Steuerfreie Beträge auf der Lohnsteuerkarte Gerade zu Jahresbeginn, empfiehlt es sich, unsere Leser auf die Möglichkeiten von Steuervergünstigungen durch Eintragung von Frei ­ beträgen auf der Lohnsteuerkarte hinzuweisen. Nach f 47 EStG (Einkommensteuergesetz in der Fassung vom 22. 12. 1953 sind auf Antrag des Arbeitnehmers bei der Berechnung der Lohnsteuer besondere Verhältnisse zu berücksichtigen. Diese liegen vor, wenn 1. die Werbungskosten den nach dem festgesetzten Pauschsatz er- rechneten Pauschbetrag übersteigen, 2. die Sonderausgaben die Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen So ­ zialversicherung und dem ^om Ministerium für Finanzen und For ­ sten festgesetzten Pauschbetrag für Sonderausgaben übersteigen, 5. ein sonstiger Abzug wegen außergewöhnlicher Belastung in Be ­ tracht kommt (ein Sonderfall der außergewöhnlichen Belastung ist auch gegeben, wenn der Arbeitnehmer körperbehindert ist). Werbungskosten < 20 I. LStDV (I. Lohnsteuerdurchführungsverordnung) erläutert den Begriff Werbungskosten wie folgt: „Werbungskosten des Arbeitnehmers sind Aufwendungen zur Er ­ werbung, Sicherstellung und Erhaltung des Arbeitslohns. Werbungs ­ kosten sind alle Aufwendungen, die die Ausübung des Dienstes mit •ich bringt, soweit die Aufwendungen nicht nach der Verkehrsauf ­ fassung durch die allgemeine Lebensführung bedingt sind. Keine Werbungskosten »lud die Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers mit sich bringt. Stehen solche Aufwendungen im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers, dann kann der Teil, der auf die beruflichen Zwecke entfällt, als Werbungskosten zugelassen werden, wenn eine Abgrenzung möglich ist. In diesem Falle können insoweit die Werbungskosten auch im Wege der Schätzung ermittelt werden. Werbungskosten sind auch: 1. Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbändon, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist (Gewerkschaftsbeitrag); 2. notwendige Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte; 3. Aufwendungen für Arbeitsmittel (Werkzeuge und übliche Be ­ rufskleidung, nicht also der Straßenanzug, der auch im Büro ge ­ tragen wird); 4. die Absetzungen für Abnutzung eines Wirtschaftsguts, dessen Verwendung oder Nutzung durch den Arbeitnehmer zur Erzielung von Arbeitslohn sich erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt." Werbungskosten sind demnach alle Aufwendungen, die mit der Berufsausübung im Zusammenhang stehen und zwar sind sie nur bei dem Dienstverhältnis zu berücksichtigen, bei dem sie entstehen. Eine Berücksichtigung von Werbungskosten des einen Ehegatten bei dem Dienstverhältnis des anderen Ehegatten ist daher nicht möglich. Übersteigen nun die Werbungskosten den Pauschbetrag für Wer ­ bungskosten, der zurzeit 10% vom Arbeitslohn beträgt, so kann der Steuerpflichtige bei dem für seinen Wohnsitz zuständigen Finanzamt den Antrag stellen, auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag in Höhe des übersteigenden Betrages einzutragen. Bei dem Antrag hat der Arbeitnehmer nachzuweisen, zumindest aber glaubhaft zu machen, wieviel Werbungskosten ihm voraussichtlich im Kalenderjahr er ­ wachsen werden. Abweichend von dieser Regelung sind gewissen Berufsgruppen zusätzliche Pauschsätze für Werbungskosten eingeräumt, die also ohne besonderen Nachweis zu dem allgemeinen Pauschbetrag für Werbungskosten gewährt werden. (Bühnenangehörige, Artisten, Rei ­ tende, Journalisten. Redakteure, Berufsmusiker), Diese Berufsgrup ­ pen brauchen also keinen besonderen Nachweis zu führen, müssen Jedoch auch bei dem Wohnsitzfinanzamt den Antrag auf Eintragung des erhöhten Pauschbetrages in die Steuerkarte stellen. Natürlich müssen auch diese Berufsgruppen den Nachweis führen, wenn sie Wer ­ bungskosten geltend machen wollen, die diese erhöhten Pauschsätze übersteigen. Die Berücksichtigung erhöhter Werbungskosten geschieht auto ­ matisch durch den Arbeitgeber d. h. also ohne Antragstellung des Arbeitnehmers und ohne Eintragung auf der Steuerkarte bei den Un ­ tertagearbeitern der Saargruben, fÜT die zusätzliche Werbungskosten von monatlich 3 000,— ffrs. genehmigt sind. Die Lohnsteuerrichtlinien vom 15. 7. 