Seite 4 Beilage Steine und Erde erlaube ich mir, in Eurer Diskussion zu sprechen. Mit der Diskussion die bis jetzt hier geführt wurde, werden wir unsere Probleme nicht meistern. Wir haben einen Standpunkt vertreten, daß uns nur eine zusauiuu ..geschlossene Indus , i gewerkschaft fruchtbringend ist. Wir alten Kollegen haben den Grundstein zu dem Haus gelegt. Das Haus muß man vom Keller aus bauen. Es hat mich gefreut, daß ich neute unter Euch weilen darf. Noch nicht habe ich gehört, daß einer der Dis ­ kussionsredner über das Finanzproblem ge ­ sprochen hat. Schaffen wir die Voraussetzun ­ gen, sich heimisch zu fühlen in der Organisa ­ tion. Aber das nötige Finanzpulver gehört da ­ zu. Wir haben auch dieselben Probleme wie Ihr sie habt. Wie Ihr haben wir auch zu kämp ­ fen. Sie haben es mühseng aufgebaut 1946 die alten Kollegen. Nun sind die Jungen an der Reihe. So wie wir uns hier betätigen, so wird uns der Unternehmer einschätzen. Gestel: Mein Vorredner hat mir vieles vorweg genommen. Jene sind auf dem Holz ­ wege, die da glauben, die Beiträge senken zu müssen. Lieber haben wir nur 10 Mitglieder, die den Beitrag zahlen, das sind die Felsen, aut die wir bauen können. Denn wenn ich meine 1 Vorschrift leiste bei der Aufnahme, so verpflichte ich mich auch den Beitrag zu zahlen. Der Kollege sagte so schön, wir müß ­ ten unser Haus seibst aufbauen, len glaube, wir wären jetzt dort, daß wir einziehen könnten. Der andere Kollege sagt bei ihnen sei jeder organisiert. Es muß soweit kommen, daß je ­ der, der die Baustelle betritt, organisiert sein muß. damit wir starke Kassen haben. Jedem Kollegen, der organisiert ist, müssen wir es ans Herz legen, aktiv mitzuarbeiten. Fritsch : Wir haben einen Kassenbericht gehört, der einzig dasteht. Haben Sie sich die Zahlen vor Augen gehalten. Ich muß dem Kol ­ legen meine Anerkennung aussprechen. Jeden ­ falls haben wir wieder einen Kassenbestand, der sich sehen lassen kann, und ich habe die Schwierigkeiten nach der Frankenumstellung kennengeiernt und freue mich, daß wir durch die Umsicht des Kassierers heute soweit sind. Ebenso habt Ihr einen ausführlichen Tätig ­ keitsbericht gehört und gehört was geleistet wurde. Ich habe aber nicht gehört, daß Ihr den Männern, die diese Arbeit für Euch ge ­ tan haben, Anerkennung gezollt habt. Schließ ­ lich haben sie einen Anspruch darauf. Roth: Ich war vor lVs Jahren persönlich anwesen, als die Kollegen Diederich und Schä ­ fer bei Verhandlung waren. Es ist eine un ­ angenehme Aufgabe, Lohnverhandlungen zu führen. Man kam auf 10 o/o. Dann haben die Kollegen die Lohnzonen angeführt. Es ist be ­ rechtigt, diese Lohnzonenänderung zu verlan ­ gen. Es geht auf die Dauer nicht an, daß man besondere Besoldungsgruppen hat. In bezug auf die 120 Mann, die in Maria Hütten zur Ent ­ lassung kamen, möchte ich sagen: Man hat eine Ueberproduktion und somit Ueberschuß an Ar ­ beitskräften. Die Leute kamen aus gesicherten Stellen, weil hier mehr zu verdienen war und nun liegen sie auf der Straße. Man müßte deshalb die Werte steuern können. Es wäre hier dringend eine Mitbestimmung am Platze. Leider ist es so, daß das Betriebsrätegesetz nun schon 2 Jahre bei der Regierung liegt. Denn nur in diesem Betriebsrätegesetz wäre uns die Macht gegeben, diese Misere abzustellen. Wenn Kamerad Kutsch es angeschnitten hat, weg mit den Konventionen, so kann ich nur sagen, daß er unsere volle Unterstützung hat. Pfeiffer: Ich bin dafür, daß man die Delegierten fragt, ob sie dem alten Vorstand nach gehörtem Kassen- und Geschäftsbericht Entlastung erteilen. Ich bin der Auffassung, daß die gleitende Lohnskala eingeführt werden müßte, daß wir den Schwankungen nicht