Seite 2 Bellaoe Vom Januar 1951 mit 26 962« im Juli 1951 auf 28 274, im Dezember 1951 auf 30 808. Betriebe Beschäftigte Baustoff erzeugende Industrie 150 3500 Heizung 29 1000 Kiekti .listallateur 301 1145 Glaser u. Glasmaler 48 300 Install, u. „ er 311 1368 Maler u. Lackierer 760 2049 Maurer u. Plattenleget 670 15 250 Sattler u. Polsterer, 322 776 Stein- u. Bildhauer 85 266 Straßenbauer 33 645 Stukkateure u. Gipser 267 2200 Tischler 937 4107 Zentralheizungsbauer 33 650 Zimmerer u. Treppenbauer 175 1734 im Bau- und Bauneben ­ gewerbe, Baustoff erzeugende — Holzverarbeitende. Holz- wirtsehaft u. Heizung mit rund 60 000 Wir zählen in der Bauwirtschaft 136? Be ­ triebe. Die Aufstellung ist folgende: Baugeschäfte 1935 1951 einsehl. Straßenbau 384 543 Gips und Verputz 215 273 Dachdecker 86 113 Zi imerer 143 174 Terrazzo 32 36 Plattenleger 41 57 Stein- und Bildhauer 75 Mit diesen Zahlen ist es allein nicht getan. Der Beweis liegt vor. daß wir in unseren In ­ dustriezweigen über 60000 Beschäftigte haben. Unsere Verantwortung erstreckt sich auch auf die Familienangehörigen. Besinn des aktiven Schaffens Nach unserer Generalversammlung am 26. 3. 1950 im Keglerheim trat am 7. 4. 1950 der neugewählte Verbandsausschuß zusammen und nahm zu den Beschlüssen und Diskussionen, wie sie auf der Generalversammlung geführt wurden, eingehend Stellung, um zur Neurege ­ lung der Löhne and Gehälter zu kommen, um die Handhabung der Lohntarife neu zu ge ­ stalten, eine Lohnzone und ein vereinfachtes Berufsbild: einen Facharbeiter, einen Hilfs ­ arbeiter, Polier, Schachtmeister, Oberpolier und Oberschachtmeister. Als Ausgangsbasis wurde erstrebt die Neufestlegung des Maurererklohnes für die Regelung nach oben und unten; für die Angestellten das alte Berufsbild der TOA: keine drei Stufen Hilfsarbeiter, keine drei Stufen angelernte und keine drei Stufen Facharbeiter. Am 11. 4. 1950 wurde dem Arbeitgeberver ­ band die Forderung eingereicht, mit uns in Verhandlungen zu treten, um das Berufsbild und die Neuregelung der Löhne und Gehälter vorzunehmen. Der Arbeitgeberverband erklärte sich am 18. 4. 1950 bereit, am 6. 5. 1950 zu verhandeln. In dieser Sitzung verwiesen sie auf die Verfügung vom 2. 3. 1950 (siehe Kon ­ vention). Auf Grund dessen verlangten wir eine Audienz beim Arbeitsminister, die auch statt ­ fand. Die Erklärung des Arbeitministers war: Vereinbarungen können getroffen werden, je ­ doch nicht nach unten; nach oben gibt es keine Beanstandungen. Am nächsten Tage machten wir den Arbeitgeberverband aufmerksam. Je ­ doch seine Stellung blieb dieselbe, obwohl der Minister für Arbeit und Wohlfahrt mit Rund ­ schreiben noch am 6. 5. 1950 die Arbeitnehmer und -geber davon in Kenntnis setzte. So kam es am 11. 5. 1950 zur Protestver ­ sammlung und Arbeitsniederlegung. Die Aus ­ wirkung war vollständige Arbeitsruhe. Am 12. 5. 1950 haben wir dem Arbeitgeberverband der Bauwirtschaft, der Baustofferzeugenden Indu ­ strie und der Heizung und Installation die Resolution der Protestversammlung überreicht und neuen Vei ... .a.ungstemün gestellt. Am 13. 5. 1950 wurde die Verhandlungsbe- reitschaftserklärung für den 16. 5. 