Seite 6 Februar/März J953 Wir zeigen "äb Samstag, den 7. März in unseren Schaufenstern ' - * sind Modeabteilungen die neuesten Modelle der Frühjahrsmode I9S3 QflS KP US DER KLEINEN PREISE PA SyAGE-KAUFHAUS SAARBRÜCKEN V'. ! 907 Seit über 45 Jahren ein Begriff für die Herrenwelt BHt« b«o«hten Sie unsere Ausstellungsräume. Wir zeigen zum Saison-Auftakt SPITZEN-ERZEUGNISSE DER SAARLÄNDISCHEN BEKLEIDUNGSINDUSTRIE. SAARBRÜCKEN - Rathausstraße 3-5 Ja, in jedem Kathremerkörndien steckt ein dicker, dunkelbrauner, glitzernder Kern aus richtigem, kristaflinischemRöstmafzkarameL Der gibt dem guten Kathreiner seinen besonders hohen Sehalt. einepreisd Damen* Nachthemden Jtaotte, prachtvoll« pempadcnirmueter. "3HIH£ toit «la»tisdh«r Tallla # HI2S9 oder Gürtel, ab nur » WM Damen<Chanmeute- Unterkleid Schöne Pastell f&röofi, Damen-Chofmevse- Garnltur U.-Bock u. 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Bei den Kapitali ­ sten ist die Maschine der alles bestimmende Faktor, der Mensch hat keine Bedeutung. Die Produktion ist ein Rechenexempel, und die Rechnung muß stimmen. Diese Einstellung ent ­ hält eine Gefahr. Wir müssen unser Kulturpro ­ gramm aufbauen auf der Bedeutung des Men ­ schen, Ein schwedischer Fin&nzmimster hat ein ­ mal sehr gut gesagt: „Man wirft uns vor, daß wir m unserer Sozialpolitik die oder jene Mög ­ lichkeit der Erweiterung der Produktion ver ­ säumen, aber unsere Sozialpolitik ist nicht an die Zahlen der Produktion gebunden, sondern an die Erhaltung des Menschen.“ Dieser Gesichtspunkt muß für ans maßgebend sein und muß in einem Kulturprogramm ent ­ halten sein, der Begriff der Ordnung und Orga- schen, vor allem in Deutschland, wo man im- nisation, aber auch der Rücksicht auf den Men- mer eine Tendenz zur Expansion hat. Die schöpferische Pause Ich komme jetzt auf etwas vollständig an ­ deres, waa sich im Grunde mit der heutigen Form unserer Industrie stößt, das Problem der schöpferischen Pause. In dieser Pause muß der Mensch die Möglichkeit haben, sich vom Zwang der Pflicht und vom Zwang der Ausübung ganz bestimmter Dinge freizumachen, um in sich selbst etwas reifen zu lassen. DU schöpferi ­ sche Pause ist natürlich an und für sich nur dann schöpferisch, wenn den M«woben auch das Material gegeben wird, mit dem »Tc et«..s gestalten können. Lind hier kommen wir zur Frage der Freizeitgestaltung, die auch für uns Bedeutung gewinnen muß und gewinnen wird, weil wir dadurch einen Teil der Zusammen ­ gehörigkeit entwickeln, die notwendig ist für die Durchführung unserer Aufgaben. Hier müs ­ sen wir eines erkennen bei der Freizeitgestal ­ tung und der Schulungsarbeit, daß einmal gesagt worden ist, die Liebe sei der Egoismus zu zweit, die Familie der Egoismus zu viert oder fünft. Dieser Familienegoismus hat so eine gewisse Tendenz, im eigenen Fett zu schmoren, um etwas zu entwickeln, was auf das Gemeinschaftsgefühl einwirkt. Eis ist ganz interessant, die Schriften der Utowisten zu le ­ sen, wo man schon überall versuchte, neue Formen der Gemeinschaft zu finden, des ge ­ meinschaftlichen Essens, des Wanderns, der Feierstunden usw., um diesen Familien igois- mus auszuschalten, wo man versuchte, neue Formen der Gemeinschaft zu bilden, um den Einfluß der egoistischen Tendenzen etwas ab ­ zuschwächen. Wir müssen hier neue Wege fin ­ den auch für die Gestaltung der Feierstunden, die wir durchzuführen haben. Hier können wir ruhig sagen, daß wir uns auf dem Gebiet des Gefühlslebens in einer Periode der ausge ­ sprochenen Barbarei befinden. Wenn man die Impulse in einem großen Teil der Gemein ­ schaftsabende betrachtet, so iat es wirklich Bar ­ barei. Die Menschen sind zufrieden,, wenn sie auf eine Stufe heran tergehm, wo die Kontrolle ausgeschaltet werden kann. Das heißt also, man findet Gefallen an der übelsten Form der Unter ­ haltung, man ist vergnügt an der blödesten Form- des Gespräches, man findet die Gemeinschaft in Formen, die keinen Gewinn bringen. Ich weiß, das ist ein Punkt, Über den man nicht gerne spricht, Eis »oll sich keiner etwas vormachen, solange wir nicht auch auf diesem Gebiet zu einer Form kommen, die dem Interesse wie dem Gefühl etwas Wertvolles und Gutes bringt, werden wir kein Kulturprogramm haben, wie wir auch keine Kultur haben. Das