mehr ausgesetzt sind. Schäfer: Kollege Schäfer stellte fest: Leider wurde nicht zur Sache diskutiert, wie das nach den beiden Berichten verlangt wurde. Der Kollege eben hat die gleitende Lohn ­ skala erwähnt. Ich kann ihm nur sagen, wenn wir die gleitende Lohnskala haben wollten, hät ­ ten wir sie schon 2 Jahre. Wir lehnen sie ab. Und zwar müssen wir erst einen anständigen Lohn haben. Wenn wir sie heute bekämen, ginge sie nur auf den Mindestlohn. Und die meisten Arbeitnehmer würden nur verlieren. Hinzu käme, daß wir keine Lohnforderungen mehr stellen könnten. Die Löhne würden erst nach einer Statistischen Feststellung steigen. Und wie es damit bestellt ist, haben sie ja aus den Verhandlungen im letzten Jahr gehört. Sicher, wir sind auch mit der letzten Forde ­ rung nicht durchgekommen, man hat uns ge ­ raten, gleich zum Schlichter zu gehen, was wir abgelehnt haben, denn wir wollen ver ­ handeln. Der Schlichter sagt uns, ja machen sie einmal von ihrem Machtmittel Gebrauch. Kollegen wir könnten es. Aber um einen Streik aut unbestimmte Dauer aufzurufen, bedarf es aller Bauarbeiter und viele stehen noch nicht in unseren Reihen. Sie würden uns bei längerer Dauer in den Rücken fallen. Dann heißt es die Familien zu betreuen. Ihr seht also, daß es nicht so einfach ist. Und doch Kollegen, wir werden eines Tages dazu greifen müssen. Schon zwei Jahre liegt unser Entwurf zum Rahmen ­ tarifvertrag beim Arbeitgeberverband der Sau ­ wirtschaft und wir sind nicht weiter gekom ­ men, weil es an der Lehrlingsfrage scheiterte. Wir sagen ihnen, wir schließen nicht ohne Lehrlinge ab. Es hat nicht am nötigen Nach ­ druck unsererseits gefehlt, das können sie mir glauben. Wir wollen für alle abschließen, oder wir lassen es. In unserm Entwurf zum Rahmen ­ tarifvertrag beim Arbeitgeberverband ist nur eine Lohnzone gefordert. Wir hatten ihnen vorgeschlagen den ReichsbautarLf zu überneh ­ men, wie er in seiner Fassung ist. Die Unter ­ nehmer waren dagegen. Auf einmal wollen sie ihn haben, allerdings die Lehrlings- und Ur- laubsfrage soll gestrichen werden. Darauf kön ­ nen wir nicht cingehen, wir wollen die Lehr ­ linge dabei haben, sie sind ein Teil von uns. Mit unserer Lohnpolitik können wir uns sehen lassen. Wir waren die ersten, die eine Forde ­ rung gestellt haben und die sie auch durchge ­ drückt haben. Aber um schießen zu können, müssen wir auch Pulver haben. Das Betriebs ­ rätegesetz müssen wir haben. Es liegt nicht an den Funktionären, daß es noch nicht da ist, sondern darüber entscheidet der von uns ge ­ wählte Landtag. Und wir als ihre Wähler kön ­ nen ihnen ja zeigen, daß wir mit der Verschlep ­ pung der für uns vorteilhaften Gesetze nicht einverstanden sind. Wir hatten am 22. Okto ­ ber zu einem Generalstreik aufgerufen und ich kann Ihnen sagen, es waren noch viele die un ­ serm Aufruf nicht Folge geleistet haben. Des ­ halb richte ich nochmals an Euch die Bitte, alles daranzusetzen, daß die Indifferenten zu uns stoßen. M unari : 1947 stand bereits die Frage der Arbeitskammer. Nachdem haben sich die Kollegen der E.G. dafür eingesetzt, daß es end ­ lich Gesetz wurde. Kameraden es ist einmal so, hätten die Kollegen sich früher einmal inten ­ siver mit dieser Frage beschäftigt, hätten wir vielleicht ein anderes Gesetz bekommen. Det Landtag hat nun das Gesetz gebilligt mit Zu ­ stimmung aller Fraktionen. Und nun hat die Wahl stattgefunden. Die Hauptverwaltung hat versucht, diejenigen Kollegen als Kandidaten vorzuschlagen, die der Aufgabe gewachsen sind. Von jedem .Industrieverband waren Vertreter entsprechend der Stärke des Verbandes zu wäh ­ len. Von unserm Industrieverband war es der Kollege Schäfer. Der von allen