1950 ver ­ einbart. Der Arbeitgeber erklärte sich bereit, 10 Pro ­ zent Erhöhung zu bewilligen. Wir waren mit dem Vorschlag nicht einverstanden. Daraufhin riefen wir den Schlichtungsausschuß an und unterbreiteten ihm, zu unseren weitergehenden Forderungen Steilung zu nehmen. Durch Schiedsspruch wurde eine 12prozentige Erhö ­ hung festgelegt. Am nächsten. Tag mußten wir dann fcststellen, daß der Schiedsspruch sich entgegen unserer Eingabe nur auf die Löhne be ­ zog und die Angestellten nicht berücksich ­ tigt waren, so daß es zu neuen Verhandlungen kommen mußte, wobei für die Angestellten eine Gehaltserhöhung von nur 8 Prozent zugebill'gt wurde. Diese Regelung ist für uns eine ernste War ­ nung für die Zukunft. Wenn durch die Preis- steigertfhgen Lohnneuregelungen erforderlich sind, dann gilt dies auch für eine Neuregelung der Gehälter. Der Abschluß für die Angestellten und die Redewendungen bei der Verhandlung veranlaß- ten uns zu sagen: „Sind die Angestellten so- mithin ein notwendiges Uebel?“ Diese aus ­ führliche Wiedergabe soll den Zweck haben, daß trotz aller Beweisführung die Ar ­ beiter und Angestellten niemals damit rechnen sollen, daß ihnen der Arbeitgeber freiwillig das gibt, was ihnen zusteht. Ergebnis der Verhandlungen Die Tätigkeit des Industrieverbandes unter entscheidender Führung des Kollegen Schäfer hatte nachstehende Erfolge zu verzeichnen: Für die Bau Wirtschaft: Schiedsspruch Vereinbarung: i 22. 5. 50 Arbeiter 12 o/o 16. 5. 50 Angestellte 8 o/o 4. 10. 50 ab 1. 10. 50 Arbeiter 12 o/o Angestellte 12 o/o 29. 3. 51 Arbeiter 10 o/o ab 1. 4. 51 Angestellte 10 o/o 22. 8. 51 Arbeiter 12 o/o ab 1. 9. 51 Angestellte 12 o/ 0 30. 10. 51 Arb. Durchschnitt 8 o/o ab 1. 11. 51 Angest. Durchschn. 8 o/ 0 Lohnbewegung für die b a Schiedsspruch: 1950 5. 6. 50 Arbeiter ab 22. 5. 50 Angestellte 4. 10. 50 ab 1. 10 50 1951 30. 3. 51 ab 15. 3. 51 28. 8. 51 ab 1. 9. 51 24. 10. 51 Arbeiter ab 1. 12. 51 Angestellte Lohnbewegung für Zent 1950 12. Schiedsspruch: 6. 50 ab 7. 6. 50 17. 7. 50 Angestellte ab 15. 6. 50 rückwirkend 3. 11. 50 Arbeiter ab 1. 10. 50 Angestellte 1951 3. 4. 51 ab 1. 4. 51 30, 8 51 ab 1. 9. 51 24. 10. 51 ab 17. 12. 51 (ab 1. 12. 51) ustoffexzeugende Industrie: Vereinbarung: 8 o/o 8 o/o Arbeiter: 8 o/ 0 Angestellte 8 o/ 0 Arbeiter: 8 0/ 0 Angestellte 8 o/ 0 Arbeiter 11 0/ 0 Angestellte 11 ö/ 0 12 o/o 12 o/o alheizung und - lüftung: Vereinbarung: Arb. 12—15 o/o 8 o/o 7 o/o 7 o/o Arbeiter 10 0/o Angestellte 10 o/ 0 Arbeiter 12 o/ 0 Angestellte 12 o/ 0 Arbeiter 10 o/ ö Angestellte 10 o/ 0 Die Situation im Baunebengewerbe Wegen der besonderen Situation im Bau ­ nebengewerbe muß nochmals zur Lohn ­ bewegung eingehend Stellung genommen wer ­ den, um die Verzögerung in der Neuregelung zu erkennen. Nach dem Erlaß des Tarifvertragsgesetzes können nur Tarifvertragskontrahenten nachdem Vereinsgesetz eingetragene Arbeitgeber- undAr- beitnehmerorganisationen sein. Hier ist mani auf größte Schwierigkeiten gestoßen, da das saarländische Handwerk nicht tariffähig war und somit die Voraussetzungen dazu fehlten. Am 5. 6. 50 haben wir uns an den staatlichen Schlichter gewandt, durch einen Schiedsspruch die Löhne und Gehälter neu zu regeln» Der Schl ich tnngsausschtiß konnte jedoch keinen Spruch fallen, da die Arbeitsgemeinschaft des saarländischen Handwerks nach dem Tarifver ­ tragsgesetz nicht tariffähig war. Am 24. 6. 