. Nach den Di ­ rektiven, die das Komitee vom Sozial- minister erhielt, ist die normale Arbeits ­ zeit von 40 Stunden wöchentlich, das Zic l der zu untersuchenden Probleme un i Vor ­ schläge. Dieses Ziel soll indessen nur durch allmähliche Fortschritte, in Etappen erreicht werden. Es sollen vor allem die Methoden diskutiert und untersucht wor ­ den, mit denen das Ziel verwirklicht wer ­ den soll Die Untersuchung soll auch k'ar- legen, ob es angebracht ist, Gesetze in dieser Frage so zu formen, daß sie neben einem ersten Schritt zur weiteren Arbeits ­ zeitverkürzung, den verschiedene > G uo- pen von Arbeitnehmern die größte Frei ­ heit zu Vereinbarungen mit den Arbeitgebern lassen. 3