einstimmig ge ­ wählt wurde. Und ich glaube, daß Sie keinen bessern Vorschlag machen könnten. Wenn wir also der Meinung sind, daß die Arbeitskam ­ mer nicht das ist, was sie sein soll, so ist es Sache der Mitglieder, sie zu dem zu machen, w’as wir wollen. Kameraden, wir haben ein Jugendschutzgesetz, ein Mutterschutzgesetz, ein Arbeitsschutzgesetz und wie sie alle heißen, diese haben erst eine Bedeutung, wenn ein Richter da ist. Wir haben in der tlolzwirtschaft Lohnverhandlungen geführt. Kollege Schäfer war krank. Kollege Diederich führte die Ver ­ handlung, ich war damals als Beisitzer beim Schlichtungsausschuß und konnte nicht in die Verhandlung eingreifen. Kollege Diederich gab sich die größte Mühe einen anständigen Lohn herauszuholen, indem er dem Arbeitgeberver ­ band die Gewinnspanne ausrechnete. Die an ­ wesenden Kollegen der Tarifkommission haben erklärt, sie schmeißen die Bücher hin, wenn wir nicht ahschließen. Was konnten wir als Organisation da noch machen. Als wir bei einer Verhandlung mit der Heizungsindustrie die Heizungsmonteure gefragt haben, ob sie bei einem Streik mitmachten. Da haben sie uns erklärt, es geht nicht. Bei dem Streik, den wir in der Bauindustrie Va Tag lang führten, mußten wir feststellen, daß die großen Be ­ triebe streikten und die kleinen nicht. Es kommt nicht auf die Größe des Betriebes an, sondern auf den Kameraden. Wenn heute ge ­ streikt wird, so ist das für jeden. Es ist kein Grund da, zu sagen, weil es nur V* Tag ist, mache ich nicht mit. Wenn ich nicht mit ­ mache, so habe ich gegen die Interessen der Einzelnen verstoßen. Die Zimmerer, sie haben das, was heute hier in den Kinderschuhen steckt, schon alles miterlebt. Diese Diskus ­ sionen hat es schon vor 50 Jahren gegeben. Wollen wir uns einmal das zur Aufgabe ma ­ chen, daß eine Aktion jeden angeht. Damit war die Diskussion beendet. Es wurde dem Vor ­ stand und dem Kassierer Entlastung erteilt. Wahlen, Anträge und Entschliessungen Flierauf gab Kollege S t e r r von der Man- datsprüfungskommission das Ergebnis bekannt: Delegierten waren 103 gemeldet. Anwesend wa ­ ren 83, es fehlten 20. Der Durchschnittsbeitrag der Delegierten ist 395 Frs. Wahl des Vorstandes. sen, um die Interessen der Arbeiter und Ange ­ stellten voll zu vertreten. Die Delegierten sind bereit, auf der Bau ­ stelle, im Betrieb und Büro die Vorbereitun ­ gen zu treffen, um dem Ruf der Gewerkschaft Folge zu leisten. trieblichen wirtschaftlichen Verhältnisse bes ­ ser zu gestalten. Die Delegierten des 1. V. Bau- und Holzge ­ werbe haben als Grundsatz die parteipolitische und religiöse Neutralität und verlangen auä diesem Grunde, daß alle Fraktionen und Land ­ tagsabgeordnete sich für die Forderung ein- setzen, damit noch in dieser Sitzungsperiode das Betriebsrätegesetz endgültig verabschiedet wird. Wir verfolgen interessiert und eingehend alle Landtagssatzungen, um zu erkennen, welche Fraktion und Abgeordnete die Interessen der Arbeiter, Angestellten und Beamten verteidigen. Zur Zusatzversicherung Entschließung. Der am 22. Juni 1952 im „Johannishof“ in Saarbrücken stattfindende 1. außerordentliche Verhandstag des Industrieverbandes Bau- und Holzgewerbe in der Einheitsgewerkschaft stellt sich in seiner Stellungnahme zur Sozialversi ­ cherung, insbesondere der Invaliden- und Al ­ tersversorgung, voll und ganz hinter die an den Kongreß der Einheitsgewerkschaft am 29. 3. und 30. 3. 