ist auch eines der größten Probleme unserer Zeit, daß wir das, was zerstört worden ist, wenigstens zu einem Teil wieder Herstellen wollen. In der früheren Jugendbewegung hatte man fast keine Veranstaltung, von der nicht etwas übrig blieb, und trotzdem war man vergnügt, auch verliebt, aber etwas Wertvolles war dabei, was bei uns heute fast vollständig fehlt. Das Ist ein sehr ernstes Problem. Fragt nur: was singen wir heute? Wir haben das Singen ver ­ lernt, wir singen Schlager, moderne Schlager, und diesen Schlagern fehlt das, was erst jeden Humor wertvoll macht, nämlich der Ernst. Ich weise hier auf Wilhelm Busch, Kästner, Tu ­ cholsky und andere hin, das waren auch humo ­ ristische Menschen, aber mit dem Emst als Grundlage, und deshalb ist das, was sie sagten, so wertvoll. Dort, wo rein oberflächliche Ge ­ fühle entwickelt werden, kann keine Bindung da sein, und es ist eben dann keine Belebung und keine Bereicherung und es ist keine Kulturar ­ beit, die man mit solchen Zusammenkünften leistet. Es ist interessant, es gibt zwei Extreme, auch bei uns: den fachsimpelnden Kollegen, der meint, auch auf geselligen Abenden fach ­ simpeln zu müssen, und sich um nichts ande ­ res kümmert und, ich will keinem zu nahe tre ­ ten, den blödelnden Lustigmaeher, der auf ge ­ wisse weitverbreitete Formen der Lustigkeit zurückgreift, die fast immer dem Gebiet der Dutzenderotik entstammen. Gemeinschaftsabende Ein Gemeinschaftsabend bedarf vielmehr der Vorbereitung wie eine Mitgliederversammlung. Wir müssen ein Programm erstellen, was nicht immer leicht ist, und dabei müssen wir unsere Spielgruppen dazu erziehen, sich bei solchem Abenden einzusetzen, dabei braucht es sich nicht immer um Hörspiele zu handeln. Ich muß dabei an einen Besuch in einer kleinen Stadt im Norden denken, wo man einen Tag mit der Eisenbahn und sechs Stunden mit dem Autobus fahren mußte, um sie zu erreichen; dort sind die Leute auf sich gestellt, und e« besteht eine ausgezeichnete Gewerkschaftsorga ­ nisation und eine Jugendorganisation. Man hatte dort einen Abend mit eigenen Kräften der Jugend aufgezogen, die das Programm aus sich selber heraus gestalteten, dieser Abend war für die jungen Menschen Erfüllung, und das eine hing damit zusammen, daß sie wirklich auf sich angewiesen waren. Wenn man dabei an den Tingeltangel der Großstadt denkt, dort kommen die Leute nicht mehr dazu, schöpferisch tätig zu sein. Wir müssen wieder dazu kommen, daß in der Jugend und den Bildungsgetnein- schaften das Schöpferische wieder zu seinem Recht kommt. Das braucht nicht immer erst ­ klassig zu sein, es muß aber wieder seine Be ­ deutung bekommen. Man muß versuchen, Spielgruppen ins Leben zu rufen und ihnen wertvolle Programme geben, Nun noch ein paar Worte zur Frage des Alkohols. Auch das ist ein unbeliebtes Thema, denn mit dem Alkohol ist das so eine eigene Sache. Alls wir neulich einmal von Düsseldorf kamen, sind wir noch eingekehrt und trafen einige Bekannte, u. a. den Direktor eines gro ­ ßen Werkes. In der Unterhaltung sagte der Direktor u. a.: „Wenn ich einen Vertreter oder Mitarbeiter einstelle, dann prüfe ich ihn auf zwei Sachen, erstens wie er seine Spesen abrech ­ net und wie er sich verhält, wenn er Alkohol getrunken hat, dann weiß ich Bescheid.“ Das heißt also, daß Alkohol trinken und vertragen gelernt sein muß. Wer das versteht, wird auch mit dem Alkohol umzugehen wissen. In unse ­ ren Veranstaltungen sollte man vielleicht et ­ was mehr darauf achten, daß das Saufen nicht verbreitet wird. Die Menschen wollen sich ver ­ gnügen, und der Alkohol ist eines der Mittel, über die eigenen Hemmungen hinwegzukommen. Bis zu einem gewissen Grade ist dies gut, es kann aber auch gefährlich oder nachteilig wir ­ ken. (Schluß folgt) Die Gewerkschaft schafft für den sozialen Fortschritt. Arbeitet alle mitl ❖ Verstärkt die Reihen I HmmmmiiiiiiiiiiiiiiHiiiiHifiimiimmfmiiimiiiimHiitmimiiiiimiiiiiiiiiifiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiHiiitiiHiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiHiKiifiiiiiiiiiiuiiimfrniviimi Sieiyeitdec 'Umsatz - 9iahe Quaten 2,9 Millionen Franken Im Toto 75 drei Gewinne mit J< Ihre nächste Chance Nn Toto 77 am 7./S. März 1953 ÄnnahmescftEufi: Freitag, Ran 6. März, 18.00 Uhr