50 mußten wir uns an das Ministe ­ rium für Arbeit und Wohlfahrt wenden, um es auf die bestehende Situation aufmerksam zu machen, und wir verlangten, daß die Löhne und Gehälter im Bau neben gewerbe denen der Bauwirtschaft auf dem Verfügungswege ange ­ paßt werden. - Die Arbeitsgemeinschaft des saarländischen Handwerks antwortete in einer Kundgebung unter der Parole: „Handwerk in Not.“ Als Gegenantwort hatten wir am 3. 7. 50 im Keglerheim eine öffentliche Versammlung ein ­ berufen unter dein Motto: „Die Handwerksmei ­ ster klagen ihre Not, ihren Arbeitern und An ­ gestellten aber verweigern sie einen gerechten Lohn.“ Am 7. 10. 50 wurden bei einer Zusammen ­ kunft im Arbeitsministerium die Löhne um 8 o/o, die Gehaltsempfänger denen der Bau ­ wirtschaft gleichgestellt. Am 20. 11. 50 wurde mit der Arbeitsge ­ meinschaft die Verhandlung neu aufgenommen, da die Arbeitgeber ihre Zusage äblehnten. Die neue Verhandlung vor dem Arbeitsministerium fand am 31. 1. 51 statt. Hierbei wurde ein neuer Verhandlungstermin auf den 22. 2. 51 festgelegt. Das Ergebnis war, daß die Löhne und Gehälter um 1Ö 0/o erhöht wurden, obwohl mit den Arbeitgebern vereinbart war, daß die 2. Lohnverfügung ab 1. 3. 51 in Kraft tritt, verfügte das Amtsblatt die Neuregelung erst ab 1. 4. 51. Am 12. 7. 51 haben wir uns an die Regierung des Saarlandes gewandt und auf die Zustände im Baunebengewerbe hingewiesen, daß die Di ­ stanz der Löhne und Gehälter im Bau- und Baunebengewerbe noch nie dagewesene Formen angenommen hat, was unbedingt abgestellt wer ­ den müsse. Am 11. 8. 51 wurde der Arbeitgeberverband des saarländischen Handwerks e. V. laut Ver ­ öffentlichung im Amtsblatt rückwirkend als ta ­ riffähig erklärt. Daraufhin stellten wir am 5. 9. 51 laut unserer Eingabe die Forderung, die Löhne und Gehälter im Baunebengewerbe de ­ nen der Bauwirtschaft gleichzustellen. Es wur ­ den folgende Vereinbarungen abgeschlossen: Klempner- und Installateurhandwerk: alter Lohn 103.— Frs., ab 24. 9. 51 155 Frs. Angestellten Verhältnis denen der Heizungs-, Lüftungs-, Installationsgewerbe ab 15. 9. 51 gleichgestellt. (Vereinb. 30. 8. 51.) Schlosserhandwerk: alter Lohn 103 Frs., ab 24. 9. 51 140 Frs. Angestellten Verhältnis ab 15. 9. 5 t denen der Bauwirtschaft angepaßt. Malerhandwerk: alter Lohn 103 Frs., ab 1. 10. 51 140 Frs.~- Angestellte und Gehaltsempfänger denen der Bauwirtschaft gleichgestellt (22. 9. 51 ab 1. 10. 1951.) Bau-Möbelschrcinereien-Glasereien: alter Lohn 103 Frs., ab 1. 10. 51 140 Frs. Gehälter der Angestellten denen der Bauwirt ­ schaft gleichgestellt ab 1. 10. 51. Elektro-Installatcure, elektr. Maschinenbauer, elcktr. Mechaniker und Radiomechanikerhand- werk: alter Lohn 103 Frs., ab 1. 10. 51 135 Frs. Gehälter der Angestellten denen der Bauwirt ­ schaft gleichgestellt ab 1. 10. 51. Seit dem Lohnabschluß vom 14. 4. 51 erreich ­ ten die neufestgelegten Löhne und Gehälter eine Erhöhung von 48—50 o/ 0 . Der Zustand im Baunebengewerbe war in einen derartigen Tief ­ stand geraten, daß die Löhne und Gehälter um 8 Stufen hinter dem Mindestlohn lagen. Das bedeutet, daß der Facharbeiter nicht mehr verdiente als der 18jährige Budenjunge im Bau ­ gewerbe. Die Lohnbewegung in dei Holzwittschatt Nachdem wir uns schon länger als ein Jahr mit der Zusammenlegung beschäftigt hatten, wurde dann endgültig am 1. Juni 1951 die Uebernahme des I.V. Holz unter Anerkennung von zwei ihrer