1952 einstimmig angenommen und der Regierung des Saarlandes — Ministe ­ rium für Arbeit und Wohlfahrt — zur wei ­ teren Veranlassung zugeleiteten Entschließung. Der Verbandstag unterstreicht damit seiner ­ seits nochmals eindringlich die Forderung ei ­ ner unbedingt notwendigen weiteren Ausbaues der Invaliden- und Altersversorgung. Für die Bau- und Holzarbeiter bestehen keine Pensions- oder Zusatzkasseneinrichtun ­ gen. Die einfache Invalidenrente in ihrer heu ­ tigen Form ist keine Altersversorgung. In die ­ ser Hinsicht alle Arbeitnehmer gleich zu be ­ handeln, ist nicht mehr wie recht und billig. Der 1. ordentliche Verbandstag des Industrie ­ verbandes Bau- und Holzgewerbe in der Ein ­ heitsgewerkschaft fordert deshalb von der Re ­ gierung, daß durch eine gesetzliche Regelung für alle Arbeitnehmer, gleich in welchen In ­ dustriezweigen sie beschäftigt sind, ein ein ­ heitliches Recht in Form einer ausreichenden Invaliden- und Altersversorgung geschaffen wird. * Der Kollege Schäfer gab den Vorsitz der Versammlung an den Kollegen Ecker ab. Als 1. Vorsitzender wurde Kollege Schäfer vorgeschlagen und per Akklamation einstim ­ mig gewählt. Als 2. Vorsitzender und Geschäftsführer wurde Kollege Munari vorgeschlagen und ein ­ stimmig gewählt. 1. Kassierer wurde Kollege Diederich ein ­ stimmig. Als 2. Kassierer wurde Kollege Heinrich Gimpel einstimmig gewählt. 1. Schriftführer wurde Kollege Bier und 2. Schriftführer Kollege Rudolf Hahn. Als Beisitzer wurden vorgeschlagen: Ecker Hermann, Frisch Paul, Blum Peter, Sander Ludwig, TorneHier Nikolaus. Weiter wurden vorgeschlagen: Becker Erich, Gestel Karl und Buchmann Nikolaus. Die Beisitzer wurden durch geheime Wahl gewählt. Aus der Wahl gingen hervor: Frisch Paul Ecker Hermann Sander Ludwig Blum Peter Becker Erich. Die Revisionskommission wurde einstimmig gewählt. Die Satzungen waren bis zum 15. Mai ab ­ zuändern. Zwei Anträge wurden nur von Neun ­ kirchen eingebracht. Der 1. Antrag wurde ein ­ stimmig angenommen, der 2. Antrag wurde mit 33 gegen 24 Stimmen abgelehnt. Die übrigen Punkte der Satzung wurden /einstimmig ange ­ nommen, somit tritt dieselbe mit dem 1. Juli 1952 in Kraft. 5 Entschließungen wurden einstimmig ange ­ nommen. Zum Lohn- und Preisproblem Entschließung. Die am 22. 6. 1952 im „Johannishof“ in Saarbrücken versammelten Delegierten des 1. außerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- und Holzgewerbe der Einheitsgewerkschaft des Saarlandes naiTtnen Kenntnis von der Stellung ­ nahme des Arbeitgeberverbandes des Saarlan ­ des und betrachten die Antwort vom 19. 6. 1952 in der Beweisführung als ungenügend. Sie erklären sich mit der Forderung vom 24. 3. 1952, Neuregelung der Löhne und Gehälter, mit den Arbeitern und Angestellten im Hoch- und Tiefbau solidarisch. Die Verweigerung mit dem I. V. Bau- und Holzgewerbe zur Neu ­ regelung zu kommen, bedeutet einseitige Po ­ litik und Störung des Arbeitsfriedens. Der Standpunkt der Gewerkschaft, Preisab ­ bau gleich Lohnerhöhung, bleibt nach wie vor aufrechterhalten. Ferner wird festgestellt, daß für die Preissenkungsaktion keine Garantien gegeben sind. Die getroffenen Maßnahmen er ­ weisen sich als ungenügend. Aus diesem Grunde bleibt die Forderung, Löhne und Gehälter neu zu regeln, bestehen. Fest steht, daß der Lohn ­ ausfall der unbezahlten Feiertage sowie der Differenzbetrag in der Schlechtwetterregelung von 40 o/o für den Bauarbeiter eine Härte und erhöhte Sorge darstellt für die Ernährung der Familie, zudem nach dem letzten Lohnabschluß vom November 1951 bis zur Neuforderüng im März 1952 nicht einmal die Kaufkraft für Ver ­ besserungen des Lebensstandardes garantiert war. Das Einkommen der Arbeiter und Angestellten muß höher liegen, als nur zur Bestreitung des Lebensnotwendigen, Die Delegierten erteilen dem neugewählten Vorstand Vollmacht, alles Nötige zu veranlas ­ Zur Schlechtwetteriegelung Entschließung. Die am 22. 6. 