53 befassen sich sehr ein ­ gehend mit dem Begriff Werbungskosten, und zeigen Einzelfälle auf, 4 die als Werbungskosten anerkannt werden. Wir wollen diese Erläute ­ rungen in den wichtigsten Punkten wiedergeben: Früher wurden die Fahrtkosten zwischen Wohnort und Arbeits ­ stätte nur anerkannt, wenn der Wohnsitz im Siedlungsgebiet (also in der engeren Umgebung) des Arbeitsortes lag. Für die Dauer der Wohnraumbewirtschaftung sind die Aufwen ­ dungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ohne Rück ­ sicht auf das Einzugs- und Siedlungsgebiet des Arbeitsortes als Wer- bungskosten anzuerkennen, es sei denn, daß der Arbeitnehmer aus persönlichen Gründen seinen Wohnsitz in erheblicher Entfernung außerhalb des Saarlandes nimmt oder beibehält. Als Werbungskosten werden in der Regel nur die Kosten für die Benutzung der öffent ­ lichen Verkehrsmittel (Zeitkarten) anerkannt, vorausgesetzt natürlich, daß diese zur Verfügung stehen. Die Kosten für die Benutzung eines eigenen Kraftfahrzeuges sind im allgemeinen nicht als notwendige Aufwendungen anzusehen. Doch können sie ausnahmsweise anerkannt werden bei erheblich Gehbehinderten oder sonstigen Schwerkörperbe ­ schädigten oder bei Arbeitnehmern, deren regelmäßige Ar ­ beitszeit io ungünstigt liegt, daß die Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel unmöglich ist, oder ihnen billigerweise, beispielsweise wegen zu langer Wartezeiten, nicht zugemutet werden kann. Wenn das Kraftfahrzeug abgesehen von der Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte überwiegend der beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers dient, so können die Mehrkosten, die durch die Fahrten zwischen Wohnungs- und Arbeitsstätte entstehen, ebenfalls als Werbungs ­ kosten anerkannt werden. An Stelle der tatsächlichen Mehraufwen ­ dungen können auch folgende Kilometersätze angewandt werden: Kraftwagen bei einem Hubraum bis 999 ccm 20 Franken von 1000 bis 1499 ccm 22 Franken von 1500 ccm und mehr Motorrad bei einem Hubraum = 23 Franken von 89 bis 122 ccm 7 Franken von 123 bis 197 ccm «= 8 Franken von 1500 ccm und mehr 11 Franken Damit sind sämtliche mit dem Betrieb des Fahrzeuges verbundene Aufwendungen (Kraftstoff, Garage, Versicherung, Abnutzung usw.) abgegolten. Kann ein Arbeitnehmer wegen der zu großen Entfernung zwischen Arbeitsstätte und Wohnort oder wegen »chlechter Verkehrsverhält ­ nisse nicht täglich die Heimfahrt antreten und ist deshalb zur dop ­ pelten Haushaltsführung gezwungen (möbliertes Zimmer am Arbeits ­ ort), so sind die dadurch entstehenden notwendigen Mehraufwendungen als Werbungskosten anzuerkennen, Insoweit sie nicht vom Arbeitge ­ ber erstattet werden. Es kommen insbesondere in Betracht: 1. die notwendigen Mehraufwendungen für Verpflegung, 2. die notwendigen Kosten der Unterkunft am Beschäftigungsort, 3. die tatsächlichen Fahrtkosten (unter Ausnutzung der bestehenden Tarifvergünstigungen) für jeweils eine Familienheimfahrt in der Woche. Voraussetzung für die Anerkennung als Werbungskosten ist, daß dem Arbeitnehmer eine Verlegung des Wohnsitzes an den Beschäfti ­ gungsort oder in die Nähe deis Beschäftigungsortes nicht zugemutet werden kann. Als nicht zumutbar wird der Umzug angesehen, wenn in der üblichen Entfernung vom Beschäftigungsort keine für die Un ­ terbringung seiner Familie geeignete Wohnung zur Verfügung steht oder das Arbeitsverhältnis am Beschäftigungsort voraussichtlich nicht von Dauer ist (nicht länger als 2 Jahre). Die für doppelte Haushalts ­ führung geltend gemachten Aufwendungen können bis zur Höhe fol ­ gender Pauschbeträge für Trennungsentschädigung geltend gemacht werden. Voraussichtlicher Gesamtarbeits ­ lohn im Kalenderjahr Frs. Anzuerkennende Mehraufwendun ­ gen täglich für Ledige Frs. Verheiratete bis 600 000 375 500 von 600 001 bis 840 000 410 570 von 840 001 bis 1 440 000 440 630 von mehr als 1 440 000 475 700 Ausgaben beim Besuch von Veranstaltungen des Berufsstandes, des Berufsverbandes, des Fachverbandes oder der Gewerkschaft sind Werbungskosten, wenn sie beruflichen Zwecken dienen, also nicht nur der Förderung der Allgemeinbildung dienen oder gesellschaftlichen Charakter haben (z. B, fachliche Lehrgänge, gleichviel von wem sie