12 Der Weg zum Eigenheim fäauen und Wohnen Neben der Gemeinnützigen Genossenschaft dev Eigenwohuer, über die wir in unserer letzten Ausgabe ausführlich berichteten, besteht im Saarland noch eine ähnliche Institution, die „Gemeinnützige Baugenossenschaft Saarland* 4 , mit dem Sitz in Saarbrücken, Dudweilerslr. 6. Auf genossenschaftlicher Basis kann man mit dieser 1 titution ein „Wohnhaus mit Kauf- auwartschaft“ finanzieren und erwerben. Hier werden für das Saarland ganz neue Wege be- schritten und die Bedingungen erscheinen uns äußerst günstig. Mit unseren heutigen Ausfüh- fülirungen wollen wie unsere Leser mit den rechtli hen Wescnsmerkmalen, mit der tech ­ nischen Seite, mit der Finanzierung und Be ­ last iiug usw. vertraut machen. Die Rechtsgrundlage für den Erwerb eines Wohnhauses mit Kaufanwartschaft bildet der zwischen der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Saarland c. G. m, b. H. und dem Kaufanwärter ahzuschlicßcnden Kau f an wartschafts vertrag. Dieser Vertrag wiederum findet seine gesetz ­ liche Stütze in dem Wohnnngsgeineinnützig- keitsgesetz. Im wesentlichen sieht der Kaufanwartschafts ­ vertrag folgendes vor: 1. Die Genossenschaft als vorläufige Eigen ­ tümerin räumt dem Kaufanwärter unter besonders festgelegten Bedingungen die Das Kaufanwartschaftshaus wird aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ausschließlich in ge ­ schlossenen Baugruppen gebaut. Die Festlegung der Baugruppen in den einzelnen Städten und Gemeinden hängt in erster Linie davon ab, ob geeignetes Baugelände unter angemessenen Be ­ dingungen — im letzteren Falle kommt vor allem ein angemessener Grundstückspreis in Frage — berei(gestellt werden kann. Der Grundriß des Kaufanwartschaftshauses ist folgender: 2 Vollgochossc mit zwei selbständigen WOhnungen mit folgender Raumeinteilung: •Je 1 Küche, 1 Wohnzimmer, 1 Eltern-Schlafzimmer, l Kinder-Schlafzimmcr, Bad und Toilette mit insgesamt etwa 645 cbm umbauten Baum und ! 10— 130 qm Wohnnutzfiäehe. Die Bauweise richtet sich jeweils nach den städtebaulichen Gegebenheiten und Erfordernis ­ sen: das heißt, ob Doppel- oder Reihenhäuser gebaut werden Das Kat lauwartschaftshaus wird im Rahmen des jeweils verfügbaren Eigen- und Fremdkapitals von der Genossenschaft als ausschließlich ver- Kaufanwartsohaft für das von ihr gebaute und finanzierte Wohnhaus ein. Sie legt in diesem Vertrag den Kaufpreis fest, wie er sich aus den Kosten für das Grundstück und der endgültigen Bauabrecluumg ergibt. 2. Das Kaufanwartschaftshaus wird an den Kaufanwärter nach einer fünfjährigen Min ­ destwartezeit — gerechnet vom Tage des Vertragsabschlusses an — im Grundbuch aufgelassen, wenn der Kaufanwärter 50o'o des Kaufpreises gezahlt hat. 3. Bis zur Auflassung und vom Tage der Nut ­ zung an zahlt der Kaufanwärter Nutzungs ­ gebühren. 4. Die Genossenschaft behält sieh im Kauf- anwartsehaftsvertrage für den Fall der Veräußerung des Hauses ein Wiederkaufs ­ recht vor, voraussichtlich für die Dauer von 20 Jahren, gerechnet vom Tage des Abschlusses des Kaufvertrages. 