1952 im „Johannishof“ in Saarbrücken versammelten Delegierten des 1. außerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- und Holzgcwerbe der E.G. des Saarlandes stel ­ len fest, daß die z. Zt. bestehende Ausfall ­ vergütung in der Schlechtwetterregelung von 60 o/o als ungenügend betrachtet wird. Alle Beschäftigte, die den Witterungseinflüs ­ sen ausgesetzt sind und deren Einkommen durch höhere Gewalt Vermindert wird, betrachten diese Verminderung als eine Strafe für ihre berufliche Tätigkeit gegenüber den Beschäftig ­ ten anderer Industriezweige, die ihre volle Schichten verfahren können. Es ist deshalb mehr als ein Verlangen, es ist ein Recht, die Handhabung in der Schlecht ­ wetterregelung dahingehend abzuändern, die Lohnausfallvergüiung mit 75 o/ 0 auf das ganze Jahr zu übertragen. Desweiteren die Delegierten einen Vertreter des I. V. Bau- und Holzgewerbe der Einheits ­ gewerkschaft in den Ausschuß des „Landes ­ stock des Saarlandes“ um bei allen Fragen, die die Beschäftigten unseres Industriezweiges angehen, vertreten zu können. Zum Betriebsrätegesetz Entschließung. Die am 22. 6. 1952 im Johannishof in Saar ­ brücken versammelten Delegierten des 1. au ­ ßerordentlichen Verbandstages des I. V. Bau- und Holzgewerbe der Einheitsgewerkschaft des Saarlandes fordern von dem Landtag die Ver ­ abschiedung des Betriebsrätegesetzes in unab- geänderter Form, wie es von der Einheitsge ­ werkschaft seit bereits 2 Jahren beantragt wurde. Wir erheben schärfsten Protest gegen die Verschleppung der Regierung und Manöver der Arbeitgeber, wie sie bis jetzt angewandt wur ­ den. Die Delegierten sehen in dem Inkrafttre ­ ten des Betriebsrätegesetzes und dein Mitbe ­ stimmungsrecht erst die Voraussetzung die be ­ Der Verbandstag verwies die Entschließung über Jugendfragen wegen der Aufnahme der Lehrlinge und Anlernlinge in den Rahmenta ­ rif dem Verbandsausschuß, Sie wird in einer der nächsten Ausgaben veröffentlicht werden. Die Entschließung des Kreises Saar ­ louis wegen der Beiträge zur Arbeitskammer wurde mit Mehrheit abgelehnt. Kollege Schäfer sprach nun das Schluß ­ wort. Er dankte für den sachlichen Verlauf und rief die Kollegen auf, mitzuarbeiten, da ­ mit wir in zwei Jahren auf eine segensreiche Arbeit zurückblicken können. Um den Delegierten und Mitgliedern einige frohen Stunden zu bereiten, fand am Abend im gleichen Saale ein „Bunter Abend“ mit gesel ­ ligem Beisammensein und Tanz statt. Namhafte Künstler waren zur Gestaltung herangezogen. Im Festprogramm waren folgende Darbietungen vorgesehen: Ferdi Weiter, Ansage. ( Berni Rigg, Spiel mir das Lied von Lieb und Treu, aus Ungarische Hochzeit. Tarantella aus Gasparone. Der Liebesvogel von Michael Jary. Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist. Johannes Treffny: Ich bin klug und weise, aus Zar und Zimmermann. — Auch ich war ein Jüngling, aus Waffenschmied. Am Flügel begleitet Kapellmeister Johans ­ son. Zauberschau Sirius. Berni Rigg — Johannes Treffny Duett: Er ­ klingen zum Tanze die Geigen, aus Schwarz ­ waldmädel, Johannes Treffny: Das Lied an die Flasche. Ferdi Weiter. 5 Ernestos: Akrobatische Symphonie. Anschließend Tanz. Delegiertentag und „Bunter Abend“ werden allen Beteiligten in bleibender Erinnerung sein. Verantwortlich für I.-V. Bau- und Holzge ­ werbe: Jakob Schäfer. Druckerei Saar-Zeitung Dr. Nikolaus Fontaine. Der Verbandstag zeigt auf, daß die Mitglieder die Gewerkschaft sind. „Wer ernten will, muß erst säen!" Darum ist es auch Deine Pflicht, die Organisation aufbauen zu helfen. Durch Aufklärung Deiner noch abseits stehenden Berufskolleginnen und -kollegen schaffst Du eine starke Organisation, die Dir und Deiner Familie Rechte garantiert.