Mitglieder in dem Vorstand des I.V. Bau- und Holzgewerbe beschlossen. Die Zusammenlegung war nicht nur eine Not ­ wendigkeit für den Verband, sondern für die Mitglieder und Beschäftigten in der Holzwirt ­ schaft und holzverarbeitenden Industrie. Be ­ weise liegen hierfür fest, daß außer schlechten Lohntarifen beim Abschluß des Lohnabk im ­ mens vom Oktober 1950 ein tarifloser Zustand besteht, da es bei den Lohnabsehlüssen ver ­ säumt wurde, die Tarifordnung aufrechtzuer ­ halten, so daß für die holzverarbeitende Indu ­ strie nur die gesetzlichen Bestimmungen Gül ­ tigkeit haben. Es wird nun Aufgabe der Or ­ ganisation sein, mit der Fachgruppe Holz die neuen Tarife zu beraten, um dann mit dem Ar ­ beitgeberverband zu einem neuen Abschluß zu kommen. Die Lohntarife sind für uns wie auch für die Beschäftigten nicht befriedigend. Wir müs ­ sen jedoch sagen, daß zu mindestens die An ­ sätze für bessere Löhne und Gehälter gegeben sind. Nachdem am 1. Juli 1951 der Verband über ­ nommen wurde, fehlten uns die entscheidenden Anhaltspunkte sowie die ordnungsgemäße Ue- bergabe, und wir kamen im August 1951 zur ersten Neuregelung der Löhne und Gehälter. Was bis jetzt für die Holzwirtschaft abgeschlos ­ sen wurde, ist folgendes: Holzwirtschaft: • Schiedsspruch 29. 8. 51 Arbeiter 12 o/o ab 1. 9. 51 Angestellte 12-o/o 26. 11. 51 Arbeiter 8,55 o/o ab 1. 12. 51 Angestellte 12 o/o In der holzverarbeitenden Industrie wurde die Eingabe um Neuregelung der Löhne und Ge ­ hälter am 26 7. 51 beim Arbeitgeberverband eingcreicht. Am 28. 7. 51 hatten wir bereits den Bescheid, in dem in einem ausführlichen Schreiben auf die bestehende Krise der Möbel ­ industrie hingewiesen wurde. Die Verhandlungen zogen sich bis zum Sep ­ tember hin, wo wir den Abschluß von 15 Pro ­ zent vereinbarten. Holzverarbeitende Industrie: Vereinbarung 1951 11. 9. 51 Arbeiter 15 0/o ab 10. 9. 51 Angestellte 15 o/o ab 1. 1. 52 Abschluß neuer Löhne und Ge ­ hälter mit Berufsbild. Die neuen Foidenmgen 1952 im Baugewerbe Für das Jahr 1952 konnte erst auf Grund der W'ittcrungsverhältnisse im März unsere Forderung auf Neuregelung der Löhne und Ge ­ hälter gestellt werden. Der Arbeitgeberver ­ band mußte nach mehreren Anfragen unserer ­ seits erinnert werden, daß auf Grund der infla ­ tionistischen Entwicklung und der damit ver ­ bundenen erhöhten Preissteigerungen die Neu ­ regelung der Löhne und Gehälter notwendig wird. Der ablehnende Bescheid und die ange ­ führte Begründung konnten von uns aus wi ­ derlegt werden, da der letzte Abschluß durch Schiedsspruch am 30. 10. 51 sich weder auf die Indexzahlen vom Oktober bis März er ­ strecken konnte und auch nicht auf die Preis ­ steigerung der lebensnotwendigsten Artikel, die sich um 20—25 0/ 0 erhöhten, und auch nicht darauf, daß in dieser Entwicklungsperiode auch Gas, Wasser, Elektrizität und Wohnungsmie ­ ten erhöht wurden. Der Arbeitgeberverband erklärte, daß der Schiedsspruch vom November 51 in bezug auf die Löhne und Gehälter bereits alle diese Er ­ höhungen der Preisentwicklung vorgesehen habe. Darauf sah sich der Vorstand veranlaßt, den Verbandsausschuß einzuberufen, der zu dieser neugeschaffenen Situation Stellung nahin. Fest ­ gestellt wurde, daß die Löhne den Preisen ge ­ genüber mindestens um 20 o/ 0 im Rückstand stehen, wenn auch die