5. Der Kaufanwärter ist verpflichtet, die vom Kreditausschuß der Regierung festgelegle Mietauflage zu erfüllen. Für die zu ver ­ mietenden Räume ist ein angemessener Mietpreis festzusetzen. Die Genossenschaft ist zu einer dahingehenden Leberprüfung verpflichtet. Jm Zweifelsfalle bat die Ge ­ nossenschaft das Recht, den Mietpreis von sich aus festzusetzen. antwortlicher Bauherr schlüsselfertig erstellt. Soweit allerdings diese Mittel im Eiuzclfall« nicht voll ausreichen, wird dem Kaufanwärter in erster Linie eine etwaige Ergänzung der für diesen Fall bescheideneren Innenausstattung — gemäß besonders zu treffender Vereinbarung — im Wege nachträglicher Eigenleistungen Vor ­ behalten. Auf diese Weise wird zugleich ein gewisser Ausgleich hinsichtlich der von vorn- hcre'n einzubringenden relativ niedrigen Eigen- kapitalsquo« e gcschaffen. Bis zur Auflassung wird das Kaufan wartschafts ­ haus von der Genossenschaft als vorläufigen Eigentümer unterhalten. Der Kaufanwärter zahlt dafür mit der Nutzungsgebühr eine fest ­ stehende Unterhalt nngsquotc. Sondcrvviänsehc der Kaufanwärter sind mit der Wirtschaftlichkeit dieser Baumaßnahmen un ­ vereinbar. Der Kaufanwärter hat vielmehr Ge ­ legenheit, im Laufe der späteren Nutzung von sich aus Wünsche dieser oder jener Art zu verwirklichen, Eigenleistungen (gemeint sind eigene Arbeits ­ leistungen) im Zuge der Bauausführung sind nur dann möglich und vertretbar, wenn hierdurch den Gesamtinteressen gedient und die Gesamt- baumaßnahme nicht behindert oder aufgehal ­ ten wird. Ueber Finanzierung und Belastung muß man folgendes wissen: Die Höhe der Kosten, einschließlich Grund ­ stücks- und ßaunebeukosten, ergibt sich jeweils aus den Voranschlägen für die betreffende Bau ­ gruppe. Di« tatsächlichen Kosten können erst nach endgültiger Abrechnung im Einzclfalla festgestellt werden. Die Gesamtkosten für ein Kaufanwartschaftshaus im Rahmen des Baupro- grammes für 1953 liegen zwischen 3,7 und 3,9 Millionen ffrs. Im übrigen bemessen sich di« Kosten zwangsläufig nach den derzeitigen Wirt ­ schaft] i eben Verhältnissen. Für den Erwerb eines Kaufauwartschaftshausea und damit für den Abschluß eines Kaufanwart- schaftsVertrages ist die Einzahlung einer be ­ stimmten Eigenkapitalsquote durch den Kauf ­ anwärter Grundvoraussetzung, Das Eigenkapital beträgt in seiner Mindesthöhe 10o/o der ver ­ anschlagten Gesamtkosten. Die Bezahlung er ­ folgt jeweils zu Beginn der Bauausführung. (i.l.) (Schluß folgt) Die JAeatecgemeinde teilt mit: Weiferes Programm für die Spielzeit 1953/54 Miele I (sonntags) 2. 5. 1954 Madame Butterfly {Giacomo Puccini) 30. 5. 1954 Saison in Salzburg (Fred Raymond) 13. 6. 1954 Kabale und Liebe (letzte Vor ­ stellung) Miete 11 (montags) 3. 5. 1954 Seit Adam und Eva (John ßoy- ton Priestley) 31. 5. 1954 Madame ßutterfly (letzte Vor ­ stellung) Als Sondervorstellung bringen wir im Juni (genauer Termin ist noch nicht bekannt) die Operette ,,Saison in Salzburg". Preis für die Sondervorstellung: 2. Rang ffrs. 200.-, alle übrigen Plätze ffrs. 300,-. Die Gutscheine für die Vorstellung sind ab 20. April 1954 bei den nachstehenden Stellen erhältlich: Einheitsgewerkschaft — Hauptkasse — Saar ­ brücken, Brauerstr. 6-8, Zimmer 10 Geschäftsstelle Völklingen Geschäftsstelle Neunkirchen Geschäftsstelle St. Ingbert Herrn Körner, Spiesen Frl. Habermann, Limbach Herrn Fritze Elversberg. Die technische Seite des Kaufanwartschaftshauses Herausgeber: Verband Öffentliche Betriebe und Verwaltungen der Einheitsgewerkschaft, Saarbrücken, Brauerstr. 6—8. Telefon 9033 - 35. Verantwortlich für den Inhalt: Stephan Wallacher. Druck: Malstatt-Burbaeher Handelsdruckerei, GmbH., Saarbr. 5, Parallel«tr. 38, Tel. 1911-1912