Seite 6 DIE ARBEIT" Oktober 1950 Vom Werdegang des Betriebsrätegesetzes Zur Durchführung dieser Festlegung wurde das Betriebsrätegesetz der Wei ­ marer Republik, das auf einen Regieiungs- entw .f vom 9. August 1919 zurückgeht, in der verfassunggebenden Nationalver ­ sammlung mit 215 gegen 63 Stimmen an ­ genommen und mit Zustimmung des Reichsrates im Februar 1920 in Kraft ge ­ setzt. Die praktische Anwendung zeigte je ­ doch, daß diesem Betriebsrätegesetz noch eine Menge Mängfel anhafteten. Ein be ­ sonderes Merkmal waren die Aufgliede ­ rungen in Arbeiter- und Angestelltenräte, die besonderen Betriebsvertretungen für das Baugewerbe, für die Reichsbahn und Reichspost. Die Klufi zwischen Arbeiter und Ange ­ stellten wurde mit dem Gesetz nicht nur nicht behoben, sondern verstärkt. Der Schwerpunkt der Betriebsversammlungen -lag hierdurch nicht bei den Betriebsräten, vielmehr bei den Gruppenräten, d. h, den (Fortsetzung) gesonderten Interessenvertretungen der Arbeiter und Angestellten. Mit der Bildung der Arbeiter- und Ange- stelltenverbände war aber durch die Ge ­ samtstruktur, die damals in Wirtschaft u. Gewerkschaften vorherrschte, praktisch noch nicht viel getan. Die Mängel im Gesetz von 1920 hatten das Wesen der Betriebsräte, wie es in der Verfassung gefordert wurde, nicht gefördert. Die Gleichberechtigung der Arbeitnehmerschaft mit den Arbeitge ­ bern, mit dem Zwecke der Arbeitnehmer ­ schaft die Möglichkeit zu geben, an der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mitzuwirken und in grundlegenden Fragen der Betriebsfüh ­ rung mitzubestimmen, blieb der Arbeit ­ nehmerschaft versagt. So sehr auch das Betriebsrätegesetz in der Entwicklung des Betriebsräterechts ei ­ nen Fortschritt darstellte, hatten die in ihm enthaltenen Mängel und die Wider ­ stände der Arbeitgeber zum Verfall dei politischen Demokratie und der Entwick ­ lung der Diktatur wesentlich beigetragen. Hätte man eine echte Mitbestimmung und Verantwortung der Arbeitnehmer ­ schaft, wie sie die Weimarer Verfassung vor sah, wirklich gewollt, hätte es die Ar ­ beitnehmerschaft verstanden, ihre in der Weimarer Verfassung vorgesehenen Rech ­ te wahrzunehmen und zu festigen, Deutsch ­ land und Europa wären vielleicht von der großen Tragik vergangener und gegen ­ wärtiger Tage verschont geblieben. Rückblickend sollten wir bei den heuti ­ gen Debatten um das Mitbestimmungs ­ recht aus diesen Geschehnissen die Leh ­ re gezogen haben, daß Wirtschaft und Po ­ litik auf das engste miteinander verfloch ­ ten sind. Politische Demokratie, d. h. Mit ­ bestimmung der Gesamtheit zu den Ge ­ schehnissen im Staat, Kreis und Gemeinde ohne ähnliche Möglichkeiten aller am Wirtschaftsleben Beteiligter m der Wirt ­ schaft, ist keine Demokratie. Es gibt praktisch keine Demokratie ohne echte Mitbestimmung und damit auch Mitverantwortung der Arbeitnehmer- gibt es überall das gute altbewährte Erdal Erdal enthält 100% reines Balsam- Terpentin-Oei schaft in allen Zweigen unseres Wirt ­ schaftslebens. Wenn unsere heutige poli ­ tische Demokratie tfriederum wie die Wei ­ marer Republik versagen soll, muß man mit allen Mitteln von seiten der Arbeitge ­ ber die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ­ schaft hintertreiben und von seiten der Arbeitnehmerschaft in Verkennung der Wichtigkeit die Dinge treiben lassen. M. „ARCHiMEOES“ Zuschneide-Kurse Beginn 2. November > m Zeichen der neuen Herbst-Mode 1950 Fachlehrgängc: Für Schneiderinnen mit beruflicher Ausbildung. Fachliches Schnitt- und Modellzeichnen der neuesten Modeschöpfungen. 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