Indexazhlen aus den oben angeführten Monaten noch nicht Vorlagen. Die Witterungsperinde verursachte eine Lohn Verminderung und eine verstärkte Schlech ­ terstellung im Einkommen- Der Eßkorb, der zur Feststellung der Indexzahlen führt, ent ­ hält Artikel, die sich der Arbeitnehmer nicht leisten kann. Saisonbedingte Artikel zeigen im ­ mer größere Schwankungen in der Preisgestal ­ tung auf, wie Gemüse, Obst, Südfrüchte, Milch und Eierprodukte. Das entscheidende Produkt ist die Erhaltung der Arbeitskraft. Dieser schenkt man aber die wenigste Beachtung. Nun beschloß der Verbandsausschuß einen 24stündigen Streik im Hoch- und Tiefbau, so ­ wie eine Großkundgebung für Mittwoch, den 23. 4. 52, um nochmals die gestellte Forde- derung bekanntzugeben. Des weiteren um dem Arbeitgeberverband, der Regierung und der Oeffentlichkeit zu beweisen, daß die gestellte Forderung zu Recht besteht. Zu welchen Mitteln mußte die Organisation greifen? 1950: Um die Verhandlungsbereitschaft mit dem Arbeitgeberverband zu erreichen, mußten wir am 11. 5. 50 zur Arbeitsniederlegung und Protestversammlung im Johannishof aufrufen. 1951: Am 19. 7. 1951 wurden die Baustellen um 12 Uhr stillgelegt und zwei öffentliche Versammlungen, eine im Johannishof in Saar ­ brücken, und eine im Bergmannsheim in Neun ­ kirchen durchgeführt. 1952: Am 23. 4. 1952 wurde zum 24stündi- gen Streik und zur Großkundgebung aufgerufen. Seit 1950 wurden 23 Lohnabschlüsse getä ­ tigt, die weit mehr als 100 Tage Lohnverhand ­ lungen benötigten. Der Stand der Rahraentarüveihandlunpen Bauwirtschaft: Seit über zwei Jahren stehen wir mit dem Ar ­ beitgeber in Verhandlungen wegen des Ab ­ schlusses eines Rahmentarifs. Während des ersten Halbjahres verhandelten wir auf der Grundlage unseres eingereichten Vertrages. Nachdem machte der Arbeitgeber seine eigenen Vorschläge, die nicht annehmbar waren, so daß wir uns Ende des vergangenen Jahres 1951 auf den Rahmentarif von Stein- Erden, wie er in der Bundesrepublik vorliegt, geeinigt hatten. Der Rahmentarif hat als Inhalt folgende entscheidende Punkte: Für unseren Bezirk eine Lohnzone, verein ­ fachtes Berufsbild, erhöhten Urlaub und Auf ­ nahme der Lehrlinge und Anlernlinge im Tarif, Der Arbeitgeber lehnt diese Vorzüge bis jetzt ab. Wir werden jedoch keinen Tarif abschlie ­ ßen, in dein die Lehrlinge nicht aufgenommen sind. Baustoffindustrie: In der Baustoffindustrie haben wir am 26. April 1951 ab 1. Juni 1951 einen Tarifvertrag abgeschlossen in dem die Lehrlinge enthalten sind sowie die Anlernlinge. Für Heizung und Lüftung: Wir stehen seit drei Jahren in Verhandlung und mußten nach eingehender Diskussion im Jahre 1950 feststellen, daß bei Anrnfen des Schlichtungsausschusses die Voraussetzungen fehlten, da das Tarifvertragsrecht noch nicht erlassen war. Am 22. ’6. 1950 wurde das Ta ­ rifvertragsgesetz und Schlichtungswesen erlas ­ sen. Nachdem einige Voraussetzungen gegeben waren, wurden die Verhandlungen neu auf ­ genommen. Wir hoffen, noch in diesem Jahre den Rahmentarif, Minutentarif, Wegegeld und Auslösung zum Abschluß zu bringen. In Vorbereitung sind noch Tarife für die Holzwirtschaft, holzverarbeitende Industrie. Für das Baunebengewerbe: Baumöbelschreiner, sowie Glaser, Bauschlos ­ ser, Elektriker, Maler und Lackierer — auch hier sind die Tarife in Vorbereitung.